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TU Berlin

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Forschung

Von Mäusen, Menschen und Medizin

Montag, 25. Januar 2010

"Queen’s Lecture" mit Nobelpreisträger und Stammzellenforscher Sir Martin Evans

Maus und Glaskolben
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Krankheiten wie Krebs, Diabetes oder auch Herzleiden gehören heute nach wie vor zu den schwer oder gar nicht kurierbaren Gesundheitsstörungen. Um diese besser zu verstehen und schließlich besiegen zu können, muss man unter anderem auch ihre genetischen Ursachen aufdecken. Einen großen Schritt in diese Richtung taten zwei amerikanische und ein britischer Genforscher, die 2007 für ihre fundamentalen Entdeckungen und Entwicklungen in der Gen- und Stammzellenforschung mit dem Medizinnobelpreis ausgezeichnet wurden: Einer von ihnen, der Brite Sir Martin J. Evans, wird am 4. Februar 2010 an der TU Berlin die traditionelle "Queen’s Lecture" halten. Er wird erklären, wie bei Mäusen gezielt Gene "ein- und ausgeschaltet" werden können und wie die Menschheit von diesen sogenannten "Knock-out"-Mäusen profitieren kann.

"Gene-Targeting" heißt die Technik, die sich inzwischen weltweit in der Biomedizin durchgesetzt hat. Sie entstand aus der Technik der Rekombination spezifischer Gene in Säugetierzellen, die die beiden amerikanischen Preisträger entwickelt hatten, und den Entdeckungen von Sir Martin Evans in der Stammzellenforschung, die eine Vererbung von modifizierten, in der Erbsubstanz DNS "zu- oder abgeschalteten" Genen erlaubte. Anschließend können die dadurch hervorgerufenen Veränderungen am Tier studiert werden. Mehr als 10 000 Mäusegene konnten die Wissenschaftler bereits kontrolliert ausschalten.

Nur wenige Jahre nach diesem wissenschaftlichen Durchbruch sind die sogenannten "Knock-out"-Mäuse heute zu einem zentralen Werkzeug in der internationalen Genforschung geworden. Bei ihnen können spezifische genetische Modifikationen zu bestimmten Zeiten in bestimmten Zellen oder bestimmten Organen aktiviert werden. Fast jeden Aspekt der Physiologie von Säugern kann man so studieren. Von den Mäusegenen könnten durchaus Rückschlüsse auf das Verhalten des menschlichen Genoms gezogen werden, so Sir Martin Evans. Er selbst setzt das "Gene-Targeting" bei Mäusen unter anderem zur Untersuchung der erblich bedingten, mit dem frühen Tod endenden und bislang unheilbaren Krankheit Mukoviszidose ein, zur Untersuchung von Brustkrebs sowie verschiedener Gentherapien.

Sir Martin Evans
Sir Martin Evans in seinem Labor
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Der Biochemiker Sir Martin J. Evans ist seit 1999 in der Fakultät für Lebenswissenschaften der Cardiff University tätig, seit November 2009 als deren Präsident. 1993 wurde er zum Fellow of the Royal Society gewählt (FRS). Viele Fachartikel, Auszeichnungen und mehrere Ehrendoktortitel zeugen von seiner Leistung und Anerkennung in der wissenschaftlichen Welt. Für seine Leistungen wurde der Medizinprofessor 2004 von der britischen Queen geadelt. Im Juli 2009 krönte eine weitere besondere Auszeichnung die Arbeit von Sir Martin Evans: Er erhielt die Copley-Medaille der Royal Society, einen der ältesten und renommiertesten wissenschaftlichen Preise der Gesellschaft. Zu den früheren Copley-Medaillenträgern zählen unter anderem Albert Einstein, Charles Darwin, Michael Faraday und Stephen Hawking. Die Queen’s Lecture an der TU Berlin ist ein Geschenk der britischen Königin Elisabeth II. von 1965. Jährlich präsentieren renommierte britische Wissenschaftler dabei ihre Forschung. Die Queen’s Lecture wird unterstützt vom British Council, Großbritanniens internationaler Organisation für Bildung und Kulturbeziehungen.

Patricia Pätzold / Quelle: "TU intern", 1/2010
Queen's Lecture 2010
Der Vortrag wird in englischer Sprache gehalten. Der Eintritt ist frei.
Zeit:
4. Februar 2010, 17 Uhr
Ort:
TU-Hauptgebäude, Audimax
www.cardiff.ac.uk/martinevans
www.britishcouncil.de

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