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TU Berlin

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Alumni

Zukunftsperspektive für Geflüchtete

Online-Lernplattform für Lernende in und aus arabischen Ländern

Alumnus Fadi Alshalabi (r.) und sein Mitgründer Jürgen Werner stellten "Niuversity" beim zehnten Alumni.Angel.Abend am 13. Dezember 2017 vor
Lupe

Fertigkeiten, die für zukünftige Entrepreneure wichtig sind, werden an der "Niu­versity" in virtuellen Klassenzimmern vermittelt: Grafikdesign, die Analyse großer Datenmengen oder auch Englisch. Die Unterrichtssprache ist Arabisch, ein Hochschulabschluss ist nicht erforderlich. Alles, was man braucht, ist ein Computer mit Zugang zum Internet. Das Besondere: Die Teilnehmer*innen werden in das Lerngeschehen eingebunden, müssen Aufgaben bearbeiten und erhalten Feedback. Nach erfolgreichem Abschluss des Kurses werden sie mit potenziellen Arbeitgebern in der ganzen Welt in Kontakt gebracht, für die sie aus der Ferne tätig sein können. Gegründet wurde die Plattform von dem gebürtigen Syrer und TU-Alumnus Dr. Fadi Alshalabi zusammen mit Dr. Jürgen Werner, dem ehemaligen Vizerektor für akademische Angelegenheiten der German University of Technology in Oman. Anfang März ist der voraussichtliche Starttermin.

Fadi Alshalabi hatte selbst in Damaskus, Minnesota und Edinburgh studiert und war im Jahr 2005 der bisher jüngste Director of International and Cultural Relations der Universität Damaskus geworden, hatte aber auch schon Kontakte nach Deutschland. Berufsbegleitend promovierte er an der Universität Kassel zum Thema "Internationaliza­tion of Higher Education". Der Ausbruch des Krieges in Syrien im Jahr 2011 erschwerte sein Leben zunehmend: "Ich habe zwei Bombenanschläge im Zentrum von Damaskus unversehrt überlebt. Wenn ich mich morgens vor der Arbeit von meiner Familie verabschiedete, wusste ich nicht, ob es vielleicht das letzte Mal sein würde." Mithilfe eines Stipendiums kam Fadi Alshalabi 2014 als Gastwissenschaftler an die TU Berlin. Fast zwei Jahre lang forschte er zu ERASMUS-Austauschprogrammen und ihrem Einfluss auf die Universität und konnte auch seine Familie bald nachholen.

Als im Jahr 2015 viele Geflüchtete nach Berlin kamen, verteilte Fadi Alshalabi Lebensmittel und Kleidung an die Wartenden vorm Landesamt für Gesundheit und Soziales. Eines Tages kam es zu einem unerwarteten Wiedersehen. "In der Schlange sah ich plötzlich eine Gruppe meiner ehemaligen Studierenden. Sie hatten Damaskus verlassen müssen und waren nun als Geflüchtete in Berlin. Das war ein unheimlich emotionaler Moment!" In vielen Gesprächen nannten die geflüchteten jungen Menschen immer wieder ein Problem: Sie wollten arbeiten und ihre Familie unterstützen, hatten jedoch oft weder die erforderlichen Sprachkenntnisse noch das Fachwissen oder das Selbstbewusstsein. "Im Prinzip war das die Geburtsstunde von ‚Niuversity'. Ich wollte schon immer ein System entwickeln, das unterschiedliche Lerntypen respektiert und individuelles Lernen zulässt. Damit gleichzeitig jungen Geflüchteten eine Zukunftsperspektive zu geben, machte das Vorhaben umso sinnvoller."

Doch von der Idee bis zur Umsetzung der Plattform waren einige Herausforderungen zu meistern: Er nahm an einem Business-Bootcamp teil, verkaufte sein Haus in Syrien für das notwendige Startkapital und suchte nach einem passenden Namen für die Lernplattform. "Die Idee für ‚Niuversity' kam mir eines Abends im Bett, als ich darüber nachdachte, was das charakteristische Merkmal der Lernplattform ist: Education in a new way."

Für 2018 hat Fadi Alshalabi große Pläne: "Wir haben eine Vereinbarung mit dem Telekommunikationsunternehmen Cisco abgeschlossen, um dessen Trainings zukünftig über unsere Plattform anbieten zu können. Darüber hinaus sind wir auf der Suche nach Investoren. Ich hoffe, dass es ein erfolgreiches Jahr für ,Niuversity' wird."

www.niuversity.com

Juliane Wilhelm, "TU intern" 19. Januar 2018

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