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TU Berlin

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Wegweisend in der Produktionstechnik

Freitag, 14. September 2012

Medieninformation Nr. 222/2012

Joachim Milberg erhielt Georg-Schlesinger-Preis an der TU Berlin

Prof. Dr.-Ing. Dr. h. c. mult. Dr.-Ing. E. h. mult. Joachim Milberg
Lupe

Prof. Dr.-Ing. Dr. h. c. mult. Dr.-Ing. E. h. mult. Joachim Milberg wurde am 14. September 2012 mit dem Georg-Schlesinger-Preis des Landes Berlin ausgezeichnet. Der renommierte Wissenschaftler, Konzernmanager und TU-Absolvent erhielt ihn für seine wegweisenden Arbeiten auf dem Gebiet der Produktionstechnik.

Joachim Milberg promovierte nach seinem Studium in Bielefeld und Berlin 1971 bei Prof. Dr.-Ing. Dr. h. c. mult. Günter Spur am Institut für Werkzeugmaschinen und Fabrikbetrieb der TU Berlin. Nach einer herausragenden wissenschaftlichen Karriere an der TU München war er von 1993 bis 1999 Mitglied des Vorstandes und anschließend bis 2003 Vorsitzender des Vorstandes der BMW AG. Heute ist er Aufsichtsratsvorsitzender des Unternehmens sowie Gründungspräsident der Akademie der Technikwissenschaften "acatech". Seine wissenschaftliche Laufbahn zeichnet sich durch Errungenschaften in den Bereichen Werkzeugmaschinen, Fertigungs- und Montagetechnik sowie virtuelle Produktion aus. 2004 verlieh ihm die TU Berlin die Ehrendoktorwürde.

Der Berliner Senat rief den Georg-Schlesinger-Preis am 20. Juni 1979 anlässlich des 75-jährigen Jubiläums des Instituts für Werkzeugmaschinen und Fabrikbetrieb der Technischen Universität Berlin ins Leben. Er wird für hervorragende Leistungen auf dem Gebiet der Produktionstechnik verliehen, die auch einen gesellschaftlichen oder humanitären Bezug haben. Seit 2003 stellt die TSB Technologiestiftung Berlin das Preisgeld. Über die Verleihung des Preises entscheidet ein internationales Kuratorium, dessen Vorsitz Prof. Dr. h. c. Dr.-Ing. Eckart Uhlmann führt. Der Preis erinnert an den Ingenieur Georg Schlesinger, der als Begründer der modernen Produktionstechnik bezeichnet werden kann.

Wissenschaftssenatorin Sandra Scheeres erklärte in ihrem Grußwort anlässlich der Preisverleihung: "Wenn man der Ingenieurkunst, die ja in Wirklichkeit harte Arbeit ist, ein Gesicht geben wollte, wäre es mit großer Wahrscheinlichkeit das von Joachim Milberg. Ich erhoffe mir, dass durch solche Vorbilder auch in vielen jungen Menschen der Wunsch geweckt wird, den ingenieurwissenschaftlichen Weg einzuschlagen."

Nicolas Zimmer, Staatssekretär in der Berliner Senatsverwaltung für Wirtschaft, Technologie und Forschung, betonte in seinem Redebeitrag: "Leidenschaftlicher Ingenieurwissenschaftler und erfolgreicher Manager in einer Person, das ist Joachim Milberg. Er ist ein Symbol für das, was den Standort Berlin zunehmend prägt: Forschung und Industrie auf Augenhöhe und im Schulterschluss, damit aus ‚Invented in Berlin' in großer Breite ‚Made in Berlin' wird."

In seiner Ansprache sagte Prof. Dr.-Ing. Jörg Steinbach, Präsident der TU Berlin: "Wir freuen uns, dass mit Joachim Milberg ein herausragender Wissenschaftler und Manager geehrt wird, der am TU-Institut für Werkzeugmaschinen und Fabrikbetrieb studiert und promoviert hat. Mit dem Institut und seiner Tradition hat Berlin ein Juwel und internationalen Leuchtturm in der Produktionstechnik, der mit der Preisvergabe an so eine prominente Persönlichkeit weiter in die Öffentlichkeit gerückt wird."

Der Preisträger Prof. Dr.-Ing. Dr. h. c. mult. Dr.-Ing. E. h. mult. Joachim Milberg zeigte sich erfreut über die Ehrung: "Ich freue mich sehr über diese Auszeichnung, denn Georg Schlesinger war ein Wissenschaftler, dem der Spagat zwischen Theorie und Praxis besonders gut gelang. So hat er unterschiedliche Perspektiven und Ansichten kennen gelernt und in seine Arbeit einbeziehen können. Dieses Vorgehen war auch stets Leitbild für meine Arbeit."

Joachim Milberg wechselte immer wieder die eigene Perspektive und hat sich in Industrie und Wissenschaft überaus verdient gemacht. Er engagiert sich in zahlreichen zentralen Positionen. Neben der BMW AG hat er beispielsweise bei der Bertelsmann AG, der FESTO AG und John Deere & Company (USA) Aufsichtsratsmandate. Darüber hinaus war er in der Helmholtz-Gemeinschaft, Berlin, von 2005 bis 2008 und der Max-Planck-Gesellschaft, München, von 2002 bis 2008 jeweils Mitglied des Senats. Kanzlerin Angela Merkel ernannte ihn 2006 zum Mitglied des "Rates für Innovation und Wachstum". Während seiner Laufbahn erhielt der Ingenieur viele namhafte Auszeichnungen: unter anderem das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland (1994), Ehrendoktorwürden der Universität Ljubljana in Slowenien (1994), der Universität Hannover (1996), der britischen Universität Cranfield (2002) und der TU Berlin (2004) sowie den Bayerischen Maximiliansorden für Wissenschaft und Kunst (2010).

Georg-Schlesinger-Preis des Landes Berlin

Georg Schlesinger (1874-1949) wurde 1904 im Alter von 30 Jahren als ordentlicher Professor auf den neu eingerichteten Lehrstuhl für Werkzeugmaschinen, Fabrikanlagen und Fabrikbetriebe an der Königlich Technischen Hochschule zu Berlin, der Vorgängereinrichtung der TU Berlin, berufen. Als erster Lehrstuhl dieses Fachgebiets in Deutschland und mit dem seinerzeit einzigartigen Versuchsfeld für Werkzeugmaschinen erlangte Schlesinger innerhalb kurzer Zeit großes internationales Ansehen. Nach der Machtergreifung durch die Nationalsozialisten 1933 wurde Schlesinger als Jude zunächst beurlaubt, für sechs Monate in Haft genommen und letztlich aus dem Staatsdienst entlassen und zur Emigration gezwungen.

Mit diesem Preis werden deutsche und ausländische Wissenschaftler geehrt, die durch hervorragende wissenschaftliche Leistungen auf dem Gebiet der Produktionstechnik die Tradition fortsetzen, die Georg Schlesinger begann. Es sind Wissenschaftler, die im Rahmen ihrer technologisch-wissenschaftlichen Arbeit auch den gesellschaftlichen oder humanitären Bezug der Produktionstechnik darstellen.

Die Veranstaltung zur Preisverleihung wird von der TU Berlin, der Gesellschaft von Freunden der TU Berlin und den Freunden des TU-Instituts für Werkzeugmaschinen und Fabrikbetrieb finanziell gefördert.

jb

Weitere Informationen erteilt Ihnen gern:

Stefanie Terp
Pressesprecherin der TU Berlin
Tel.: 030 / 314 - 23922

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