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TU Berlin

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Jahr der Astronomie

Montag, 09. Februar 2009

Die erste Sternwarte Berlins

Bild
Der Königliche Stall und das Observatorium, Aquarell von L. L. Müller, 1824
Lupe

Schon 300 Jahre vor dem "Internationalen Jahr der Astronomie 2009" galt Berlin als wichtiger Ort für diese Wissenschaft. Seit 1711 wurde der am Nordflügel des Marstalles erbaute 27 Meter hohe Turm Sitz der Sozietät der Wissenschaften und deren Observatorium. Bis 1809 wurde die Akademie durch eine astronomische Disziplin, das Kalenderpatent, finanziert. Das Gebäude in der Dorotheenstraße gehörte zu den ersten Turm-Sternwarten des 18. Jahrhunderts. 1829 erwarb der Direktor dieser Sternwarte, Johann Franz Encke, einen wertvollen Refraktor aus der Werkstatt von Joseph Fraunhofer. Mit Hilfe Alexander v. Humboldts konnte Encke den König für den Bau einer neuen Sternwarte in der Nähe des Halleschen Tores gewinnen. Mit dem Bau wurde Karl Friedrich Schinkel beauftragt. Auch hier zeigte dieser seine ganze Meisterschaft. Er entwarf ein Observatorium, das eine Symbiose aus Antike und Moderne darstellte. Er gestaltete den Putzbau in einfachen klassischen Stilformen mit einer Tempelfront, die im Giebel-Relief den Sonnengott Apollo mit Viergespann zeigte. Für das Teleskop schuf er eine drehbare Kuppel mittels einer modernen Eisenkonstruktion (Durchmesser 7,5 Meter). Nach dreijähriger Bauzeit wurde die neue Königliche Sternwarte am 24. April 1835 ihrer Bestimmung übergeben. Als Novum erreichte von Humboldt, dass das Haus an zwei Wochenabenden interessierten Bürgern offenstand. Bedeutende Astronomen haben hier gewirkt. 1837 entdeckte J. F. Encke die nach ihm benannte Teilung der Saturn-Ringe und 1846 fand Johann Gottfried Galle mit seinem Assistenten den Planeten Neptun. Diese Entdeckung machte die Sternwarte weltweit bekannt. Unter Wilhelm Foersters Leitung galt sie als bedeutende astronomische Forschungs- und Lehrstätte Deutschlands. Doch aus der Randlage wurde Stadtzentrum, und das beeinträchtigte die astronomische Arbeit. Im Jahre 1913 wurde eine neue Sternwarte in Babelsberg eröffnet. Schon zwei Jahre danach riss man den alten schönen Bau ab.

Hans Christian Förster / Quelle: "TU intern", 2/2009

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