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TU Berlin

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Alumni

Die sinnliche Wissenschaft des Kulinarischen

Mittwoch, 17. Juni 2009

TU-Alumna zeigt ihren Gästen die Kulturgeschichte des Essens

Birgitt Claus widmet sich mit Hingabe
einem der schönsten Themen der Welt: dem Essen
Birgitt Claus widmet sich mit Hingabe einem der schönsten Themen der Welt: dem Essen
Lupe [1]

Haben Sie beim Genuss von Schokolade schon einmal darüber nachgedacht, wie diese begehrte Süßigkeit die Kolonialgeschichte des Menschen geprägt hat? Oder haben Sie eine Ahnung, warum die USA ihr Manhattan der Muskatnuss verdanken?

TU-Alumna Birgitt Claus kennt nicht nur kompetente Antworten auf solche Fragen, sondern auch spannende Geschichten, erstaunliche Anekdoten und nicht zuletzt aufschlussreiche Rezepte. Seit ihrem Studium der Ernährungswissenschaften an der TU Berlin beschäftigt sie sich mit den kulturellen Hintergründen eines der schönsten Themen der Welt, des Essens, und gründete bereits während ihres Staatsexamens 1998 ihr eigenes Unternehmen. Mit "eßkultur" inszeniert Birgitt Claus seitdem Literaturlesungen mit passendem Vier-Gänge-Menü ganz nach dem Motto "Gegessen wird, was im Buche steht".

"Der Schritt in die Selbstständigkeit war damals eng mit der TU Berlin verbunden, denn die ersten Anstöße für meine Geschäftsidee hatte ich bereits in der TU-Bibliothek durch meine Recherche nach einem spannenden Prüfungsthema für mein Examen", erzählt Claus. Dort stieß sie unerwartet auf Literatur zur Kulturgeschichte des Essens. "Wer wann was wo mit wem warum und wie isst, zeigt uns, wie eine Gesellschaft funktioniert. Die Kulturgeschichte des Essens ist die des Menschen", erklärt sie. Inspiriert von dieser ganz anderen Perspektive auf "Ernährung" rollte Birgitt Claus mit Hingabe "Die Kulturgeschichte des Sushi" auf - nicht nur als Examensthema, sondern auch als ihre erste "eßkultur"-Veranstaltung.

Rund 40 verschiedene literarisch-kulinarische Themenreihen folgten, von der Feinschmecker-Weltreise getreu Jules Vernes Rezepten aus "In 80 Tagen um die Welt" bis zu Homers kathargischem Grießbrei. Text und Speisen waren dabei fein abgestimmt und erfreuten Ohr und Gaumen vieler Literaten und Gourmets gleichermaßen. "Unsere Gäste sollen Kulturgeschichte mit ihren Sinnen erfassen können", so Claus, "ich möchte Wissenschaft sinnlich erlebbar machen, von der abgehobenen hin zur sinnlichen Wissenschaft."

Dazu fasste die erfolgreiche TU-Gründerin an ihrem zehnjährigen Firmenjubiläum eine weitere Idee ins Auge: Die Gründung eines Museums für die Kulturgeschichte des Essens. "Da es kein solches Museum gibt, gründen wir nun selbst eines. Seit letztem Jahr bauen wir ein Archiv auf, in dem Artefakte gesammelt werden, die etwas erzählen können." Mittlerweile haben Birgitt Claus und ihr Verein i. G. rund 4000 historische Stücke zusammengetragen. Die aktuelle Ausstellung "Muttis ganzer Stolz" ist derzeit in den Museen Dahlem zu bestaunen.

Auch wenn erste Schritte für das Museum erfolgreich gemacht sind, weitere Unterstützung ist willkommen. "Wir suchen Kontakt zu Firmen wie zum Beispiel Lebensmittel herstellende Betriebe, deren Firmengeschichte wir dokumentieren können, oder auch Unternehmen, die unsere Arbeit vielleicht finanziell unterstützen möchten", so Claus. Augenzwinkernd fügt sie hinzu: "Und wenn dieser Artikel dazu beitragen kann, studiere ich gern noch einmal an der TU Berlin."

Übrigens, Manhattan wurde gegen die südostasiatische Muskatinsel Run eingetauscht.

Mona Niebur / Quelle: "TU intern", 6/2009

www.museum-esskultur.de [2]

"TU intern" Juni 2009

  • Online-Inhaltsverzeichnis [3]
  • Hochschulzeitung "TU intern" - Juni 2009 [4]
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