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TU Berlin

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Menschen

Geistreicher Reformer mit Mut und Ideen

Freitag, 11. Oktober 2013

„Am Mut hängt der Erfolg“ – bei dem Gedenken an Günter Spur kommen mir diese Worte Theodor Fontanes immer wieder in den Sinn. Sie beschreiben, was Günter Spur leitmotivisch begleitet hat: Mit Mut und Unermüdlichkeit trat er seit den Achtzigerjahren für eine nationale Vertretung der deutschen Technikwissenschaften ein und ebnete den Weg für acatech. Als nationale Akademie der Technikwissenschaften setzt sich acatech heute dafür ein, dass in Deutschland aus Ideen Innovationen und aus Innovationen Chancen auf Wohlstand erwachsen. Die Zusammenführung von Expertise aus Wissenschaft und Wirtschaft mit Innovation als deren Bindeglied spiegelt das Verständnis der wissenschaftsbasierten Politikberatung, wie Günter Spur sie prominent vertreten hat.

Für mich war Günter Spur ein geistreicher Reformer, der es verstand, die unterschiedlichen Wissenschaftsdisziplinen miteinander zu verbinden und interdisziplinäre Synergien auszuschöpfen. Auch wenn seine Idee, die Innovationslehre als Studiengang einzuführen, nicht verwirklicht wurde, zeugen seine reformerischen Aktivitäten nicht nur, aber auch an der TU Berlin von seinem Ideenreichtum und Mut zur Innovation.

Von seinen Studierenden forderte Günter Spur stets Leistung, setzte sich aber gerne auch mit ihnen am Abend gemütlich zusammen. Über die konkreten Forschungsfragen hinaus war es immer eine besondere Erfahrung und großartiger Erkenntnisgewinn, mit ihm über die Definition der Technikwissenschaften zu diskutieren. Gerne erinnere ich mich an Abende, an denen wir in kleiner Runde über die Zukunft der Technikwissenschaften philosophierten, insbesondere über die Rolle der Sozial- und Geisteswissenschaften. Scharfsinnig vertrat er die These, dass nur der umfassend gebildete Ingenieur die in der Zukunft vor ihm liegenden Aufgaben adäquat lösen könne. Daher setzte er sich dafür ein, dass auch die Technikgeschichte, Technikphilosophie, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften Eingang in das Ingenieurstudium finden. Es war ihm ein wichtiges Anliegen, die Studierenden nicht nur natur- und technikwissenschaftlich exzellent auszubilden, sondern auch zu Menschen heranreifen zu lassen, die sich mit den ethisch-moralischen Aspekten ihres Tuns auseinandersetzen. In meiner vielfältigen Arbeit mit Günter Spur, sei es an der BTU Cottbus oder bei acatech beziehungsweise früher an der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften, haben mich seine Gestaltungskraft und sein unermüdliches Wirken immer beeindruckt – mit Günter Spur verliere auch ich einen wichtigen Mentor.

Prof. Dr. rer. nat. habil. Dr. h. c. Reinhard F. Hüttl; Präsident acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften / Quelle: Hochschulzeitung "TU intern", 10/2013

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