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TU Berlin

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Menschen

Fordern und fördern

Freitag, 11. Oktober 2013

Bereits zu meinem Studienbeginn im Jahr 1978 hatte das IWF eine besondere Anziehungskraft. Der Name Professor Spur war vielen der Maschinenbaustudierenden früh geläufig. Sollte es sich doch um ein Institut handeln, das durch seine anwendungsorientierte Lehre und eine Vielzahl interessanter Forschungsprojekte für Studierende sehr attraktiv ist. Mit ganz besonderem Stolz wurde ich 1982 als sogenannter HiWi am IWF aufgenommen. Den viel beschäftigten Professor allerdings haben wir HiWis recht selten gesehen. Doch war uns allen klar, dass die vielfältigen Aufgaben von Professor Spur keine größere Nähe zuließen. Erst die Mitwirkung in einer Berufungskommission erlaubte es mir, Professor Spur näher kennenzulernen.

Professor Spurs außergewöhnliche Fähigkeit, zukunftsbedeutsame Tendenzen vorausschauend zu erfassen und Entwicklungsansätze zu formulieren, hat dazu geführt, dass uns jungen Wissenschaftlern sehr frühzeitig vielfältige und umfassende Aufgaben übertragen wurden, die uns sowohl inhaltlich als auch in unserer persönlichen Entwicklung zum eigenverantwortlichen Arbeiten in besonderer Weise prägten. Nahezu Unmögliches zu fordern, um das maximal Mögliche mit den Mitarbeitern zu erreichen, gehörte zur Führungsstrategie, mit der Professor Spur das Institut an der Weltspitze weiter entwickelte.

In der Gründungsphase der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus im Jahr 1991, deren Gründungsrektor Professor Spur war, durfte ich ihn, ausgestattet mit weitreichender Verantwortung, in vielen Belangen des Institutsalltags vertreten. In diesem Abschnitt der gemeinsamen Zusammenarbeit habe ich ein nahezu unbegrenztes Vertrauen und ein höchstes Maß an Handlungsfreiheit von Professor Spur erfahren dürfen. Fordern und Fördern charakterisiert wohl am ehesten die Art und Weise, mit der mein Mentor entscheidend zu meiner persönlichen Entwicklung beigetragen hat. Hierfür werde ich Professor Spur immer dankbar sein.

In der beschriebenen Phase ist ein wichtiger Grundstein für mich gelegt worden, um später in die Nachfolge von Günter Spur eintreten zu können. Kritische Diskurse zu den verschiedensten wissenschaftlichen und organisatorischen Themen kennzeichneten das Miteinander von Günter Spur mit seinem Kollegen und Nachfolger in den vergangenen 16 Jahren. Es bedurfte immer sehr schlagkräftiger Argumente, um den scharfen Analytiker Spur von der eigenen Auffassung zu überzeugen.

Bis zum Schluss nahm Günter Spur aktiv am Institutsleben teil und war fast täglich im Institut. Wir verlieren mit Günter Spur einen Produktionswissenschaftler und Wissenschaftsmanager, der wohl zu Recht als einer der Pioniere eines epochalen Wandels der Produktionstechnik bezeichnet werden kann.

Prof. Dr.-Ing. Dr. h. c. Eckart Uhlmann, Leiter des Fachgebietes Werkzeugmaschinen und Fertigungstechnik der TU Berlin und des Fraunhofer-Instituts Produktionsanlagen und Konstruktionstechnik IPK / Quelle: Hochschulzeitung "TU intern", 10/2013

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