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TU Berlin

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Alumni

Eine maßgeschneiderte Software für Bauingenieure

Montag, 19. November 2012

Irina Bilchuk promovierte an der TU Berlin und will mit ihrem Wissen Probleme der russischen Infrastruktur lösen

Die Bauingenieurin und TU-Alumna organisierte die weltgrößte Bauinformatik-Konferenz an der Bauuniversität in Moskau
Lupe

Alle zwei Jahre treffen sich Bauingenieure an verschiedenen Orten der Welt zur größten internationalen Konferenz im Bereich Bauinformatik. Es geht um den Austausch von Erfahrungen bei der Anwendung von Informatik sowie Informations- und Kommunikationstechnologie im Bereich Bauingenieurwesen. Die russische Bauingenieurin Dr. Irina Bilchuk hat entscheidend dazu beigetragen, dass die 14th International Conference on Computing in Civil and Building Engineering im Juni 2012 an die Bauuniversität Moskau, die nationale Forschungsuniversität für Bauingenieurwesen, kam.

Nicht nur die internationale Gesellschaft für Bauinformatik, sondern auch die Leitung der Bauuniversität und vor allem die russische Regierung mussten davon überzeugt werden, dass die Bauuniversität der ideale Veranstalter der Konferenz sei. Per geheime Abstimmung votierten die Mitglieder der International Society for Computing in Civil and Building Engineering auf der Konferenz in Beijing 2008 mit einer Stimme Mehrheit für den Veranstaltungsort Moskau, obwohl mit Florida in den USA eine attraktive Alternative zur Wahl stand. Für Dr. Bilchuk und ihre Kollegen in der Bauinformatik war dies eine gewaltige Herausforderung. Als Executive Secretary erhielt sie die Aufgabe, Referenten auszuwählen, Beiträge zu sammeln, Gutachter einzuladen und Entscheidungen vorzubereiten. Zwei Jahre lang hat sie die Konferenz in leitender Funktion mit vorbereitet und kann heute voller Stolz sagen: „Es war ein voller Erfolg!“
Als russische Bauingenieurin träumt Irina Bilchuk einen großen Traum. Die riesige geografische Ausdehnung des Landes mit extremen klimatischen Bedingungen, die Vielfalt des historischen Hintergrundes und Ausbildungstandes der Bevölkerung sowie das breite Spektrum und der Umfang der zu lösenden Aufgaben stellen hohe Anforderungen an das Bauen in Russland. Irina Bilchuk hat in ihrer Berufstätigkeit früh erkannt, dass es wegen der Umstände in Russland besonders wichtig ist, die Bauwerke durch Einsatz der Bauinformatik besser, schneller und wirtschaftlicher als bisher zu planen, zu errichten und zu nutzen.

Als Beispiel nennt sie das Zollwesen, das zentral von einem Moskauer Ministerium geleitet wird, dem die zahlreichen Zollstationen an der endlosen russischen Grenze unterstehen. Die Gebäude müssen für die darin ablaufenden vereinheitlichten Prozesse unter Beachtung höchst unterschiedlicher Bedingungen geplant, errichtet und genutzt werden. Irina Bilchuk hat erkannt, dass diese Anforderungen nur mit einer wissenschaftlich fundierten Informations- und Kommunikationssoftware erfüllbar sind.

Es war ein glücklicher Umstand, dass Irina Bilchuk im Jahr 2000 im Rahmen einer Wissenschaftskooperation auf den Bauinformatiker Prof. Dr. Peter Jan Pahl von der TU Berlin traf. An der TU Berlin arbeitete man bereits an den wissenschaftlichen Grundlagen von Modulen für Informationssysteme mit völlig neuen Eigenschaften. Es geht darum, Module zu entwickeln, die vielseitig kombinierbar und erweiterbar sind, schnell spezifische Anforderungen erfüllen und zu Software-Systemen zusammengestellt werden können, die unterschiedlichsten Aufgaben gerecht werden.

Diese Art Forschung kam Irina Bilchuks Vorstellungen sehr entgegen. Die DFG bewilligte für sie in der Arbeitsgruppe von Professor Pahl ein mehrjähriges Forschungsvorhaben, in dem sie wissenschaftliche Grundlagen zur Lösung der Aufgaben in Russland erarbeitete. Ihre Arbeiten befassen sich vorrangig mit dem Modellieren von Bauwerken und den darin ablaufenden Prozessen. Sie erstrecken sich von Theorien wie der dreidimensionalen Topologie der Bauwerke über Datenstrukturen und Algorithmen bis hin zu ingenieurgerechten grafischen Benutzeroberflächen.

Nach der Promotion mit Auszeichnung an der TU Berlin hat Irina Bilchuk an der Bauuniversität Moskau und an anderen Universitäten, beispielsweise in Wolgograd, die Übertragung ihres Wissens auf russische Studierende und Kollegen in Angriff genommen und die Voraussetzungen für die Fortsetzung der wissenschaftlichen Zusammenarbeit mit Prof. Dr.-Ing. Wolfgang Huhnt, dem Nachfolger von Professor Pahl, geschaffen. Irina Bilchuk ist heute eine international hoch angesehene Wissenschaftlerin und Expertin für Bauinformatik.

Christiane Petersen / Quelle: Hochschulzeitung "TU intern", 11/2012

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