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TU Berlin

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Forschung

Radschlag in der Wüste

Montag, 15. Dezember 2008

TU-Bioniker entdeckt rollende Spinnenart

Ingo Rechenberg hat keine Scheu vor Spinnen
Ingo Rechenberg hat keine Scheu vor Spinnen und präsentiert das neu entdeckte Krabbeltier
Lupe

Professor Ingo Rechenberg vom Fachgebiet Bionik an der TU Berlin ist Ingenieur und entdeckte etwas, das so manchen Biologen neidisch machen dürfte. Kürzlich, während seines sechswöchigen Forschungsaufenthaltes in der Sahara, lief ihm eine vermutlich noch unbekannte Spinne vor die Füße. Außerdem kann sich das Insekt auf eine Art und Weise fortbewegen, wie man sie bislang nur von einer Spinne aus dem Südwesten Afrikas kennt: Sie kann rollen.

Seit 25 Jahren reist Professor Ingo Rechenberg in die Wüste. Im Süden Marokkos, nahe der algerischen Grenze, schlägt der eingefleischte Sahara-Fan sein Lager auf und beobachtet die Tiere der Wüste. "Für uns Bioniker sind extreme Landschaften deshalb interessant, weil wir dort Lebewesen finden, die sich auf eine besondere Art und Weise an schwierige Lebensbedingungen anpassen müssen", sagt er. Im Erg Chebbi bei Rissani ist der Professor aus Berlin inzwischen als Monsieur Sandfisch bekannt. Seine Beobachtungen an den schlüpfrigen Echsen, die durch den Dünensand zu tauchen scheinen, haben bereits für spannende Erkenntnisse bei der Erforschung besonders reibungsarmer Oberflächen gesorgt. Dass nun vielleicht bald eine Spinne nach ihm benannt werden könnte, freut Rechenberg ungemein.

Lupe

Erst in diesem Jahr lief ihm das nachtaktive Krabbeltier zum wiederholten Mal vor die Füße. Der Professor und sein Mitarbeiter Abdulah Regabi El Khyari glaubten ihren Augen nicht zu trauen: "Die Spinne faltet ihre Beine zu einem Rad und rollt schnurstracks davon. Unsere Spinne konnte durch Beinarbeit ihr Rollen sogar beschleunigen." Eine rollende Spinne mit Beinantrieb in der Sahara war bislang unbekannt. "Ob es sich tatsächlich um eine neue Art handelt, kann man zweifelsfrei erst nach der Untersuchung eines weiblichen Tieres der gleichen Art feststellen", erläutert Rechenberg. Ob die zweite, bei ihm zu Hause lebende Spinne tatsächlich weiblich ist, weiß Rechenberg noch nicht. Zumindest hat er sie optimistisch "Ariadne" getauft.

Andrea Puppe / Quelle: "TU intern", 12/2008

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