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TU Berlin

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Forschung

Büchermachen in der DDR und der BRD

Montag, 19. Mai 2008

Zentral gesteuert, Zensur und Überwachung durch die Staatssicherheit, ständiger Material- und vor allem Papiermangel, das sind die Konstanten in der Literatur zum Verlagswesen der DDR. Doch wie sahen die tatsächlichen und alltäglichen Arbeitsbedingungen in DDR-Verlagen aus? Vorträge, Diskussionen und eine Ausstellung auf einer Tagung im Rahmen eines Seminars der Medienberatung/Medienwissenschaft an der TU Berlin versuchten darauf Antworten zu finden und sie mit den Verhältnissen in der BRD zu vergleichen.

Beispielsweise hatte die Edition Leipzig in der Verlagslandschaft der DDR eine Sonderrolle eingenommen. Sie konzeptionierte und produzierte für verschiedene westliche Verlage Faksimile-Ausgaben historischer Handschriften in höchster Qualität. Vor allem aber gestalterisch und handwerklich hochwertige Bücher zu Kunst und kulturgeschichtlichen Themen,  inhaltlich gegebenenfalls sozialistisch orientiert, aber nicht zwingend auf Parteilinie. Der Verlag war den ausführlichen Genehmigungsverfahren der Zensur unterworfen, diente aber der Devisenerwirtschaftung und konkurrierte nicht direkt mit marktwirtschaftlich arbeitenden Verlagen. Das ermöglichte einen größeren Zeit- und Personalaufwand, der eine intensivere inhaltliche Auseinandersetzung mit dem Buch erlaubte. Im Verlauf der Beiträge wurde aber auch deutlich, dass Verlage dieser Beeinflussung nicht machtlos gegenüberstanden. Vielmehr, so die von Medienwissenschaftler Dr. Jakob Dittmar eingeladenen Referenten - Verlagsleiter und Lektoren, die heute beide Arbeitsfelder kennen -, entschieden oft Mut und Charakterstärke des Verlagsleiters über die Freiheit von parteilicher Beeinflussung.

tui / Quelle: "TU intern", 5/2008

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