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TU Berlin

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Alumni

Kleine Boje – große Wirkung

Freitag, 13. Juli 2012

TU-Alumnus Bernard Kryszak erstellt Strömungsanalysen für die deutschen Olympia-Segler

Strömungen spielen beim Kampf um Medaillen eine große Rolle. Bernard Kryszak liefert die Daten
Lupe

Der Laptop von Dr. Bernard Kryszak unterscheidet sich deutlich von herkömmlichen Modellen. Er ist eher kompakt, aus einer Metall-Legierung, spritzwassergeschützt und man sieht ihm an, dass er viel benutzt wird. Zum Einsatz kommt er beispielsweise in diesen Wochen in Weymouth, dem Segelrevier der Olympischen Spiele 2012 in England.

Hier liefert er dem „Audi Sailing Team Germany“ wichtige Daten. Beim Segeln geht es nicht nur um günstigen Wind, sondern auch darum, was unter der Wasseroberfläche passiert. Strömungen spielen beim Kampf um Medaillen eine wichtige Rolle. Und diese hat TU-Alumnus Bernard Kryszak im Visier. Er gehört seit 2010 zum Technik-Team der deutschen Olympia-Segler und ermittelt über eine von ihm entwickelte Treibboje die Strömungen in den unterschiedlichen Segelrevieren. Der 40-Jährige passt mit seinen Kompetenzen perfekt zu dieser Aufgabe. „Ich bin sozusagen auf einem Segelboot groß geworden. Meine Eltern waren passionierte Segler und ich habe meine gesamte Kindheit und Jugend quasi auf Segelbooten verbracht“, sagt Bernard Kryszak. Daneben hat er sich immer schon für Technik interessiert und studierte Elektrotechnik an der TU Berlin. Nach der Promotion im Jahr 2002, die er in England am Manchester Institute of Science and Technology abschloss, beschäftigte er sich beruflich die vergangenen zehn Jahre mit Energiesystemen und weniger mit Strömungen. Parallel zu seiner Arbeit gehörte das Segeln jedoch weiterhin zu seinem Leben. Er war auf verschiedenen Regatta-Booten für Navigation und Technik zuständig. Die Auseinandersetzung mit Strömungen gehörte ständig dazu. Zur Messung von Strömungen entwickelte er eine spezielle Boje, die eher wie ein Stab aussieht und gänzlich unter Wasser liegt. „Wir fahren das jeweilige Segelrevier im Vorfeld einer Regatta mehrfach ab. Dabei lassen wir die Boje an markanten Stellen der Strecke zu Wasser, wo sie die Strömungen misst und per Funk die Daten auf meinen Rechner sendet“, erklärt Kryszak.

Im Olympiarevier von Weymouth verändern sich halbstündlich, abhängig von den Gezeiten, die Strömungsgeschwindigkeiten. „Die maximale Strömung überschreitet zwei Knoten, das sind 60 Meter pro Minute“, so Kryszak. Durch regelmäßige Messfahrten kann er das Revier vorab analysieren und Strömungsvorhersagen erstellen, die wiederum für den Trainer wichtige Informationen liefern. „Beim Segeln gibt es sehr viele und sehr unterschiedliche Parameter, die berücksichtigt werden müssen. Es ist ein Hightech-Sport, bei dem man möglichst wenig dem Zufall überlassen sollte“, so Kryszak. Immerhin hat sich das deutsche Segelteam hohe Ziele gesetzt: Man möchte zwei olympische Medaillen nach Hause bringen. Am 23. Juli macht sich Bernard Kryszek auf den Weg nach England. „Ich habe einfach den optimalen Job gefunden, ich verbinde Hobby und Beruf. Etwas Besseres gibt es nicht.“ Im Gepäck für Weymouth hat er das Stömungsmesssystem „CurrentNow“ und den Laptop, um den Strömungen auf den Grund zu gehen.

Bettina Klotz / Quelle: Hochschulzeitung "TU intern", 7/2012

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