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TU Berlin

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Forschung

Der große Plan

Montag, 13. Oktober 2008

Visionen für die französische Hauptstadt - eine kommt aus Berlin

Paris aus der Luft
Metropole im Westen Europas: Paris aus der Luft
Lupe

Eine große Stadt braucht einen großen Plan. Anfang Juni 2008 gab der französische Präsident Nicolas Sarkozy die zehn Architekten bekannt, die die städtebauliche Zukunft von Paris entwerfen sollen. "Grand Paris - Metropole Post-Kyoto" heißt das Projekt, für das sich 43 internationale Architektenbüros beworben hatten. Zu den zehn Auserwählten gehört als einziger Deutscher Finn Geipel, Professor an der TU Berlin. Sieben Monate Zeit haben er und sein Team, bis sie im Februar 2009 in Paris zwei Modelle und zwei je 150 Seiten starke Publikationen präsentieren müssen.

Finn Geipel hat 15 Jahre in der französischen Hauptstadt gelebt und dort unter anderem an der Ecole Spéciale d’architecture ESA und an der Ecole d’architecture Paris la Seine EAPS gelehrt. Die Struktur der Stadt und ihre Probleme, die zuletzt 2005 und 2007 auch durch Unruhen in den Vorstädten für Schlagzeilen sorgten, sind ihm gut bekannt. "In Paris gibt es ein Zentrum mit einem eigenen Präfekten und es gibt die Vorstädte", erläutert er. Diese Satelliten seien auf das Zentrum konzentriert, untereinander gibt es kaum Verbindungen. Die Vororte außerhalb der Ringautobahn sind wiederum eigenständig verwaltet, es gibt ein erhebliches soziales Gefälle zwischen den einzelnen Trabantenstädten.

"Sarkozy ist auf der Suche nach einem kraftvollen Bild, dem alle Protagonisten folgen können", beschreibt Finn Geipel die Grundidee des Präsidenten, Paris in eine Metropole des 21. Jahrhunderts zu verwandeln.

Für die Entwicklung dieser Vision hat sich der Berliner Architekt kompetente Berater in sein Team geholt: den Bauhistoriker und TU-Kollegen Johannes Cramer, die Kunsthistorikerin Bénédicte Savoy, ebenfalls TU Berlin, William J. Mitchell vom Design Lab des Massachusetts Institute of Technology (MIT) in Boston, den Schweizer Philosophen und Autor Joseph Hanimann, den Urbanisten Wilhelm Klauser, den Landschaftsökologen Michael Kleyer von der Universität Oldenburg, den Stuttgarter Klimaingenieur Matthias Schuler, der am Department of Architecture der Harvard University lehrt, und den Schweizer Landschaftsarchitekten Günther Vogt.

Das Team um Prof. Geipel arbeitet außerdem mit jeweils zehn Studierenden von der TU Berlin und vom MIT, drei Mitarbeitern des Fachgebietes Entwerfen und Gebäudekunde (LIA) der TU Berlin und sechs Spezialisten des Architektenbüros LIN Finn Geipel und Giulia Andi, Berlin/Paris. Bereits im Oktober 2008 sollen erste Ergebnisse vorliegen.

apu / Quelle: "TU intern", 10/2008

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