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Mit der Alexander von Humboldt-Stiftung an der TU Berlin

Freitag, 26. Juli 2013

Trinkwasser ohne Gift

Martin Reinhard optimiert Verfahren zur Wasserreinhaltung

Martin Reinhard lehrt und forscht an der National University Singapore
Lupe

„Das Institut für Technischen Umweltschutz der TU Berlin ist eines der führenden Laboratorien in der Entwicklung und Anwendung von Technologien zur Trinkwasseraufbereitung und Schadstoffentfernung – das hat mich natürlich gereizt und hergeführt“, sagt Martin Reinhard. Kein Wunder, ist er doch selbst einer der international führenden Köpfe auf dem Gebiet der Abwasserreinigung und des Gewässerschutzes. Der Chemieprofessor forschte und lehrte mehr als 30 Jahre an der Stanford University im Department of Civil and Environmental Engineering zum Wasserrecycling und zur Sanierung in Fällen der Grundwasserverschmutzung. Er wurde mit einem Alexander von Humboldt-Forschungspreis ausgezeichnet und forscht für einige Monate in der Arbeitsgruppe von Prof. Dr.-Ing. Martin Jekel im TU-Fachgebiet Wasserreinhaltung. Seit Anfang dieses Jahres lehrt und forscht der Umweltchemiker an der National University von Singapur, wo er sich insbesondere mit dem Verhalten von Schadstoffen im urbanen Wasserkreislauf beschäftigt. „Die Probleme, die sich stellen, sind in den Metropolen Berlin und Singapur ähnlich“, erklärt er. „Beide müssen mit einem limitierten Wasservorkommen eine wachsende Bevölkerung versorgen. Und in den urbanen Gewässern werden heute viele biologisch aktive und sogar toxische Substanzen gefunden, die nicht ins Trinkwasser gelangen dürfen.“ Das Interesse des Chemikers, der 1977 an der ETH Zürich promovierte und heute mit 6000 Zitationen (2013) einer der meistzitierten Wissenschaftler seines Faches ist, gilt deshalb auch der Entwicklung und Anwendung von hochempfindlichen und effizienten Messmethoden, um die winzigen Stoffmengen im Wasser überhaupt aufzuspüren. Vor allem arbeitet er mit Massenspektroskopie und der Verbesserung hochauflösender Gas- und Flüssigchromatografie.

„Mit diesen Methoden können wir Hunderte von verschiedenen Spurenstoffen in kleinsten Konzentrationen analysieren.“ Mit kleinsten Konzentrationen meint Martin Reinhard eine Menge von 10–9 Gramm pro Liter. Wie sich diese Stoffe in natürlichen Gewässern sowie in biologischen und fotochemischen Selbstreinigungsprozessen in Flüssen und Seen verhalten, ist ebenfalls Gegenstand seiner Forschung. Denn der Masse der heute anfallenden Pharmaka, Biozide und Tenside wird die Natur nicht Herr. Sie braucht Unterstützung. Viel verspricht man sich heute von Wasseraufbereitungsverfahren mit Aktivkohle und Ozon. Die Grundlagen zu erweitern, um diese Verfahren bis zum notwendigen Wirkungsgrad zu optimieren, ist das konkrete Ziel seiner Zusammenarbeit mit seinem Kollegen Martin Jekel an der TU Berlin.

Patricia Pätzold / Quelle: Hochschulzeitung "TU intern", 7/2013

Natürliche Mittel gegen Krebs

Muna Abdalla arbeitet mit Bakterien- und Pilzstämmen aus dem Sudan

Muna Abdalla kommt von der University of Khartoum im Sudan
Lupe

Wenn man Dr. Muna Ali Abdalla das erste Mal begegnet, vermutet man kaum, dass sie eine qualifizierte und erfolgreiche Naturwissenschaftlerin ist, so anmutig und bescheiden tritt sie auf. Mit einem Georg Foster-Forschungsstipendium der Alexander von Humboldt-Stiftung kam die Leiterin des Zentrallabors für Analytische Chemie des Shambat Campus der University of Khartoum auf Einladung von Prof. Dr. Roderich Süßmuth an den TU-Fachbereich für Organische Chemie. Ihr Forschungsgegenstand auf dem Gebiet der Chemie der natürlichen Stoffe ist die Isolierung und Strukturanalyse von bioaktiven Sekundärmetaboliten aus Mikroorganismen. Es gilt, neue natürliche Verbindungen zu finden, die helfen, Mittel gegen Krebs, Malaria, HIV und weitere virale, bakterielle oder fungale Infektionen zu gewinnen.

Muna Abdalla arbeitet schon seit Jahren auf diesem Gebiet: „Der Nutzen natürlicher Produkte für den produzierenden Organismus ist immer noch unklar. Während bislang eine anthropogene Sicht bevorzugt wurde, der zufolge Sekundärmetaboliten Teil eines Abwehrmechanismus sind, scheinen natürliche Produkte eher das Vokabular in einem Kommunikationssystem zu sein, bei dem die Ökologie die Grammatik darstellt. Es ist anzunehmen, dass alle natürlichen Produkte eine wesentliche Funktion im jeweiligen Biotop haben. Um diese Aktivität vorherzusagen, scheinen die einzigen Möglichkeiten Stichprobenuntersuchungen zu sein.“

Während ihres Forschungsaufenthaltes an der TU Berlin arbeitet Muna Abdalla als Teil der Arbeitsgruppe von Professor Roderich Süßmuth sowohl an der Isolierung und Charakterisierung neuer Verbindungen aus Streptomyces-Stämmen als auch an der von Metaboliten aus sudanesischen endophytischen Mikroben. Dafür hat sie Bakterien- und Pilzstämme aus sudanesischen Heilpflanzen, die schon seit Jahrhunderten in der traditionellen Medizin zur Behandlung von Krankheiten verwendet werden, isoliert. Von diesen werden größere Extrakte für die chromatografische Analyse und weitere spektroskopische Techniken präpariert, um die neuen bioaktiven Strukturen aufzuklären.

Dr. Muna Abdalla spricht gut Deutsch und liebt die deutsche Kultur. Während ihres vom Deutschen Akademischen Austauschdienst unterstützten Aufenthaltes in Göttingen hat sie mit ihrem betreuenden Professor, dem Chemiker Hartmut Laatsch, fast ausschließlich Deutsch gesprochen. Für sie ist es heute eine Selbstverständlichkeit, die wissenschaftliche Zusammenarbeit mit ihren Berliner Partnern auch nach ihrer Rückkehr an die University of Khartoum fortzuführen.

Christiane Petersen / Quelle: Hochschulzeitung "TU intern", 7/2013

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