direkt zum Inhalt springen

direkt zum Hauptnavigationsmenü

Sie sind hier

TU Berlin

Inhalt des Dokuments

Alumni

Zuverlässige und preiswerte Logistik: das "Physical Internet"

Freitag, 21. Juni 2013

Ein neues Routensystem soll den Containertransport revolutionieren

Containerumschlag im Hamburger Hafen. Alumnus Mustapha Lounès hat neue Ideen für Logistik im Transportwesen
Lupe

Während des Alumni-Seminars „Innovationsmanagement und Entrepreneurship“, das im April 2013 an der TU Berlin stattfand, stellte der TU-Alumnus Mustapha Lounès ein Logistiksystem vor, das nicht nur innovativer, sondern vor allem ökologischer und effizienter funktionieren soll als die heute gebräuchliche Logistik.

Seit Jahren setzt sich der Energie- und Verfahrenstechnikingenieur Dipl.-Ing. Mustapha Lounès, Ph. D. für die Vermittlung von Kooperationen zugunsten des innovativen Logistikkonzepts „Physical Internet“ ein, das sein Kollege Benoît Montreuil, Professor für „Operations and Decisions Systems“ an der Laval University, Quebec City, Kanada, entwickelt hat. „Es ist nicht einfach, Erfolg versprechende Kooperationsverträge einzufädeln, denn man steht heute in Konkurrenz zu vielen anderen. Aber wenn man gute Inhalte überzeugend vermitteln kann, besteht eine reelle Chance für effektive Zusammenarbeit.“

Ausgangsfrage für eine Neukonzeptionierung der Logistik war für Benoît Montreuil und Mustapha Lounès die Tatsache, dass die Art und Weise, wie Produkte bewegt, gelagert, ausgeliefert und verwendet werden, ökonomisch und ökologisch immer ineffizienter wird. Laut Angaben des Office of the European Union von 2011 macht die Logistik heute fünf bis fünfzehn Prozent des Bruttoinlandsproduktes der meisten europäischen Länder aus und wächst prozentual schneller als der Welthandel. Gleichzeitig ist das Transportwesen einer der größten Umweltverschmutzer und Energieverbraucher und gewährleistet immer weniger einen zuverlässigen und preiswerten Transport.

Das System des „Physical Internet“ ist vom digitalen Web inspiriert und verfügt über ähnlich offene, allen Teilnehmern des Logistiknetzwerkes gleichermaßen zugängliche Strukturen. Zu seinen innovativen Merkmalen gehören modulare Boxen unterschiedlicher Größe, die in herkömmlichen Containern passgenau gestapelt werden können und sämtlichen Nutzern des Netzwerkes zur Verfügung stehen. Das zentral geregelte Routensystem ist so abgestimmt, dass sich Fahrzeuge und Fahrer auf sogenannten „Hubs“ treffen, einander ablösen, Fracht weitergeben oder übernehmen und so Leerfahrten oder Fahrten mit halb leeren Containern grundsätzlich vermieden und die Transportwege enorm verkürzt werden können.

Das „Physical Internet“ ist umso effektiver, je mehr Industrieunternehmen und öffentliche Transportorganisationen diese Strukturen global nutzen. Einen ersten großen Erfolg für seine Kooperationsvermittlung konnte Mustapha Lounès bereits verbuchen: Im Oktober 2013 startet das erste europäische „Physical Internet“-Projekt mit 14 Partnern in zehn Ländern. Der Logistiker Prof. Dr. Frank Straube vom Fachgebiet Logistik der TU Berlin ist an dieser europaweiten Kooperation beteiligt. Der Fahrplan des Projekts sieht vor, dass erste Strukturen bis 2030 länderübergreifend aufgebaut sein sollen. Mustapha Lounès ist davon überzeugt, dass das „Physical Internet“ die Logistik ebenso von Grund auf revolutionieren wird, wie dies vor mehr als fünfzig Jahren der „Container“ getan hat.

Christiane Petersen / Quelle: Hochschulzeitung "TU intern", 6/2013

Zusatzinformationen / Extras

Direktzugang

Schnellnavigation zur Seite über Nummerneingabe

Diese Seite verwendet Matomo für anonymisierte Webanalysen. Mehr Informationen und Opt-Out-Möglichkeiten unter Datenschutz.