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TU Berlin

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Vermischtes

Privatsternwarte auf dem Villendach

Montag, 12. Oktober 2009

Jahr der Astronomie

Wilhelm Beer im Ordensglanz. Aus: Sven Kuhrau et al.: Juden-Bürger-Berliner. Das Gedächtnis der Familie Beer - Meyerbeer - Richter, Henschel Verlag 2004
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Auf alten Darstellungen von "Krolls Etablissement", der legendären Tanz- und Vergnügungsstätte im Tiergarten, kann der genaue Beobachter im Hintergrund eine Drehkuppel entdecken. Sie gehörte zur Villa Beer und war die Privatsternwarte des Bankiers und Amateurastronomen Wilhelm Beer (1797-1850). Er, Sohn der berühmten Salonnière Amalie Beer und Bruder des Komponisten Giacomo Meyerbeer, wurde - auf Wunsch des Vaters - Bankier und Unternehmer. Aber er pflegte auch seine kulturellen Interessen.

Mars in natürlichen Farben - aufgenommen vom Hubble-Weltraumteleskop. Den weltweit ersten Marsglobus stellte Beer 1830 vor
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So gehörte er zu den Aktionären des Königstädtischen Theaters am Alexanderplatz. Beer hatte auch ein Faible für die Astronomie. Als im Winter 1827/28 Alexander von Humboldt in Berlin seine Vorlesungen über den Kosmos hielt, fand sich im Publikum ein begeisterter Wilhelm Beer. Er erwarb einen ausgezeichneten Refraktor aus der Werkstatt Joseph Fraunhofers und begann zusammen mit einem Freund, Johann Heinrich Mädler (1794-1874), mit der systematischen Himmelsbeobachtung.

Im September 1830 erlaubte eine günstige Marsopposition die Beobachtung und Kartierung des Planeten. Wenige Wochen später stellten Beer und Mädler den weltweit ersten Marsglobus in der Gesellschaft für Erdkunde vor. 1831 und 1838 publizierten sie die Marskarten in einer Fachzeitschrift.

Aber Beer und Mädler nahmen auch den Mond in ihren vermessenden Blick. Sie wollten ihn mit noch größerer Genauigkeit kartieren. So erschien 1837 ihre "Mappa Selenographica". Beer hatte die Berechnungen und Vermessungen, Mädler die arbeitsintensiven Mondkarten ausgeführt. Das Werk wurde ein Erfolg, der König von Preußen und die Pariser Akademie zeichneten die beiden Amateure, die längst zu Spezialisten geworden waren, aus. Eine Würdigung ihrer Arbeit erlebten die Forscher 1841, als in der Beerschen Villa ein internationaler astronomischer Kongress stattfand. Die Villa wurde 1871 abgerissen. An den Promoter der astronomischen Forschung Beer erinnern heute je ein Krater auf Mond und Mars.

Hans Christian Förster / Quelle: "TU intern", 10/2009

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