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TU Berlin

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Innenansichten

Nach der Studie ist vor der Studie

Freitag, 21. Juni 2013

Ergebnisse der "WM-Studie 2012" zur Situation wissenschaftlicher Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

2002, 2007, 2012: Im Abstand von je fünf Jahren und nun zum dritten Mal evaluierte die TU Berlin in einer Studie die Arbeits- und Promotionsbedingungen der wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Die neuen Ergebnisse, die jetzt vorliegen, unterscheiden sich in vielerlei Hinsicht nicht wesentlich von denen der Vorgängerstudien. Doch es kommt auf die Lesart an.

Nach den vorherigen Studien waren verschiedene Verbesserungsmaßnahmen eingeführt worden. Ein Beispiel ist die Einrichtung des Nachwuchsbüros TU-DOC, das Doktoranden direkt unterstützt. Dass die Situation der wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nach wie vor als schwierig eingeschätzt wird, kann vielleicht enttäuschen. Doch vor dem Hintergrund von Kürzungen und Personalrückgang kann es auch als positives Resultat gelten, dass sich die Ergebnisse nicht verschlechtert haben. Deutliche Veränderungen zeigen sich allerdings bezüglich der Vertragsgestaltung. Hier sind Verwaltungsvorschriften zu den Arbeitsverträgen mit Haushalts-WM geändert worden. Das ermöglichte Dreijahres- oder Teilzeitverträge, statt der regulären Fünfjahres-Vollzeitverträge. Dabei wundert es allerdings nicht, dass die Annahme, der Abschluss der Promotion oder Habilitation sei in der Vertragszeit zu erwarten, prozentual gesunken ist. Darüber hinaus ist der Anteil der Haushalts-WM an den gesamten WM stark rückläufig.

Doch die Studie liefert auch konkrete Hinweise zu Verbesserungsmaßnahmen. So hält zum Beispiel eine große Mehrheit von 72 Prozent der Befragten Betreuungsvereinbarungen für „sehr wichtig“ oder „eher wichtig“. Verbale Äußerungen dazu bieten Anhaltspunkte für weitere Schritte: „Promotionsvereinbarungen mit klaren Meilensteinen/Teilzielen: Sehr wichtig!!! Müssten für alle Beteiligten absolut bindend sein.“ Weitere Anknüpfungspunkte bietet auch die differenzierte Auswertung von ansonsten im Durchschnitt kaum veränderten Ergebnissen. Hier fallen bei den Fakultäten einige Unterschiede ins Auge. So gibt es in den Fakultäten I Geisteswissenschaften und VII Wirtschaft und Management eine deutliche Verringerung von Problemen mit der Autorschaft. In diesen Fakultäten gab es umfangreiche Diskussionsprozesse nach der letzten Studie. Es liegt also auf der Hand, dass eine flächendeckende Diskussion in den Fakultäten auch über die jeweilige wissenschaftliche Kultur notwendig ist.

Der offene Umgang mit diesem Thema und den durchaus auch kritischen Ergebnissen der Studie macht die TU Berlin nach wie vor bundesweit zur Vorreiterin. Das Design der Studie – sie basiert auf einem Fragebogen mit Skalen und Freitextelementen – blieb zugunsten einer Vergleichbarkeit der Ergebnisse über die Jahre weitgehend gleich. Die Befragten hatten zur Beantwortung neun Wochen Zeit. Mit einer Quote von 24 Prozent, insgesamt 562 Personen, hatte auch diese jüngste Studie wieder einen guten Rücklauf. Wichtige Bestandteile des Gesamtprozesses, um allen Mitgliedern der Universität die Problemfelder bewusst zu machen, sind außerdem die Diskussionen der Auswertungen im Präsidium und im Akademischen Senat. Das schafft die Basis für Verbesserungen.

Ich werde nun, zusammen mit anderen Akteuren wie dem Nachwuchsbüro und insbesondere mit den sehr engagierten Autoren der Studien, Dr. Konrad Leitner, Sascha Kubath sowie deren Kollegin Dana-Kristin Mah, weitere Empfehlungen ausarbeiten und dem Akademischen Senat vorstellen. Sie sollen auch die vielen neuen Erkenntnisinteressen, die sich nach der jüngsten Studie ergeben haben, für das Studiendesign für 2017 fruchtbar machen.

Dr. Gabriele Wendorf, 3. Vizepräsidentin der TU Berlin / Quelle: Hochschulzeitung "TU intern", 6/2013

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