direkt zum Inhalt springen

direkt zum Hauptnavigationsmenü

Sie sind hier

TU Berlin

Inhalt des Dokuments

Alumni

Mit der Methode eines "Wi-Ings"

Freitag, 21. Juni 2013

Der Wirtschaftsingenieur Achim Kleuker arbeitet heute als Fotograf

Geordnete Formen, auf eine besondere Art aufgebrochen, das ist ein besonderes Stilelement von Achim Kleuker: gelockte Besucherin vor einem ionischen Säulenkapitell des Tempels der Artemis Leukophryene im Pergamonmuseum
Lupe

Auf den ersten Blick hat das, was Achim Kleuker heute beruflich macht, nicht viel mit dem zu tun, was er einmal studiert hat. Doch wenn er über seinen Beruf spricht und darüber, wie er vorgeht, sind Verbindungen zu entdecken und das ist ihm wichtig. Achim Kleuker hat Wirtschaftsingenieurwesen an der TU Berlin studiert und arbeitet heute als Fotograf.

„Methodisch bin ich weiterhin ganz Wi-Ing“, sagt er. Das lässt sich bereits an seinem Lebenslauf erkennen. Er ist wie ein Diagramm entworfen und heißt „Landschaft“. Zunächst ist eine Horizontale zu sehen, die als Basis zu verstehen ist. Dort sind die Fakten eingetragen, also zum Beispiel das Wi-Ing-Studium, das er 1997 abschloss. Ebenso die beruflichen Stationen als Berater in verschiedenen Unternehmen. „Irgendwie habe ich festgestellt, dass ich in dem Beruf als ,klassischer‘ Wi-Ing nicht ganz meine Erfüllung finde“, erklärt Kleuker. Von der Horizontale gibt es Pfeile in „Landschaften“, in denen man dann den Fotografen und Künstler kennenlernen kann. Parallel zu seiner Arbeit als Unternehmensberater besuchte Achim Kleuker eine Fotoschule. Darüber kam er 2007 an seinen ersten größeren Fotoauftrag. Er fotografierte für die „Galeria Kaufhof“, es folgten weitere Aufträge, unter anderem von der Daimler AG, von der Volkswagen AG und von den Staatlichen Museen zu Berlin. „Fotografie bietet mir eine Möglichkeit der Auseinandersetzung mit Kunst“, erklärt Kleuker. Daher spielt in den „Landschaften“ seines Lebenslaufs auch die Auseinandersetzung mit Ästhetik und Kunst eine große Rolle. „Als Wi-Ing gibt man sich nur schwer mit schlechten Begründungen ab, daher habe ich mich selbst intensiv damit beschäftigt, Kunst zu verstehen.“ Eine zentrale Rolle spielt bei ihm das Thema „Formation und Freiraum“. Viele seiner Arbeiten sind unter diesem Aspekt entstanden. Was damit gemeint ist, kann man in der Volkswagen Universitätsbibliothek erkennen. Hier hängt seit 2007 ein großes Bild von Achim Kleuker. Es zeigt das sogenannte „Bereitstellungsregal“, das es heute nicht mehr gibt. Achim Kleuker hat dabei Einzelaufnahmen zu einem Panoramabild zusammengesetzt. Zwar gibt das Regal die Formation vor, die mit den eckigen Formen der Bücher sogar noch weitergeführt wird, allerdings herrscht in den einzelnen Fächern wiederum Freiraum, denn jedes Regalfach ist unterschiedlich bestückt. Immer wieder entdeckt man in seinen Bildern dieses Zusammenspiel von geordneten Formen, die auf eine besondere Art aufgebrochen werden. Aber auch Menschen finden sich in seinen Fotos. So hat er im Auftrag der Staatlichen Museen eine Reihe erstellt, die Besucher beim Betrachten von Kunst zeigt. „Es ist eine Mischung aus Inszenierung und Zufall, aus der sich meine Bilder zusammensetzen“, sagt Kleuker. Zwischen der Kunst und der Basis in seinem Lebenslauf gibt es eine weitere Verbindung. Gerade hat er für die Staatlichen Museen zu Berlin einen digitalen Rundgang durch das Münzkabinett erstellt, der demnächst im Internet zu besuchen ist. In der Gestaltung von digitalen Ausstellungen könnte sich zukünftig vielleicht ein neues Geschäftsfeld für Achim Kleuker erschließen. „Ich habe zwar die finanzielle Sicherheit aufgegeben, die mir der Beruf als Berater und Angestellter geboten hat, aber ich habe ein neues Feld gefunden, in dem ich mich ausdrücken kann und in dem ich dennoch die Brücke zu meinen Fähigkeiten als Wirtschaftsingenieur schlagen kann“, sagt Achim Kleuker.

 

Bettina Klotz / Quelle: Hochschulzeitung "TU intern", 6/2013

Zusatzinformationen / Extras

Direktzugang

Schnellnavigation zur Seite über Nummerneingabe

Diese Seite verwendet Matomo für anonymisierte Webanalysen. Mehr Informationen und Opt-Out-Möglichkeiten unter Datenschutz.