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TU Berlin

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Alumni

Auf Erfolgskurs mit Wirtschaftswissen

Montag, 09. Mai 2011

Nicolas Ziebarth erhielt bereits sechs Rufe internationaler Universitäten

Nicolas Ziebarth nutzte für seine Dissertation über Fehlzeiten am Arbeitsplatz die Daten des Sozio-oekonomischen Panels, das am DIW angesiedelt ist
Lupe

Bald wird Nicolas Ziebarth seine Koffer packen. Denn im August dieses Jahres tritt er seine Assistant Professur für das Fach „Health Economics and Policy“ an der Cornell University in Ithaca, USA, an. Dabei würde er auch gerne in Berlin bleiben. Aber es gibt Angebote in der beruflichen Karriere, die so gut sind, dass man sie einfach wahrnehmen muss.

Und so verhält es sich mit Nicolas Ziebarth und seiner amerikanischen Assistenz-Professur. Insgesamt hatte der 28-jährige Wirtschaftswissenschaftler, der im Februar 2011 seine Dissertation mit „summa cum laude“ abschloss, sechs Rufe verschiedener internationaler Universitäten. „Der Ruf der Cornell University gehört zu dieser Art Angebote, die man einfach nicht ausschlagen kann. Die Universität gehört zu den Top-Unis weltweit, insbesondere in meinem Fachgebiet“, sagt Nicolas Ziebarth. Möchte man das Wort Karriere bildhaft beschreiben, wäre sein Lebenslauf eine passende Vorlage. Zum Studium der Volkswirtschaftslehre kam er sozusagen per Ausschlussverfahren. „Nach dem Abitur wusste ich nicht so genau, was ich studieren sollte, und habe in einer Broschüre zur Studien- und Berufswahl all diejenigen Fächer weggestrichen, die nicht in Frage kamen. Mich interessierten wirtschaftliche Zusammenhänge, und so blieb am Ende die Volkswirtschaftslehre übrig“, erklärt Ziebarth, der für sich damit offensichtlich einen Volltreffer erzielte. Zunächst schrieb er sich an der HU Berlin ein und wechselte zum Hauptstudium an die TU Berlin, da ihn besonders das Thema Ökonomie und Gesundheit interessierte. Sein Studium schloss er 2006 als Bester seines Jahrgangs ab. Dafür wurde er auch mit dem Erwin-Stephan-Preis geehrt, den die TU Berlin an diejenigen vergibt, die besonders schnell und gut studieren. Danach begann er mit seiner Dissertation am Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) bei TU-Professor Gert G. Wagner, der heute das DIW leitet, und beschäftigte sich mit dem Thema „Fehlzeiten am Arbeitsplatz“. Als Grundlage dienten ihm Zahlen des Sozio-oekonomischen Panels (SOEP), einer Längsschnittstudie, die am DIW Berlin angesiedelt ist und seit 1984 jährlich dieselben Personen zu ihren Lebensumständen befragt. Ziebarth beschäftigte sich hier mit den Wechselwirkungen zwischen Veränderungen im Sozialversicherungssystem und der Gesundheit der Bevölkerung. Mit den Ergebnissen seiner Arbeit lässt sich aufzeigen, wie Arbeitnehmer auf bestimmte Maßnahmen, beispielsweise die Senkung des Krankengeldes für langzeitkranke Erwerbstätige, reagieren. Wer länger als sechs Wochen durchgehend ausfällt, erhält seit 1997 nur noch 70 Prozent statt zuvor 80 des Bruttoeinkommens. „Im Falle der Langzeitkranken stellte sich heraus, dass diese ihr Verhalten nicht geändert haben und es sich somit um eine reine Sparmaßnahme gehandelt hat, die den gesetzlichen Krankenversicherungen bis 2006 mehr als fünf Milliarden Euro einbrachte“, fasst Ziebarth zusammen. Seine Ergebnisse sind national und international gefragt und kürzlich wurde er mit dem Wissenschaftspreis Gesundheitsökonomie 2011 geehrt. Auch die Liste seiner Publikationen ist lang. „Bei meinen Bewerbungen hat mir sehr geholfen, dass ich bereits als Doktorand Veröffentlichungen vorweisen konnte, darunter auch in sehr angesehenen Fachzeitschriften. Das führte unter anderem dazu, dass ich so viele gute Angebote verschiedener Universitäten bekommen habe“, sagt Ziebarth. Normalerweise haben deutsche Absolventen seines Faches an amerikanischen Universitäten kaum Aussicht auf eine Professur, diese werden eher an den eigenen Nachwuchs vergeben. Nicolas Ziebarth ergreift diese einzigartige Gelegenheit und macht sich mit einem lachenden und einem weinenden Auge auf den Weg.

Bettina Klotz / Quelle: "TU intern", 5/2011

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