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TU Berlin

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Forschung

Quotentauglich

Montag, 16. Juli 2007

Ingenieurinnen als TV-Heldinnen - EuroWistdom prämiert die besten Drehbuchideen

Mädchen und Roboter
TU-Pressestelle. Technik fasziniert Mädchen. Doch als Heranwachsende fehlen ihnen Rollenvorbilder
Lupe

Amelie ist vielseitig begabt. Sie liebt Musik und begeistert sich für naturwissenschaftliche und technologische Fragen. Der Vater wünscht sich für seine Tochter jedoch eine Karriere als Pianistin. Die Mutter dagegen, selbst Naturwissenschaftlerin, fördert Amelies Neigung für die Welt der Zahlen und Formeln. Schon bald sieht sich Amelie, die Mathematik studieren will, Zwängen und Vorurteilen ausgesetzt, nur weil sie in Bereiche vorstoßen möchte, in denen Männer noch immer das Sagen haben.

"Was will Amelie?" ist die Geschichte für eine Daily, die vielleicht schon bald im deutschen Fernsehen zu sehen sein könnte. Geschrieben hat sie Brigitte Drodtloff. Mit ihr beteiligte sich die Münchner Drehbuchautorin an EuroWistdom, einem Wettbewerb, bei dem Drehbuchautoren europaweit aufgerufen waren, Filme, Serien oder Daily Soaps zu entwickeln, in denen die weiblichen Helden einmal nicht eine Krankenschwester geben, sondern Ingenieurin oder Informatikerin sind, also einen technisch-naturwissenschaftlichen Beruf ausüben.

Amelies Geschichte gehört zu jenen sieben Exposés, die von einer international besetzten Jury unter 90 eingereichten Beiträgen als die besten ausgewählt und mit jeweils 7000 Euro prämiert wurden.

Das von der Europäischen Kommission geförderte EuroWistdom-Projekt wird von der Femtec, dem Hochschulkarrierezentrum für Frauen an der TU Berlin, gemeinsam mit Partnern aus Großbritannien, Belgien, Frankreich und Slowenien durchgeführt. Ziel ist es, über weibliche Rollenvorbilder in unterschiedlichsten TV-Formaten mehr Schülerinnen für Technik und Wissenschaft zu begeistern. "Es gibt ein eklatantes Missverhältnis zwischen der Bedeutung, die Wissenschaft und Technik für ein besseres Leben der Menschen haben, und dem  Image dieser Berufe unter Jugendlichen. Gerade Jugendliche aus den Industrienationen, von denen nach wie vor die entscheidenden technologischen Impulse ausgehen, halten Wissenschaft und Technik für ein wenig interessantes Berufsfeld. Ingenieurin zu werden ist so ziemlich das Uncoolste, was es für Mädchen - auch hierzulande - geben kann", sagt Dr. Marion Esch von Femtec.

Femtec will dieses Image ändern, ist neue Wege gegangen und hat Produzenten und Drehbuchautoren mit Wissenschaftlern ins Gespräch gebracht. TU-Präsidentent Kurt Kutzler lud zahlreiche Autoren zur Langen Nacht der Wissenschaften an die TU Berlin ein. Mit dem Wettbewerb will Femtec zeigen, dass Fernsehfilme und -serien auch dann spannend sein können, wenn sie in einem Forschungslabor spielen.

Das haben sich die Drehbuchautoren Aje Brücken und Raimund Maessen auch gesagt und reichten eine Skizze ein, in der eine junge Ingenieurin in einem Entwicklungslabor eines Autokonzerns sich gegen die kleinen und gemeinen Macken ihrer Kollegen und Chefs behaupten muss, und dies in einer Situation, in der das Team in einem nervenaufreibenden Konkurrenzkampf mit anderen Forschern um einen zeitgemäßen City-Flitzer steht. Auch dieses Exposé gehört zu den sieben ausgezeichneten.

Dass eine solche Serie die Macht hat, einen solchen Imagewandel zu bewirken, steht für Brücken und Maessen außer Zweifel. Nur die Sender, so Aje Brücken, müssten nun davon überzeugt werden, dass eine Ingenieurin nicht a priori ein Quotenkiller ist, sondern durchaus Quote bringen kann.

Sybille Nitsche / Quelle: "TU intern", 7/2007

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