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TU Berlin

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Alumni

TU-Alumnus führte fast ein Jahrzehnt die Beuth Hochschule für Technik

Donnerstag, 14. Juli 2011

Spagat zwischen Selbstverwirklichung und Leistungsbilanz - über die Aufgaben eines Präsidenten

Reinhard Thümer
Als "Beuth"-Präsident besucht Reinhard Thümer oft den TU-Campus
Lupe

Wenn Prof. Dr.-Ing. Reinhard Thümer im Oktober 2011 aus Altersgründen das Amt des Präsidenten an seine Nachfolgerin abgibt, leitete er neun Jahre lang die Beuth Hochschule für Technik Berlin. Der 1945 geborene Reinhard Thümer ist Alumnus der TU Berlin. Hier studierte er Wirtschaftsingenieurwesen und schloss seine Promotion 1975 an der TU Berlin ab. Er war mehrere Jahre leitend in der Industrie und in Wirtschaftsunternehmen tätig. 1997 wurde er Erster Vizepräsident der damaligen "Technischen Fachhochschule" (TFH). Die heutige Beuth Hochschule ist diejenige mit dem größten ingenieurwissenschaftlichen Angebot in Berlin und Brandenburg. Für die mehr als 10 000 Studierenden bietet sie 72 technische, natur- und wirtschaftswissenschaftliche Bachelor- und Masterstudiengänge an.

Sie sind seit 2002 Präsident der Beuth Hochschule. Was war in Ihrer Amtszeit die größte Herausforderung für Sie?

Hochschulen ziehen Persönlichkeiten an, die Selbstverwirklichung, Kreativität und Unabhängigkeit höher schätzen als Unterordnung, Routine und Reichtum. Öffentlichkeit und Politik erwarten hohe Effizienz bei der Leistungserbringung und die Wohlfahrt der Allgemeinheit steigernde Ergebnisse von ihren Hochschulen. Diese Diskrepanz zu einem fruchtbaren Ausgleich zu bringen ist eine höchst anspruchsvolle Managementaufgabe.

Unter Ihrer Präsidentschaft brachte die Beuth Hochschule, damals noch TFH, als erste Hochschule in Berlin bereits zum Wintersemester 2005/2006 die Umstellung aller TFH-Studiengänge auf die neuen Bachelor- und Masterabschlüsse auf den Weg. Lief der Prozess reibungslos? Welche Probleme gab es? Und wie wurden sie gelöst?

Natürlich kann eine derartige Umstellung nie reibungslos ablaufen, es wäre meines Erachtens auch ein schlechtes Zeichen, wenn um den rechten Weg nicht leidenschaftlich gestritten würde. Die uns allen auferlegte Beschränkung auf eine knappe Mittelausstattung hat uns zu vielen Kompromissen gezwungen, die ausschließlich finanziell bedingt waren und keineswegs aus einer inhaltlichen Logik oder qualitativ begründet waren. Das Ringen hat unter den seinerzeit gegebenen Umständen und entsprechend unseren damaligen Erkenntnissen zum "besten" Ergebnis geführt. Dieses Ergebnis haben wir gerade mit völlig neuen Rahmenordnungen überarbeitet und verbessert. Natürlich sind wir heute immer noch nicht reicher, aber schlauer als damals. Was wir trotz dieser Rahmenbedingungen zustande brachten, darauf können wir stolz sein.

Sie haben 1972 Ihr Wi-Ing.-Studium an der TU Berlin abgeschlossen. Welche Gemeinsamkeiten und welche Unterschiede sehen Sie zwischen Ihrer Studienzeit und den heutigen Studierenden?

Ich hatte eine vergleichsweise komfortable Studiensituation. Ich war nicht gezwungen, nebenher zu arbeiten, habe dies aber gern und in großem Umfang getan, manchmal mehr, als meinem Studienfortschritt guttat. Ich habe so Erfahrungen in unterschiedlichsten Lebens- und Arbeitsbereichen sammeln können. Ein Chef, der sich in die Situation seiner Mitarbeiter hineinversetzt, hat die Chance zum besseren Chef! Für mich stand die Anwendung wissenschaftlicher Erkenntnisse in der Praxis immer im Mittelpunkt, daneben galt mein Interesse gleichermaßen der Gestaltung und Führung von Unternehmen. Meine Fächer sind dann auch Unternehmensführung und Controlling. Ich erkenne bei den Studienanfängern und -anfängerinnen ein hohes Maß an Unsicherheit, was die Studienwahl anbetrifft, dies war bei vielen von uns damals auch so. Die Fixierung auf ein kurzes Studium gab es so nicht und auch heute ist dies zumindest in Berlin nicht nötig, es sei denn aus finanziellen Gründen. Auslandsphasen sind heute sehr viel wichtiger als zu meiner Zeit, meines Erachtens ein guter Grund, wenn man die Regelstudienzeit überzieht! Ich jedenfalls habe das für mich richtige Studium gewählt: Wirtschaftsingenieurwesen!

Das Gespräch führte Bettina Klotz / Quelle: "TU intern", 7/2011

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