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TU Berlin

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Alumni

Wohnen in Gemeinschaft

Freitag, 17. Mai 2013

860 Studierende aus rund 30 Ländern leben in dem Wohnprojekt "Studentendorf Schlachtensee" – Alumnus Andreas Barz hat es neu organisiert

Lupe

Als Andreas Barz vor zwölf Jahren das Studentendorf Schlachtensee (Foto rechts) besuchte, wäre ihm nicht im Traum eingefallen, dass es ihn bis zum heutigen Tag so in Beschlag nehmen würde. Um das Studentendorf stand es damals sehr schlecht und Andreas Barz war auf der Suche nach spannenden Projekten. Nach Abschluss seines Studiums der Stadt- und Regionalplanung an der TU Berlin im Jahr 2001 war er auf der Suche nach einem Job.

Das Studentendorf war vollkommen heruntergewirtschaftet, von Grund auf sanierungsbedürftig, es lebten nur noch 20 Bewohner in der Anlage, die ursprünglich von 1060 Personen bewohnt war. Und das Schlimmste: Das Land Berlin wollte das Grundstück verkaufen und die 28 Häuser abreißen lassen. Aber es gab Widerstand aus den Reihen der noch dort lebenden Bewohner. "Dass sich die studentischen Bewohner für ,ihr Dorf' so stark engagierten, beeindruckte mich sehr", sagt Barz, der durch einen Job im Architekturbüro der beiden TU-Absolventen Silvia Carpaneto und Christian Schöningh zum Studentendorf kam. Die beiden Architekten waren involviert in die Arbeitsgemeinschaft "Studentendorf Schlachtensee", die an einem Rettungskonzept für das Areal arbeitete. Die Gründung einer Genossenschaft im Jahr 2002, an der Barz maßgeblich beteiligt war, führte schließlich zur Rettung der Anlage. Seit 2004 ist Andreas Barz Vorstand der Studentendorf Schlachtensee eG. Dass die Genossenschaft seither erfolgreich arbeitet, lässt sich im Studentendorf, das seit 2006 als "nationales Kulturdenkmal" gilt, direkt besichtigen. Von den insgesamt 28 Häusern sind mittlerweile sieben modernisiert. "Jedes Jahr sanieren wir zwei Häuser. Mit dieser Methode schaffen wir es, finanziell gut über die Runden zu kommen."

Die unterschiedlichen Wohnmodelle in der Anlage reichen vom Einzelzimmer über größere Apartments mit Bad und Küche bis zu Wohngemeinschaften, in denen drei Studierende Küche und Bad teilen. Außerdem gibt es Gemeinschaftsräume und einen 45 000 Quadratmeter großen Garten. "Der Begriff ,Wohnheim' führt in die Irre. Im Studentendorf handelt es sich immer um selbstbestimmte Wohngruppen, die keiner Heimleitung bedürfen. Das haben schon die US-Amerikaner, die das Studentendorf dem Land Berlin schenkten, bewusst so in die Gründungsakte geschrieben. Die Gemeinschaftsidee zählt bis heute", erklärt Andreas Barz. Er räumt ein, dass sich die Bedürfnisse der jungen Bewohnerinnen und Bewohner grundlegend geändert haben. Viele wohnen nur für ein Semester hier, das lässt nicht immer ein Gemeinschaftsgefühl aufkommen. Auch die internationale Zusammensetzung der Bewohnerinnen und Bewohner ist eine Herausforderung. "Wer aus Indien kommt, hat mitunter andere Gewohnheiten als jemand aus der Türkei. Das kann beim Kücheputzen schon mal zu einem Problem führen. Aber wenn man auf andere eingeht, lässt sich alles irgendwie lösen. Heute leben hier 860 Studierende aus rund 30 Ländern bestens zusammen", sagt Barz. Die vergangenen zehn Jahre des "Studentendorfs Schlachtensee" sind eine Erfolgsgeschichte. Und die Idee des Genossenschaftsmodells funktioniert: Zurzeit wird der Neubau eines Studentendorfs in Adlershof realisiert und 2009 übernahm die Genossenschaft die Geschäftsführung des Internationalen Begegnungszentrums der Wissenschaft e.V. (IBZ). Fazit: Das Studentendorf Schlachtensee begeistert Andreas Barz bis heute.

Bettina Klotz
Lupe

"Das meiste, was ich beruflich kann, habe ich meiner Ausbildung an der TU Berlin zu verdanken. Daher werde ich die Rückmeldegebühren, die mir nach dem Beschluss des Bundesverfassungsgerichts aus meiner Studienzeit von 1996 bis 2001 zustehen, dem Deutschlandstipendium an der TU Berlin spenden."

Andreas Barz

Quelle: Hochschulzeitung "TU intern", 5/2013

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