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TU Berlin

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Alumni

"Contiki - always on top"

Montag, 16. Juli 2007

TU-Alumnus Gerold Achim Adamietz entwirft neue Kondomverpackung

Kondomverpackung
privat
Lupe

Als er für seine Geschäftsidee Marktforschung betrieb, musste sich Gerold Achim Adamietz so manchen blöden Spruch von seinen Freunden anhören. Gerold Achim Adamietz hat im vergangenen Jahr unzählige Kondome gekauft. Nicht, um sie alle zu benutzen, sondern um deren Verpackung zu untersuchen.

Dabei kam er zu dem Ergebnis. "Kondome sind einfach schlecht eingepackt. Die Verpackungen lassen sich häufig schwer öffnen und das ganze Design der Verpackung ist viel zu wenig ansprechend." Höchste Zeit also, dass sich ein Fachmann dieses Themas annimmt, dachte der TU-Alumnus, der ursprünglich Design studieren wollte, sich dann jedoch für ein Architektur-Studium an der TU Berlin entschied. "Ich dachte mir damals, wenn ich Architektur studiere, kann ich ebenfalls Designer werden. Viele Designer kommen aus der Architektur, man lernt hier analytisches Denken, was auch für einen Designer hilfreich ist", sagt Adamietz. Schon während des Studiums, das er 2002 abschloss, arbeitete er als Verpackungsdesigner, später entwarf er vor allem Möbel.

"Letztes Jahr kam ich an den Punkt, an dem ich konkret ein neues Projekt angehen wollte. Ich wollte etwas finden, wie den Reißverschluss oder die Getränkedose", erinnert sich Adamietz. Es sollte etwas sein, das häufig benutzt wird. Dabei kam er auf die Kondome, von denen immerhin jährlich zwischen 180 und 200 Millionen in Deutschland verkauft werden. Zu haben sind sie im Supermarkt, in Sexshops, im Internet oder in Apotheken. Sieht man von der äußeren Verpackung ab, stecken die meisten von ihnen in kleinen, langweiligen, schlecht zu öffnenden Tütchen. Adamietz entwarf eine neue Verpackung, die sich schnell öffnen lässt und aus der man das Kondom ganz einfach herausnimmt. "Contiki" hat er seine Verpackung genannt, die er als Prototyp von einer Modellbaufirma hat bauen lassen. Contiki sieht nicht nur gut aus, wirbt er für sein Produkt, das Kondom lässt sich einfacher auspacken und der Benutzer weiß gleich, in welche Richtung er es ausrollen muss. Das Kondom sitzt somit immer richtig. "Contiki - always on top" lautet eine seiner Leitlinien. "Für den Anwender wird aus einem bisher verschämt versteckten, aber notwendigen Übel ein attraktives Produkt mit hohem Nutzwert, denn Contiki steht für Convenience und Lifestyle", wirbt der Verpackungsdesigner. Mit Contiki hat er bereits letztes Jahr den Red Dot Design Award, einen international angesehenen Designpreis, gewonnen. Und Contiki ging weiter auf Erfolgskurs: Beim Businessplan-Wettbewerb Berlin-Brandenburg gewann er im Februar 2007 den ersten Preis in der ersten Stufe für die beste Geschäftsidee. "Ich plane, Contiki als selbstständige Handelsmarke mit eigener Vertriebsstruktur aufzubauen", sagt Adamietz. Contiki soll sich als Premium-Produkt auf dem Markt etablieren. Wer sich für den Kauf eines Contiki-Kondoms entscheidet, tut gleich noch etwas Gutes, denn Adamietz möchte einen Teil des Kaufpreises von jeder Verpackung für soziale Projekte in Afrika spenden. Noch kann man Contiki nicht an der Supermarktkasse oder in der Apotheke erwerben, doch immerhin kann man das Produkt schon im Internetfilm sehen.

Bettina Klotz / Quelle: "TU intern", 7/2007
Fromms (Titelbild)
Fischer Verlag
Lupe

Was Julius Fromm zur neuen Kondomverpackung gesagt hätte, bleibt ungewiss. Wer jedoch mehr über die Geschichte des jüdischen Kondomfabrikanten, der Anfang des 20. Jahrhunderts das erste Markenkondom auf den Markt brachte, wissen möchte, dem sei das Buch von Götz Aly und Michael Sontheimer empfohlen. "Fromms. Wie der deutsche Kondomfabrikant Julius F. unter die deutschen Räuber fiel." ist der Titel des Buches, das anschaulich schildert, wie der jüdische Kaufmann Julius Fromm (1883-1945) aus dem Nichts ein Kondomimperium aufbaute und es bei der Flucht aus Deutschland 1938 den Nazis überlassen musste.

Fischer Verlag, 19,90 Euro, ISBN 978-3-10-000422-2

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