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TU Berlin

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Standpunkte

Der Kampf der Bibliotheken

Freitag, 13. Juli 2012

Zeitschriften verschlingen mehr als die Hälfte des Budgets der TU-Universitätsbibliothek

Wolfgang Zick
Lupe

Die Universitätsbibliothek bietet im Rahmen ihrer finanziellen Möglichkeiten den Zugang zu allen für Wissenschaft, Forschung und Lehre relevanten Medien. Die meisten wissenschaftlichen Zeitschriften, bibliografischen und Volltextdatenbanken sowie zunehmend auch Bücher sind mittlerweile elektronisch verfügbar und stehen so raum- und zeitunabhängig zur Verfügung. Doch auch die Nachfrage nach gedruckten Medien, beispielsweise Lehrbüchern, bleibt bestehen.

Bereits seit den 90er-Jahren kämpft die Bibliothek mit steigenden Kosten, vorwiegend für die gedruckten Zeitschriftenabonnements im naturwissenschaftlich-technischen Bereich. Die Umstellung auf elektronische Zeitschriften, aber auch das wachsende Angebot von Datenbanken und E-Books hat diese Kostenentwicklung noch verschärft, da für elektronische Medien 19 Prozent Umsatzsteuer, für gedruckte nur sieben Prozent Steuern anfallen. Allein die Kosten für die vier wichtigsten Datenbanken der TU Berlin, darunter die DIN-Normen und „Web of Science“, liegen bei jeweils über 50 000 Euro pro Jahr. Hinzu kommen jährliche Preissteigerungen zwischen drei und sechs Prozent für Zeitschriften- und Datenbankabonnements, unabhängig von der Medienform. Der Erwerbungsetat der Universitätsbibliothek der TU Berlin stieg dagegen innerhalb von zehn Jahren insgesamt um nur vier Prozent. So zahlen wir heute für Zeitschriften und Datenbanken 70,5 Prozent unseres Gesamtbudgets.

Preissteigerungen können wir also nur auffangen, indem wir den Erwerb von Monografien einschränken oder Zeitschriftenabonnements abbestellen. Doch auch das ist schwierig, da der Zugriff auf elektronische Zeitschriften vertraglich oft an den abonnierten Bestand gekoppelt ist. Die 145 sehr hochpreisigen Elsevier-Zeitschriften binden allein 46 Prozent des Bibliotheksbudgets für Printzeitschriften, weitere 16 Prozent sind durch die 131 Abos des Wiley-Verlages gebunden. Gerade die Vertragskonditionen der für die MINT-Fächer besonders relevanten Verlage sind häufig sehr restriktiv und auf Umsatzsteigerung ausgerichtet: Sie erlauben keine oder nur sehr geringe Abbestellquoten und legen feste Preissteigerungsraten fest. Auch der Zusammenschluss der wissenschaftlichen Bibliotheken in Berlin und Brandenburg zu einem Konsortium führt aufgrund der Monopolstellung der Verlage nur bedingt zu besseren Vertragsabschlüssen. Doch die drängende Nachfrage der Forschenden schwächt die Verhandlungsposition der Bibliotheken und erschwert Abbestellungen.

Zusätzliche Zeitschriften oder Datenbanken, für die aus den Fakultäten und Fachgebieten dringender Bedarf angemeldet wird, können von der Bibliothek nur durch deren finanzielle Beteiligung oder Einstellung anderer Angebote realisiert werden.

Um dennoch Zugang zu allen für Forschung, Lehre und Studium relevanten Veröffentlichungen zu ermöglichen, bietet die Universitätsbibliothek Dokumentlieferdienste an, über die schnell und für TU-Angehörige kostenfrei die benötigte Literatur beschafft wird.

Dr. Wolfgang Zick, Leiter der Universitätsbibliothek

Quelle: Hochschulzeitung "TU intern", 7/2012

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