direkt zum Inhalt springen

direkt zum Hauptnavigationsmenü

Sie sind hier

TU Berlin

Inhalt des Dokuments

Napoleon und Nofretete – deutsch-französische Dialoge der Kunstgeschichte

Donnerstag, 03. November 2011

Medieninformation Nr. 328/2011

TU-Professorin Bénédicte Savoy mit Richard Hamann-Preis für Kunstgeschichte 2011 ausgezeichnet

Napoleon und Nofretete: TU-Professorin Bénédicte Savoy fördert mit ihren Studien den deutsch-französischen Dialog in der Kunstgeschichte. Die Kunsthistorikerin wurde nun mit dem Richard Hamann-Preis der Philipps-Universität Marburg ausgezeichnet. Er ist mit 5.000 Euro dotiert.

Zentraler Bestandteil von Savoys Forschung sind Studien zum Kunstraub und zur Beutekunst. Die betreffenden Museen sind dabei Kooperationspartner, mit denen sie ihre Ergebnisse der Öffentlichkeit zugänglich macht, wie jüngst in der Ausstellung „Napoleon und Europa. Traum und Trauma“ der Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland in Bonn. „Schließlich sind für mich Beutekunst und Restitution auch Fragen aktueller gesellschaftlicher Verantwortung“, erklärt die Preisträgerin. In ihrem Festvortrag  „‘Futuristen, senkt euer Haupt!‘. Ägyptenfieber in Berlin 1913“ führte sie aus, wie ästhetische Aneignungsmechanismen als höchste Stufe der Anerkennung fremder Kulturen die Moderne prägten. In ihrer jüngsten Publikation „Nofretete. Eine deutsch-französische Affäre. 1912–1931“ bringt die TU-Professorin historische Fakten über den Streit um die weltberühmte Nofretete ans Licht, die bislang unbekannt waren.

In der Juryentscheidung heißt es: „Mit der Verleihung des Richard Hamann-Preises an Frau Savoy ehrt die Philipps-Universität eine Wissenschaftlerin, die das Schicksal der Kunstwerke als Teil der europäischen Geschichte lesbar und das Museum als eine europäische Institution verstehbar macht, während sie zugleich aus dem Fach Kunstgeschichte heraus Impulse für das kulturelle Selbstverständnis Europas setzt.“ Sie habe eine Form der deutsch-französischen Kunstgeschichte entwickelt, in der die Forschungstraditionen beider Länder und ihre jeweiligen Perspektiven  zusammengeführt seien. Ihre Untersuchungen zum Kunst- und Kulturtransfer verabschiedeten einseitig nationale Perspektiven auf die Kunst und das kulturelle Erbe.

Prof. Dr. Bénédicte Savoy studierte Germanistik an der École Normale Supérieure in Paris und promovierte im Jahr 2000 mit einer Dissertation zum napoleonischen Kunstraub. Seit 2003 lehrt sie Kunstgeschichte am Institut für Kunstwissenschaft und Historische Urbanistik der TU Berlin, zuerst als Juniorprofessorin und seit 2009 als ordentliche Professorin. Sie ist Mitglied der Jungen Akademie der Berlin-Brandenburgischen Wissenschaften und Mitglied des Exzellenzclusters TOPOI – Formation und Transformation von Raum und Wissen in den antiken Kulturen. Sie hat vielbeachtete Publikationen veröffentlicht zum napoleonischen Kunstraub, zur europäischen Museums- und Sammlungsgeschichte und zum deutsch-französischen Kulturtransfer. Bénédicte Savoy gehört der jüngeren Generation von Kunsthistorikern an, ist aber bereits mehrfach sowohl in Frankreich als auch in Deutschland ausgezeichnet worden. So erhielt sie 2001 den Prix Pierre Grappin der Association des Germanistes de l’enseignement supérieur und 2009 den Walter de Gruyter-Preis der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften. Sie ist Mutter von zwei Kindern und mit einem Künstler verheiratet.

Der Richard Hamann-Preis für Kunstgeschichte würdigt hervorragende wissenschaftliche Leistungen in der Kunstgeschichte oder in der Förderung der kunstgeschichtlichen Forschung. Er wurde im Jahr 2009 erstmals und seitdem alle zwei Jahre verliehen und besteht aus einer Urkunde und einem Geldbetrag von 5.000  Euro. Die Stifter des Richard Hamann-Preises, die Marburger Kaufleute Peter und Karin Ahrens, engagieren sich seit Jahren aktiv als Freunde und Förderer der Philipps-Universität im Universitätsbund und unterstützen ausgewählte kulturelle Veranstaltungen. Der Preis ist dem Gedächtnis an den bedeutenden Kunsthistoriker und Begründer des Bildarchivs Foto Marburg Richard Hamann (1879–1961) geschuldet und wird in Würdigung seines wissenschaftlichen Gesamtwerkes und seines Wirkens an der Philipps-Universität vergeben.

Presseinformation der Phillips-Universität Marburg:
www.uni-marburg.de/aktuelles/news/2011/hamannpreis2011

jb

Weitere Informationen erteilt Ihnen gern:

Stefanie Terp
Pressesprecherin der TU Berlin
Tel.: 030/314-23922

Zusatzinformationen / Extras

Direktzugang

Schnellnavigation zur Seite über Nummerneingabe

Diese Seite verwendet Matomo für anonymisierte Webanalysen. Mehr Informationen und Opt-Out-Möglichkeiten unter Datenschutz.