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TU Berlin

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Alumni

50 000 Mahlzeiten pro Tag

Freitag, 11. Mai 2012

TU-Alumnus Deepak Gadhia baut in Indien die weltgrößten Solarkocheranlagen

Lupe

Eigentlich war Deepak Gadhia Mitte der 1980er-Jahre nach Indien zurückgekehrt, um in seinem Heimatland die Hochtechnologien anzuwenden, die er im Studium der Verfahrenstechnik an der TU Berlin kennengelernt hatte. Seine Frau Shirin, die ebenfalls in Berlin studiert hatte, war es schließlich, die ihm die Orientierung für seine berufliche Laufbahn gab: 1. Geschäftlicher Erfolg stellt sich nur dann ein, wenn man einen persönlichen Bezug zu seinem Tun hat, 2. Indien braucht nicht Hochtechnologien, sondern anwendungsbezogene und umweltfreundliche Technik, die hilft, den Alltag der armen Leute auf dem Lande zu erleichtern.

Shirin Gadhia erfuhr durch die Arbeit in ihrer NGO aus erster Hand, welche katastrophalen Umweltschäden das Verbrennen von Holz für den Energiebedarf beim Kochen verursacht. Holz ist in vielen Regionen Indiens sehr knapp, Sonnenenergie hingegen im Überfluss vorhanden. Deepak Gadhia überlegte also, wie eine Kochtechnik aussehen müsste, die Solarenergie und nicht Holz verwendet. Mit einem befreundeten deutschen Techniker entwickelte er einen großen Parabolspiegel, der alle Kochvorgänge spielend meisterte. Mit Hilfe des Spiegels wird das Sonnenlicht auf einen Punkt gelenkt, wo auf einem Gestell ein Kochtopf platziert werden kann. „Nicht schlecht“, urteilten die Dorffrauen, „aber beim Kochen müssen wir draußen in der heißen Sonne stehen und sind zusätzlich dem Licht des Spiegels ausgesetzt. Wir wollen lieber so wie früher in unseren Küchen kochen!“

Also arbeitete Gadhia mit dem deutschen Freund an einer Lösung, wie die erforderliche Energie in die Küche gelenkt werden kann. Sie hatten die Idee, Wärme statt Licht mit Hilfe von Dampf weiterzuleiten, denn zum Kochen braucht man nicht Licht, sondern Wärme. Der indische Solardampfkocher war geboren! Diese Technik war endlich sowohl anwendergerecht als auch umweltfreundlich. Schnell wurde klar, dass das Unternehmen Gadhia Solar nur in Schulen, Ashrams, Dorfgemeinschaften und Tempeln mit Großküchen potenzielle Kunden finden konnte. Besonders Letztere sind finanzstark und müssen täglich Tausende von Mahlzeiten zubereiten. In dem Shirdi-Sai-Baba-Tempel in Ahmednagar, Maharashtra, in der Nähe von Mumbai, werden heute beispielsweise mit 73 Parabolspiegeln à 16 Quadratmeter fast 50 000 Mahlzeiten pro Tag bereitgestellt.

Mit seinen Solaranlagen lindert TU-Alumnus Deepak Gadhia die Armut in seinem Heimatland Indien
Lupe

Im Laufe der Jahre entwickelte Gadhia mit seinen Partnern in Deutschland Solaranlagen mit den unterschiedlichsten Spezialfunktionen: Kochen mit Wasserdampf, Sterilisation von medizinischen Instrumenten, Trinkwassergewinnung durch Mehrwasserentsalzung, Trocknen mit Solartrocknern für landwirtschaftliche Produkte, Müllverbrennung, Raumklimakühlung für Krankenhäuser und auf speziellen Wunsch sogar Leichenverbrennung. Für Deepak Gadhia sind Entwicklung und Produktion von Solaranlagen und ihr Einsatz in den ländlichen Gebieten Indiens stark mit seiner persönlichen Überzeugung verbunden. Es dauerte fast sieben Jahre, bis sich erste Erfolge einstellten. Inzwischen hat er durch sein Engagement viele seiner Landsleute von der Idee einer nachhaltigen Energienutzung überzeugen können. Das Unternehmen Gadhia Solar Energy Systems Pvt. Ltd. wurde 2005 sogar mit dem „Business Leadership Award (Solar Thermal)“ der indischen Gesellschaft für Solarenergie ausgezeichnet.

www.gadhia-solar.com/

Christiane Petersen / Quelle: Hochschulzeitung "TU intern", 5/2012

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