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TU Berlin

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Alumni

Immer auf der Suche nach Unterstützung

Donnerstag, 20. Januar 2011

Doris Felbinger arbeitet als "Fund- und Friendraiserin" für das Zentrum ÜBERLEBEN

Doris Felbinger hat sich beruflich für die Unterstützung von Folteropfern entschieden
Lupe

"Wenn ich auf einer Party erzähle, was ich beruflich mache, dann erlebe ich oft, dass das Gespräch erlischt und die Leute nicht weiter nachfragen", erzählt Dr. Doris Felbinger. Sie arbeitet im Zentrum ÜBERLEBEN – einer Einrichtung, in der verschiedene Organisationen Opfern von Verfolgung, Folter und Gewalt mit umfangreicher Hilfe zur Seite stehen. Das Thema "Folter" ist nicht nur für den Small Talk ungeeignet, es ist auch schwierig, Spender zu motivieren, die die Arbeit des Zentrums unterstützen. Dies ist die Aufgabe von Doris Felbinger, die seit 2007 als Fundraiserin im Zentrum ÜBERLEBEN arbeitet.

Bereits in ihrer Dissertation "Spenden an Umweltschutzorganisationen", die sie 2005 am Institut für Volkswirtschaftslehre und Wirtschaftsrecht bei der heutigen TU-Vizepräsidentin Dr. Gabriele Wendorf abschloss, setzte sie sich mit dem Thema Fundraising auseinander. Auch in ihrer Freizeit hatte sie sich damals mit Spendensammeln beschäftigt und in ihrer Kirchengemeinde gemeinsam mit anderen Eltern für die von Sparmaßnahmen bedrohte Stelle des Gemeindepädagogen erfolgreich Geld gesammelt. Bis 2007 arbeitete sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Fachgebiet Wirtschaftspolitik an der TU Berlin. "Dann kam der Zeitpunkt, an dem ich den Elfenbeinturm der Wissenschaft verlassen wollte, und passend zu diesem Plan stieß ich auf die Ausschreibung meiner jetzigen Stelle."

Die Aufgabe, die Doris Felbinger dort übernommen hat, ist eine Herausforderung. "Zu uns kommen teils schwer traumatisierte Menschen, die Opfer unterschiedlichster Methoden von Gewalt sind. Wir bieten ihnen umfassende medizinische, psychotherapeutische und soziale Betreuung. Und das Besondere ist, dass bei uns auch geforscht wird. Zum Beispiel zu neuen Behandlungsansätzen für traumatisierte Opfer."

Rund 100 feste und freie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind in den unterschiedlichen Projekten tätig. Finanziert wird das Zentrum ÜBERLEBEN zur Hälfte von öffentlichem Geld, der Rest kommt aus Spenden, von Stiftungen und Sponsoren. Hier setzt die Arbeit von Dr. Doris Felbinger an. "Spender und Förderer wollen eher ein ganz konkretes Projekt unterstützen, je anschaulicher ein Projekt ist, desto eher kann man Menschen dafür begeistern.

Psychotherapeutische Betreuung von Folteropfern lässt sich gegenüber potenziellen Spendern schwer vermitteln", sagt sie. Viele Spenden kommen von Betroffenen oder Menschen mit beruflichem Kontakt zu den Opfern wie Anwälte oder Therapeuten. Sehr erfolgreich wird außerdem schon seit vielen Jahren in Zusammenarbeit mit der IHK Berlin eine Kunstauktion durchgeführt. Bei der letzten wurden 131 000 Euro eingenommen. Auch Teile der Erlöse des Benefizkonzertes des World Doctors Orchestra gingen bereits zweimal an das Zentrum. "Die Möglichkeiten, Spenden einzusammeln, sind einerseits immens groß. Aber die Konkurrenz natürlich auch. Man muss immer am Ball bleiben, Augen und Ohren offenhalten." Es steckt viel Arbeit dahinter, um Opfer von Gewalt als "gesunde" und "stabile" Mitglieder der Gesellschaft zurückzubringen. Die ständige Suche nach finanziellen wie ideellen Unterstützern, also "funds" und "friends", ist dabei ein wichtiger Baustein.

Bettina Klotz / Quelle: "TU intern", 1/2011

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