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TU Berlin

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Alumni

„S-Bahn und Berlin gehören untrennbar zusammen“

Mittwoch, 04. April 2012

TU-Alumnus Christian Gaebler beschäftigt sich als Staatssekretär für Verkehr und Umwelt auch mit der Berliner S-Bahn

Christian Gaebler
Lupe

Seit Ende letzten Jahres ist Christian Gaebler Staatssekretär beim Berliner Senator für Stadtentwicklung und Umwelt. Der 1964 in Berlin geborene Gaebler studierte bis 1992 Verkehrswesen an der TU Berlin. Neben zahlreichen politischen Ämtern, die er bisher innehatte, war er zwischen 1996 und 2011 auch Mitglied des TU-Kuratoriums.

Warum haben Sie sich für das Studium des Verkehrswesens entschieden?

Ich habe mich schon immer für Verkehr, insbesondere für den Öffentlichen Personennahverkehr, den ÖPNV, interessiert, wobei es bei mir auch eine „familiäre Vorbelastung“ gibt. Begonnen habe ich mit dem Bauingenieurwesen, aber dann bin ich zum Verkehrswesen gewechselt.


Welche Erinnerung haben Sie an Ihre Zeit an der TU Berlin?

Meine Zeit an der TU Berlin war für mich sehr prägend. Zum einen wegen der fachlichen Ausbildung, zum anderen aber auch wegen meiner hochschulpolitischen Tätigkeit. Hier habe ich viel für meinen weiteren politischen Weg mitnehmen können. Außerdem habe ich viele interessante Menschen kennengelernt.


Bereits im Alter von 17 Jahren wurden Sie Mitglied der SPD. Wie kam es dazu? Gab es einen Auslöser?

Ich war 16 Jahre alt, da wurde Hans-Jochen Vogel abgewählt und die SPD musste in die Opposition gehen. Das war der Anlass, mich aktiv im Rahmen eines Neustarts in der Partei zu engagieren.


Als Staatssekretär sind Sie heute zuständig für Verkehr und Umwelt. Ein großes Thema dabei ist die S-Bahn. Welche Ideen hierfür favorisieren Sie?

Die Zukunft des Berliner S-Bahn-Verkehrs müsse ab 2018 langfristig gewährleitstet und gestaltet werden, so Staatssekretär Christian Gaebler
Lupe

Die S-Bahn und Berlin gehören untrennbar zusammen. Trotz der zahlreichen Bau- und Sanierungsarbeiten, die nötig waren, um die teilungsbedingten Lücken im Netz zu überwinden, gelang es der S-Bahn mit ihrem Angebot und ihrer Zuverlässigkeit, die Berlinerinnen und Berliner von sich zu überzeugen und als Fahrgäste zu gewinnen. Allein zwischen 1995 und 2006 gab es eine Fahrgastzunahme von 53 Prozent, die Zahl der Abo-Kunden hat sich im gleichen Zeitraum sogar fast verdreifacht. Umso dramatischer und unerwarteter war der Einbruch bei der S-Bahn, den wir – die Fahrgäste, die Politik, die Verwaltung – seit 2009 in den verschiedensten Formen und Ausprägungen immer wieder erleben mussten. Wir verfolgen zwei Ziele: Zum einen soll die S-Bahn Berlin GmbH schnellstmöglich wieder die Leistungen erbringen, die die Länder Berlin und Brandenburg bestellt haben. Zum anderen muss die Zukunft des Berliner S-Bahn-Verkehrs für die Zeit ab dem Jahr 2018 langfristig gewährleistet und gestaltet werden. Dabei haben Qualität und Zuverlässigkeit des Angebots oberste Priorität. Dazu wird sich der Senat in künftigen Verträgen insbesondere den Zugriff auf Neufahrzeuge sichern, um nicht erneut in Abhängigkeit vom jeweiligen Fahrzeugeigentümer zu geraten. Wir haben alle Optionen eingehend rechtlich, wirtschaftlich und technisch untersucht und haben dabei auch die Interessen der heutigen S-Bahn-Beschäftigen im Blick. Im Ergebnis befürworte ich jetzt ein gestaffeltes Vergabeverfahren, das neben Qualitäts- auch Sozialstandards und Übergangsangebote für die Beschäftigten umfasst. Für die Fahrgäste, auch für Studierende, ändert sich damit tariflich nichts: Es gilt unabhängig von der Anzahl der Betreiber natürlich der VBB-Tarif und damit auch das Semesterticket für die S-Bahn.


Und welche weiteren Projekte gehören zu Ihren Aufgaben?

Meine Aufgaben als Staatssekretär für Verkehr und Umwelt sind vielfältig. Von der Abgasminderung über den verbesserten Lärmschutz an Schienen und Straßen bis hin zum Gewässerschutz und zur Klimaschutzpolitik. In meinem Bereich setzen wir aber auch alles daran, dass der ÖPNV für alle, und damit auch für diejenigen, die nicht zwangsläufig auf die öffentlichen Verkehrsmittel angewiesen sind, attraktiv bleibt.


Worüber freuen Sie sich als Verkehrsexperte dieser Stadt im Berliner
Verkehr? Und worüber ärgern Sie sich?

Ich freue mich über die Vielfältigkeit und die hohe Qualität des Verkehrsangebots sowie über die große Akzeptanz bei den Berlinerinnen und Berlinern und den vielen Touristen. Ärgerlich finde ich das sich verstärkende Gegeneinander von Autofahrern, Radfahrern und Fußgängern. Mehr Rücksichtnahme und ein verständnisvolleres Miteinander-Umgehen sind notwendig in einer dicht bebauten und verkehrsreichen Stadt wie Berlin.

Die Fragen stellte Bettina Klotz

Quelle: Hochschulzeitung "TU intern", 4/2012

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