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TU Berlin

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Bundesweiter Wissenschaftstag zur Geschlechterforschung

Am 18. Dezember 2017 findet der bundesweite Wissenschaftstag zur Geschlechterforschung statt. Unter dem Titel #4GenderStudies werden in den Sozialen Medien und in öffentlichen Veranstaltungen verschiedene Akteurinnen und Akteure über die vielfältigen Forschungsansätze in den Geschlechterstudien informieren. Auch die Technische Universität Berlin beteiligt sich an den Aktionen.

Welche Relevanz hat die Geschlechterforschung für die Gesellschaft?

Wie relevant die Gender Studies für die Gesellschaft sind, welche Schwerpunkte dieses Themenfeld an der Technischen Universität Berlin ausmacht und warum es einen Wissenschaftstag gibt, beantwortet Prof. Dr. Sabine Hark, Leiterin des Zentrums für Interdisziplinäre Frauen- und Geschlechterforschung (ZIFG) an der Technischen Universität Berlin. Mehr über die Arbeit des Zentrums erfährt man unter anderem auf dem neuen Twitter-Account ZIFG TU Berlin.

 

Digitalisierung mit Geschlechterperspektive

Erfolg in der Nachwuchsförderung: Die TU Berlin konnte in der ersten Entscheidungsrunde des hochschulübergreifenden Programms „DiGiTal – Digitalisierung: Gestaltung und Transformation“ zwei Postdoc-Stellen einwerben. Das Programm fördert Wissenschaftlerinnen, Künstlerinnen und Gestalterinnen auf ihrem Weg zur Professur, deren Projekte sich durch einen innovativen Zugang zur Digitalisierung auszeichnen. Initiiert wurde das Programm unter anderem von den Zentralen Frauenbeauftragten der dreizehn Berliner Hochschulen. Es wird vom Berliner Chancengleichheitsprogramm (BCP) finanziert.

Die beiden für die TU Berlin eingeworbenen Projekte befassen sich mit Fragen der Digitalisierung aus techniksoziologischer sowie technikbildungswissenschaftlicher Perspektive und nehmen dabei auch Geschlechterverhältnisse in den Blick.

Prof. Dr. Susann Fegter, TU-Professorin und Sprecherin des wissenschaftlichen Beirats von DiGiTal
Lupe

Prof. Dr. Susann Fegter, Sprecherin des wissenschaftlichen Beirats von DiGiTal und Professorin für Allgemeine und Historische Erziehungswissenschaft an der TU Berlin: „Ich freue mich, dass wir zwei exzellente Wissenschaftlerinnen für die TU Berlin gewinnen konnten, die innovative Digitalisierungsforschung betreiben und hierbei eine Geschlechterperspektive systematisch einbeziehen. Nur so können wir tragfähige Analysen des digitalen Wandels liefern und Technik und Wissenschaft nachhaltig mitgestalten“.

Zwei Projekte werden im Rahmen von „DiGiTal“ an der TU Berlin gefördert

Dr. Hannah Fitsch forscht als Postdoktorandin  am Zentrum für Interdisziplinäre Frauen- und Geschlechterforschung der TU Berlin zum Thema „Wie aus Körpern Zahlen und aus Zahlen Bilder werden. Über Algorithmen in der funktionellen Hirnforschung und die Logik der Standardisierung“. Sie geht den mathematisch klassifizierenden Bedingungen und daraus resultierenden ethischen Fragen nach, die sich aus der Vermessung und Digitalisierung des menschlichen Gehirns ergeben. Der Fokus des Projekts liegt dabei auf der Untersuchung der binären, mathematischen Übersetzungen des Gehirns in die Hard- und Software sowie auf den Algorithmen, die in Verfahren der funktionellen Magnetresonanztomografie verwendet werden. Dabei werden die Objektivitätsansprüche der algorithmenbasierten Wissenschaften hinterfragt und die Analyse für die historischen Einlagerungen in die verwendeten Algorithmen geöffnet. Medizinische und naturwissenschaftliche Digitalisierungsweisen des Körpers stellen momentan ein Forschungsdesiderat dar. Das Projekt erforscht daher die Effekte dieser mathematischen/digitalen Vermessungs- und Sichtbarkeitstechnologie und befragt diese kritisch auf seine Klassifikationen und Kategorisierungen wie Norm/Abweichung, Gesundheit/Krankheit, Geschlecht, Sexualität und Race. Die vermeintlich "objektiven" statistischen Karten der funktionellen Magnetresonanztomografie setzen beispielsweise oftmals schon, der verwendeten Technologie inhärent, zwei Geschlechter voraus. 

Das Projekt von Dr. Pat Treusch „Das vernetzte Selbst. Eine feministisch-interdisziplinäre Studie zur Veränderung von Lernkulturen durch technologische Digitalisierungsprozesse im Zeitalter des Internets der Dinge (IoT)“ ist angesiedelt am Fachgebiet Allgemeine und Historische Erziehungswissenschaft sowie dem Zentrum für Interdisziplinäre Frauen- und Geschlechterforschung der TU Berlin. Pat Treusch analysiert empirisch beobachtbare Herausforderungen „unserer“ Lernkulturen, die sich ergeben, wenn Alltagstechnologien anfangen zu lernen. Smart-Home-Geräte sind nur ein aktuelles Beispiel solch intelligenter Alltagstechnologien des IoT, an denen neuartige Mensch-Maschine-Schnittstellen entstehen. Diese versprechen – im Kern – eine Vernetzung aller Lebensbereiche. Das Projekt argumentiert, dass den entstehenden Schnittstellen eine Qualität inhärent ist, die „uns“ zu mehr herausfordert, als „nur“ eine Medienkompetenz 4.0 zu entwickeln. Vielmehr wird aus feministisch-interdisziplinärer Perspektive explorativ untersucht, inwiefern aktuelle Lernumgebungen der Digitalisierung durch neue Verschränkungen von maschinellem und menschlichem Lernen gekennzeichnet sind. Außerdem untersucht das Projekt die Frage, inwiefern diese Verschränkungen konstitutiv sind für sich verändernde, digitalisierte Bedingungen „unseres“ Selbst- und Weltbezugs. Nicht zuletzt beinhaltet dies, intelligente Alltagstechnologien daraufhin zu befragen, ob und wie grundlegende symbolische Ordnungsschemata der Gesellschaft – etwa Gender, Sexuality, Race, Class oder Ableism – neu verhandelt werden (könnten).

Weitere Informationen zum Programm „DiGiTal“

Berliner Programm zur Förderung der Chancengleichheit für Frauen in Forschung und Lehre (BCP)

Ein Open-Access-Repositorium für Publikationen zur Geschlechterforschung

Die von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderte Publikations- und Speicherplattform für Ergebnisse der Geschlechterforschung „GenderOpen“ wurde 4. Dezember 2017 für die Fachwelt und die Öffentlichkeit freigeschaltet. „GenderOpen“ ist ein gemeinsames Projekt von Freier Universität Berlin, Humboldt-Universität zu Berlin und Technischer Universität Berlin. Das Projekt wird mit rund 500.000 Euro über zwei Jahre gefördert. Zum Repositorium „GenderOpen“

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