direkt zum Inhalt springen

direkt zum Hauptnavigationsmenü

Sie sind hier

TU Berlin

Page Content

There is no English translation for this web page.

Forschung

Piloten halten Abstand

Montag, 18. Juni 2007

Übernimmt die Besatzung beim Landen Aufgaben der Fluglotsen, spart das Kerosin

TU Berlin. Im Cockpit: Zwölf Testpiloten trainierten im TU-Flugsimulator
Lupe

Die Vorteile wären enorm: Pro Dreiviertelstunde könnten ein oder zwei Flugzeuge mehr landen, ein bis zwei Prozent Kerosin könnten eingespart werden, weniger Kohlendioxid würde in die Luft geblasen. Vorausgesetzt, ein neues Konzept der europäischen Flugsicherungsorganisation Eurocontrol wird umgesetzt.

Es sieht vor, dass der Fluglotse den Piloten beim Landeanflug nicht mehr wie bisher ständig über den Abstand zu einem ihm vorauslandenden Jet informiert, sondern nur einmal - und der Pilot dann selbstständig den Abstand kontrolliert. Ob Piloten jedoch zuverlässig das Einhalten des Sicherheitsabstandes übernehmen können, wurde nun an der TU Berlin untersucht.

Unter Leitung von Prof. Gerhard Hüttig haben Oliver Lehmann und Thomas Pütz am Institut für Luft- und Raumfahrt/Fachgebiet Flugführung und Luftverkehr zusammen mit Piloten der Fluggesellschaften Lufthansa, Air France und LTU sowie Airbus-Testpiloten das neue Konzept von Eurocontrol auf Herz und Nieren getestet. Möglich ist das, weil die TU Berlin über einen Flugsimulator verfügt, mit dem die Verhältnisse zwischen einem echten Flugzeug-Cockpit und der Flugsicherung zuverlässig simuliert werden können.

Zwölf Piloten haben die Tests absolviert und waren von dem neuen System überzeugt.

Im neuen Verfahren sagt der Lotse dem Piloten beim Einfädeln, er solle einen bestimmten Abstand von zum Beispiel 90 Sekunden einhalten. Je nach Geschwindigkeit entspricht das zwischen vier und acht nautischen Meilen oder sieben bis 15 Kilometern. Da die laufenden Funksprüche zum Beschleunigen oder Abbremsen entfallen, hat der Pilot mehr Zeit, sich um den Flug und den richtigen Sicherheitsabstand zu kümmern.

Trotzdem behält der Lotse die Verantwortung: Auf seinem Radarschirm sieht er, ob die Abstände richtig eingehalten werden. Ist das nicht der Fall, mahnt er den Piloten. Das passiert logischerweise erheblich seltener als die bisherigen laufenden Kursanweisungen. Das neue Verfahren aber bietet neben dieser Entlastung des Lotsen weitere Vorteile: Statt des Lotsen allein kontrolliert nun auch der Pilot den Abstand. Das erhöht die Sicherheit. Der Paketdienst UPS jedenfalls testet ein ähnliches System bereits in den USA.

Roland Knauer / Quelle: "TU intern", 6/2007

Zusatzinformationen / Extras

Quick Access:

Schnellnavigation zur Seite über Nummerneingabe

This site uses Matomo for anonymized webanalysis. Visit Data Privacy for more information and opt-out options.

Diskutieren Sie mit

Schreiben Sie uns
Ihre Meinung