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TU Berlin

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Forschung

Überraschende Klimaeffekte in der europäischen Arktis

Montag, 14. Juli 2008

TU-Forschungsreise an den Pol bringt neue Erkenntnisse

Forscher der TU Berlin und RWTH Aachen in der Arktis unterwegs
Endlose weiße Weiten ... mit Zelt und Motorschlitten sind die Forscher von TU Berlin und RWTH Aachen in der Arktis unterwegs
Lupe

Um die Frage zu klären, wie sich der Klimawandel auf die Eismassen der europäischen Arktis auswirkt, fördert die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) ein außergewöhnliches Forschungsprojekt, an dem Wissenschaftler der Technischen Universität Berlin maßgeblich beteiligt sind.

Vom 9. Mai bis zum 5. Juni 2008 waren Prof. Dr. Dieter Scherer und Dipl.-Ing. Roman Finkelnburg vom Fachgebiet Klimatologie auf 80 Grad nördlicher Breite und installierten gemeinsam mit Prof. Dr. Christoph Schneider und Dipl.-Geogr. Marco Möller auf der 2500 Quadratkilometer großen Eiskappe des Vestfonna, auf der zur Inselgruppe Svalbard gehörenden Insel Nordaustlandet gelegen, sechs Messstationen. Ins sommerliche Berlin zurückgekehrt, schildern sie ihre Eindrücke von der Forschungsreise und formulieren erste Thesen darüber, wie die europäischen Gletscher auf die globale Erwärmung reagieren.

"Auffällig war, wie stark es im vergangenen Winter geschneit hat", berichtet Prof. Scherer. "Diese heftigen Niederschläge sind bereits ein Hinweis auf die Folgen des Klimawandels." Dadurch, dass das Eis der Arktis insgesamt schmilzt, entstünden immer größere offene Wasserflächen, aus denen mehr Wasser verdunsten kann, was letztlich höhere Niederschlagsmengen zur Folge hat. Aktuell hat das deutsche Wissenschaftler-Team Daten zur Qualitätssicherung mitgebracht, im August werden die ersten Messdaten eingesammelt und die Stationen für den Winter vorbereitet. "Über einen so langen Zeitraum und mit sehr kurzen Messintervallen können wir dann erstmals konkrete Aussagen für dieses Gebiet treffen", sagt Scherer. An den Messstationen werden die Strahlung, die Windgeschwindigkeit, Temperatur (auch die des Eises und des Schnees), die Feuchte und der Wassergehalt des Schnees gemessen, außerdem die Schneedeckenhöhe. Das alltägliche Leben im ewigen Eis ist zumal bei harter körperlicher Arbeit und unter Dauerbeobachtung neugieriger Eisbären nicht einfach. "Unser Schokoladenverbrauch war enorm! Außerdem waren wir mit Signalpistolen und Gewehren ausgerüstet, um Eisbären im Notfall erschrecken zu können", sagt Scherer. Zum Glück mussten die Signalpistolen nur einmal eingesetzt werden, als ein hungriger weißer Petz das Küchenhaus der Basisstation näher untersuchen wollte.

Die guten Nachrichten für die Zukunft erreichten das Team wenige Tage nach seiner Rückkehr in Berlin: Die DFG hat bereits das nächste Gletscherforschungsprojekt der Berliner und Aachener in Zusammenarbeit mit der TU Dresden genehmigt. Dann wird es nach oben gehen - zu den Gletschern Tibets in rund 6000 Meter Höhe.

Andrea Puppe / Quelle: "TU intern", 7/2008

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