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TU Berlin

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Alumni

Stadtbegrünung in den Metropolen Chinas

Freitag, 26. Juli 2013

Shao Yaohui sucht einen Ausweg aus der Monotonie des chinesischen Städtebaus

Shao Yaohui an der „Flamme“ vor dem TU-Architekturgebäude. Sie untersucht ökologische und kulturelle Aspekte der Stadterneuerung in China
Lupe

Als Erstes fiel Dr. Shao Yaohui in Berlin das dichte Grün auf. Diese Üppigkeit, die Gestaltungsvielfalt und die Qualität der Parkpflege waren eine Überraschung für sie. Nach Berlin war sie 2006 mit einem Stipendium der Provinzregierung Jiangsu als Gastwissenschaftlerin für einen einjährigen Forschungsaufenthalt an der Fakultät VI Planen Bauen Umwelt der TU Berlin gekommen. Von hier aus will sie ökologische und kulturelle Aspekte der Stadterneuerung chinesischer Städte untersuchen.

Sie hatte als Architektin und Stadtplanerin in einem Architektenbüro und als Hochschuldozentin für Architektur an der Universität der Millionenstadt Nantong an der Mündung des Jangtsekiang gearbeitet.

Die Verbindung zu den TU-Professoren Johannes Küchler, Fachgebiet Geschichte und Theorie der Landschaftsentwicklung, und Klaus Zillich, Fachgebiet Städtebauliches Entwerfen und Architektur der TU Berlin, hatte der Senior der chinesischen Architektur, Professor Wu Liangyong von der Qinghua-Universität Beijing, hergestellt. Wu Liangyong ist selbst ein glühender Verfechter der Stadtbegrünung und hatte Shao Yaohui auf die städtebaulichen Verdienste des Reformpolitikers und Sozialphilosophen Zhang Jian (1853–1926) hingewiesen. Über Zhang Jians Schriften und angeregt von Johannes Küchler fand Shao Yaohui zu den zentralen Fragestellungen ihrer Forschungsarbeiten: Inwieweit hat die stürmische Urbanisierung in China den Blick auf die traditionelle chinesische Garten- und Parkkultur verdeckt? Sind die Vorbilder jenes eigenständigen Gestaltungsbereichs, der als Chengshi Yuanlin (Stadtbegrünung) neuerdings in der Stadtplanung eine wichtige Rolle spielt, in der westlichen oder in der japanischen Stadtplanung zu suchen, oder ist das reiche grüne Erbe Chinas mit dem Ende des Kaiserstaates doch nicht ganz so folgenlos verschwunden?

Im Laufe ihrer wissenschafts- und stadthistorischen Untersuchungen rückte der Einfluss von Zhang Jian auf die Stadtgestaltung von Nantong immer mehr in den Mittelpunkt des Forschungsinteresses Shao Yaohuis. So widmete sie ihre Dissertation „Der grüne Beitrag zum Gesamtkunstwerk Nantong: Zhang Jian und die Anfänge der modernen Landschaftsgestaltung in China“ diesem universalen Gestalter und prominenten Zeugen der chinesischen Zeitwende Anfang des 20. Jahrhunderts. Die systematische Auswertung der Quellen lieferte zum einen den Beweis, dass sich Zhang Jian als Reformer den unterschiedlichsten Aspekten von Stadtgrün, wie zum Beispiel Naherholungsgrün, Flurschutzgehölze oder Neulanderschließung, gewidmet hatte, zum anderen führte sie zu dem Ergebnis, dass die Promotionsarbeit eine nachprüfbare kartografische Dokumentation enthält, die mit Unterstützung des Kartografieverbundes der TU Berlin erstellt wurde. Die 2012 abgeschlossene Dissertation wurde so zu einem wichtigen Beitrag zur praktischen Denkmalpflege in Nantong.

Die chinesische TU-Alumna wies außerdem nach, dass die ideengeschichtlichen Wurzeln des Stadtgrüns in China zum großen Teil in den klassischen Vorbildern der Shanshui- oder der Tianyuan-Traditionen zu finden sind. Die Wiederbelebung des kulturellen chinesischen Erbes könnte ihrer Meinung nach ein Ausweg aus der Monotonie des heutigen Städtebaus in China sein.

Das Nantong-Museum von Zhang Jian war das erste Museum Chinas
Lupe
Christiane Petersen / Quelle: Hochschulzeitung "TU intern", 7/2013

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