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TU Berlin

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Forschung

Gesundheit kann nicht angeordnet werden

Montag, 13. Oktober 2008

Genossenschaften können helfen, das Gesundheitswesen besser zu organisieren

Um Qualitäts- und Wirtschaftlichkeitsreserven im Gesundheitswesen auszuschöpfen, dabei aber den kranken Menschen im Mittelpunkt zu belassen und nicht das Geschäft mit der Gesundheit, haben Forscher der TU Berlin Modelle genossenschaftlichen Handelns in verschiedenen Feldern entwickelt: zum Beispiel die Krankenversicherung als Genossenschaft oder die Gesundheitsdatenbank als Genossenschaft. Diese Form der Organisation biete auch im Gesundheitswesen genau den kooperations- und vertrauensförderlichen Ansatz, dessen Fehlen beim letzten Deutschen Ärztetag im sogenannten "Ulmer Papier" beklagt wurde, so die Professoren Klaus-Dirk Henke (Fachgebiet Finanzwissenschaft und Gesundheitsökonomie) und Wolfgang Friesdorf (Lehrstuhl für Arbeitswissenschaft und Produktergonomie).

Die Vorstellung, die Wiederherstellung von Gesundheit sei ein mechanischer Prozess in Verantwortung des Arztes, sei relativ naiv, kritisierten die Ärzte. Gesundheit könne nicht angeordnet noch hergestellt werden. Daher sei die Begegnung Arzt - Patient nicht einfach zu standardisieren. Medizin sei eine "Erfahrungswissenschaft", die sich naturwissenschaftlicher, psychologischer und auch sozial- und kommunikationswissenschaftlicher Erkenntnisse bediene. Die jahrzehntelange Kostendämpfungspolitik habe allerdings zunehmend zu Standardisierungen und Rationierungen geführt. Dies sei der derzeitige Stand der eigentlich positiven Entwicklung, dass technischer Fortschritt zu einem ständigen Anstieg der Lebenserwartung geführt habe und das deutsche Gesundheitssystem international zu den leistungsstärksten zähle. Der kranke Mensch sei zum Geschäftsgegenstand geworden, die Angehörigen der Gesundheitsberufe zu Gliedern einer Wertschöpfungskette. Das eigentliche Ziel der Wertschöpfung sei nicht etwa die Genesung der Erkrankten, sondern der merkantile Gewinn. Die TU-Forscher hatten ihre Ideen auf dem Spreestadtforum 2008 vorgestellt. Inzwischen ist eine Publikation im Nomos-Verlag erschienen.

KoKo / Quelle: "TU intern", 10/2008

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