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TU Berlin

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Forschung

Der "Blue Tiger" faucht jetzt leiser

Montag, 16. Juli 2007

TU-Wissenschaftler entwickeln Lärmminderungsmaßnahmen für Großdiesellokomotiven

Ein "Blue Tiger" der Havelländischen Eisenbahn
Havelländische Eisenbahn. Neuerdings leiser: ein „Blue Tiger“ der Havelländischen Eisenbahn im Morgennebel
Lupe

"Blue Tiger" fährt direkt durch Rübeland. Vorbei an kleinen Cafés und Geschäften. Dabei ist der fast 130-Tonner nicht zu überhören. Die Diesellok ist laut, die Anwohner des Urlaubsortes im Harz verärgert.

Seit 2006 gelten in Europa neue Lärmgrenzwerte für neue Schienenfahrzeuge. Für die Havelländische Eisenbahn, ein kleines Bahnunternehmen in Berlin-Spandau, die vier Großdieselloks des Typs "Blue Tiger" unterhält, waren Unmut und die neuen Bestimmungen Anlass, sich an die Wissenschaftler des Fachgebietes Schienenfahrzeuge der TU Berlin zu wenden, um ihre "Blue Tiger" leiser zu machen. Daraus wurde ein Forschungsprojekt, das nun nach einem Jahr abgeschlossen wird. Es wurde vom Bundesumweltministerium mit 73000 Euro gefördert, da es sich um Maßnahmen für Fahrzeuge aus dem Bestand handelt. Gesucht wurden Lösungen, wie solche Schienenfahrzeuge kostengünstig umgerüstet werden können.

"Messungen haben ergeben, dass nicht der Dieselmotor die dominierende Lärmquelle ist. Der ist ziemlich gut ‚verpackt'. Es sind vielmehr die beiden Nebenaggregate wie der Kolbenkompressor und die Kühlerlüfter, welche lediglich durch ein Gitter verkleidet auf der Lok montiert sind", erklärt Christian Czolbe, der unter Leitung von Professor Markus Hecht das Projekt durchführte. Beim Kompressor ist es ein blubberndes tieffrequentes Ansauggeräusch, bei den Lüftern ein Pfeifen und Rauschen, was es zu eliminieren galt.

Die Kühlertüren werden nun mit lärmabsorbierenden Metalljalousien verkleidet, die im industriellen Anlagenbau bereits angewendet werden. Und um die tieffrequenten Ansauggeräusche des Kompressors zu minimieren, wird ein spezieller kleinvolumiger Schalldämpfer installiert. Czolbe: "Dieser Schalldämpfer bewirkt, dass das Standgeräusch bei laufendem Kompressor nur noch 74,4 Dezibel beträgt. Damit liegt es unter dem seit 2006 zulässigen EU-Wert von 75 Dezibel. Ohne Schalldämpfer wurden 77,1 Dezibel gemessen." Das Ziel ist also erreicht.

"Die Kosten für die Umrüstung belaufen sich auf etwa 47000 Euro pro Lok, sicherlich keine ,Peanuts'. Aber für die Anschaffung einer neuen Diesellok müssten immerhin 2,3 Millionen Euro investiert werden", sagt Czolbe.

Sybille Nitsche / Quelle: "TU intern", 7/2007

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