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TU Berlin

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Forschung

Städtebau - kein Hobby für Experten

Montag, 14. April 2008

100 Jahre Impulse aus der TU (TH) Berlin

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Stadtumbau Turin: neuer Fußgängerübergang von FIAT Lingotto zum ehemaligen Olympischen Dorf
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Städtebau ist eine Disziplin, die an unserer Universität eine große Tradition hat. Daran werden wir im Jahre 2008 wieder einmal erinnert. Denn im Februar 1908, also vor 100 Jahren, starteten die "Städtebaulichen Vorträge" an der Technischen Hochschule zu Berlin. Im Jahr 1968, also vor 40 Jahren, wurde im Zuge der Studentenbewegung Städtebau grundsätzlich hinterfragt.

An dieses doppelte Jubiläum erinnerte ein Symposium des Schinkelzentrums im Verbund mit der Fakultät VI Planen Bauen Umwelt am 7. Februar dieses Jahres. Auch prominente ehemalige Mitarbeiter der TU Berlin, die in jüngster Zeit die Diskussion über Städtebau in Berlin und Deutschland entscheidend mitbestimmt haben, nahmen aktiv daran teil: etwa Franziska Eichstädt-Bohlig, Vorsitzende der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen im Berliner Abgeordnetenhaus, Hans Stimmann, bis 2006 Senatsbaudirektor in Berlin, und Engelbert Lütke Daldrup, Staatssekretär im Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung.

Mit den "Städtebaulichen Vorträgen" wurde 1908 die junge Disziplin Städtebau an dieser Hochschule umfassend verankert und konsolidiert. Gelehrt worden war Städtebau hier bereits seit der Gründung der Bauakademie im Jahre 1799. Neu war aber 1908 die Komplexität dessen, was unter “Städtebau“ verstanden wurde. Anlässlich der "Städtebaulichen Vorträge" trafen sich praktizierende Juristen, Verwaltungsleute, Staatswissenschaftler, Verkehrsingenieure, Geografen, Denkmalpfleger, Kunsthistoriker, Mediziner, Gartenarchitekten, aber auch Oberbürgermeister. Sie verdeutlichten, dass Städtebau weit mehr ist als Form, dass aber die Form den Kern des Städtebaus bildet und dass Städtebau ohne den Austausch internationaler Erfahrungen undenkbar ist.

Das zweite Jubiläum betrifft das Jahr 1968 - eine erinnerungsträchtige Jahreszahl, deren Bezug zum Städtebau aber erst wieder aufgefrischt werden muss. Ein Zentrum der Studentenbewegung in Deutschland war West-Berlin, und ein Zentrum der Studentenbewegung in West-Berlin war die Architekturfakultät der TU Berlin. Die Städtebaukritik der Studenten des Jahres 1968 hat keinen neuen Städtebau begründet, sie hat sich auf die Produzenten des Städtebaus konzentriert und dabei das städtebauliche Produkt mehr und mehr aus den Augen verloren. Sie hat aber wesentlich dazu beigetragen, eine neue Frage in den Vordergrund zu rücken: Städtebau für wen? Diese Frage bereichert die Diskussion über Städtebau bis heute.

Städtebau heute muss sich anderen Herausforderungen stellen: der räumlichen Gestaltung einer postindustriellen Gesellschaft. Die Renaissance des Themenfeldes Städtebau ist unübersehbar - in Berlin seit den 1980er-Jahren, auf Bundesebene verstärkt in den letzten Jahren, aber auch an der TU Berlin seit der Schaffung der neuen Fakultät VI. Städtebau ist kein Hobby für Experten, sondern prägt den konkreten Alltag unserer Gesellschaft ganz entscheidend: Städtebau prägt Wirtschaft und Umwelt, die Schönheit und Nutzbarkeit unserer Stadtregionen, den Lebensraum von uns allen.

Prof. Dr. Harald Bodenschatz, Fachgebiet Planungs- und Architektursoziologie / Quelle: "TU intern", 4/2008

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