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Forschung

Nachgefragt

Dienstag, 17. Juni 2008

Apotheken des Planeten

Christian Schägerl
Christian Schägerl
Lupe

TU intern  befragt Journalistinnen und Journalisten, was für sie die spannendste Forschungsnachricht der jüngsten Zeit war und welches Thema mehr mediale Aufmerksamkeit verdient. Der Biologe Christian Schwägerl ist Redakteur im Hauptstadtbüro des "Spiegel".

Nicht aus einer der vielen Tausend wissenschaftlichen Zeitschriften, sondern direkt vom Verhandlungstisch der Weltpolitik stammt die für mich spannendste aktuelle Forschungsnachricht. Auf der UN-Naturschutzkonferenz in Bonn sind Umweltminister aus aller Welt den Erkenntnissen von Wissenschaftlern gefolgt. Sie wollen die Schaffung von Schutzgebieten auf hoher See forcieren. Bisher sind Fische und Ökosysteme abseits der Küsten schutzlos den Beutezügen einer räuberischen Fischindustrie ausgeliefert. Kein einziges Schutzgebiet existiert auf hoher See. Wenn sich das ändert, wäre das ein großer Fortschritt. Nun müssen die EU-Fischereiminister ebenso der Wissenschaft folgen, wenn sie im Dezember neue Fangquoten festlegen. Überfischung ist ein Verbrechen an der Zukunft.

Gerade nach der UN-Naturschutzkonferenz will ich mehr zum Thema Biodiversität erfahren. Es ist traurig, dass UN-Klimagipfel von den Medien regelrecht belagert werden, im Bonner Pressezentrum aber gähnende Leere herrschte. Der Verlust von Lebensvielfalt ist genauso gefährlich wie der Klimawandel und beide Prozesse sind eng verknüpft. Noch läuft Naturschutz in Medien zu sehr als sprichwörtliches "Orchideenfach". Dabei geht es um die Klimaanlagen, Speisekammern und Apotheken des Planeten.

Quelle: "TU intern", 6/2008

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