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TU Berlin

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Forschung

Kontrollierte Entgleisung

Montag, 19. Mai 2008

TU-Forscherteam testet neuartigen Detektor für mehr Sicherheit an Güterzügen

Drehgestell eines beladenen Kesselwagens während der Entgleisungsfahrt
Drehgestell eines beladenen Kesselwagens während der Entgleisungsfahrt
Lupe

Die tonnenschweren Güterwagen beschleunigen auf 50 Stundenkilometer. 80 Tonnen bringt ein mit Flüssigkeit gefüllter Kesselwagen auf die Waage. Plötzlich ein Ruck. Das Drehgestell eines Wagens scheint aus den Schienen gesprungen zu sein. Dann quietscht Metall auf Metall. Der Zug wird abgebremst und kommt innerhalb von zehn Sekunden abrupt nach 122 Metern zum Stehen. Im vollständig ruinierten Gleis. Zufriedene Gesichter ringsum. Ein sehr seltener Versuch ist gelungen: Ein Güterzug entgleiste kontrolliert.

"Etwas Vergleichbares gibt es weltweit vielleicht alle zehn Jahre", sagt Prof. Dr.-Ing. Markus Hecht, Leiter des Fachgebietes Schienenfahrzeuge am Institut für Land- und Seeverkehr der TU Berlin. Im Auftrag der Oerlikon-Knorr Eisenbahntechnik AG, einer Tochter der Knorr-Bremse AG, musste der Waggon von der Schiene - die Bremsenhersteller wollten einen Entgleisungsdetektor testen, den "EDT 101".

"Im Güterverkehr ist es ein Problem, dass der Zugführer nicht bemerkt, wenn ihm weit hinten ein Waggon aus den Schienen springt", erläutert Professor Hecht die Relevanz eines solchen Detektors. Entgleisungen kommen zwar im Güterverkehr sehr selten vor: Im gesamten Jahr 2005 wurden 31 Unfälle mit Austritt von Gefahrengut bei knapp 9000 Güterzügen pro Tag in Europa gezählt. Wenn jedoch bei einem Gefahrentransport ein solches Unglück passiert, hat es immer verheerende Auswirkungen. Nach einem schweren Unglück sind Entgleisungsdetektoren für schweizerische Gefahrentransporte seitdem Pflicht. Sie lösen selbsttätig eine Notbremsung aus, sobald ein Drehgestell nicht mehr auf den Schienen läuft. Ab 2011 sind sie auch für bestimmte Gefahrguttransporte in ganz Europa obligatorisch. Eine Grundlage dieser Entscheidung war der erfolgreiche Entgleisungsversuch in Berlin, bei dem der "EDT 101" präzise funktionierte.

apu / Quelle: "TU intern", 5/2008

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