direkt zum Inhalt springen

direkt zum Hauptnavigationsmenü

Sie sind hier

TU Berlin

Page Content

There is no English translation for this web page.

Forschung

Ein Mutmachbuch über den Osten

Montag, 19. Mai 2008

Wie Familien in Sachsen-Anhalts Kleinstädten leben

Jeanette (24), Zahnarzthelferin, und Erik (23), Industriearbeiter, sind mit ihrem Leben in der Kleinstadt ganz zufrieden. Erik jedoch findet es "nur auf’m Dorf richtig klasse", wo er aufgewachsen ist. Irgendwann möchte er wieder in sein Heimatdorf zurück
Lupe

Positives ist über den Osten Deutschlands selten zu hören. Wenn es darum geht, gesellschaftliche Probleme wie Arbeitslosigkeit, Abwanderung, Alterung, Fremdenfeindlichkeit und Fachkräftemangel zu beschreiben - dann findet man dafür im Osten immer reichlich Material.

Nun haben Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler um Dr. Peter-Georg Albrecht von der Hochschule Magdeburg und Dr. Hans-Liudger Dienel, wissenschaftlicher Geschäftsführer des Zentrums Technik und Gesellschaft an der TU Berlin, einen anderen Blick gewagt und ein "Mutmachbuch" vorgelegt. "Vielfältig, überschaubar, kinderfreundlich: Familienleben in Sachsen-Anhalts kleineren Städten", so der Titel der Publikation. Erschienen im Mitteldeutschen Verlag Halle (Saale), ist sie eine "Sammlung positiver Beispiele vom familiären Leben im ländlichen Raum", schreibt Hans-Liudger Dienel im Vorwort des Buches. Denn trotz unübersehbarer ökonomischer Probleme und infrastruktureller Schwächen, so Dienel, "verwirklichen viele Familien und junge Menschen im ländlichen Raum ihren Traum vom Glück". Drei Dinge sind es vor allem, die die Menschen an ihrem kleinstädtischen  Leben mögen: großzügiger und trotzdem bezahlbarer Wohnraum in unmittelbarer Nähe zur freien Natur, die den Kindern sogenannten "Streifraum" bietet, eine familienfreundliche Atmosphäre, aufgrund der Nähe zu Eltern, Verwandten und Freunden, und das Vorhandensein einer Mindestinfrastruktur bezüglich Schulen, Kultur, Sport sowie Einkaufsmöglichkeiten und Restaurants.

Das Buch ist Teil eines Forschungsprojektes der Landesregierung Sachsen-Anhalts zur nachhaltigen Bevölkerungsentwicklung in diesem von den Problemen der Alterung und Abwanderung besonders betroffenen Bundesland.
Die sechs Kleinstädte Coswig, Gerbstedt, Ilsenburg, Stendal, Wanzleben und Weißenfels sowie Sachsen-Anhalts größtes Dorf Mieste wurden hinsichtlich ihrer Stärken und Schwächen untersucht sowie Familien und junge Menschen befragt, warum sie dort leben bleiben beziehungsweise wieder zurückkehren.

 "Ziel des Vorhabens war es, die konkreten Lebensbedingungen junger Menschen und Familien im ländlichen Raum zu untersuchen, um Ideen und Strategien zu entwerfen, wie das Leben dort attraktiv gestaltet werden kann", sagt Dienel.

Eines der wichtigsten Handlungsfelder kommunaler Politik sei die Familienpolitik. Konkrete Maßnahmen müssten die Regionen für Familien interessant machen. Mit familienfreundlichen Angeboten sollten die Kommunen den Bonus nutzen, dass Eltern den ländlichen Raum für die Erziehung ihrer Kinder durchaus zu schätzen wüssten.

Sybille Nitsche / Quelle: "TU intern", 5/2008

Zusatzinformationen / Extras

Quick Access:

Schnellnavigation zur Seite über Nummerneingabe

This site uses Matomo for anonymized webanalysis. Visit Data Privacy for more information and opt-out options.