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TU Berlin

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Energienetzwerk der Zukunft ausgezeichnet

Donnerstag, 16. Januar 2020

Medieninformation Nr. 8/2020

Wichtigster Preis für Innovationen im Energiesektor der Schweiz geht an TU-Forschungsteam

Wissenschaftler der TU Berlin wurden zusammen mit der Züricher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) und der Berliner Watergy GmbH mit dem schweizerischen Preis „Watt d‘Or 2020“ in der Kategorie Energietechnologien für außergewöhnliche Leistungen im Energiesektor ausgezeichnet. Im Rahmen des von der EU und der Schweiz geförderten Projektes „H-DisNet“ haben Prof. Dr. Felix Ziegler, Leiter des Fachgebiets Maschinen- und Energieanlagentechnik, und sein Mitarbeiter Reiner Buchholz sowie Prof. Claus Steffan, Leiter des Fachgebiets Gebäudetechnik und Entwerfen, und seine Mitarbeiter Dr. Martin Buchholz und Mathieu Provost von der TU Berlin ein innovatives thermo-chemisches Netzwerk entwickelt. Dieses kann Energie als chemisches Potenzial in einer Salzlösung beliebig lang und ohne Verluste speichern.

Gewächshäuser versorgen die Bürger*innen ganzjährig mit Zierpflanzen und frischem Gemüse, doch arbeiten sie dabei selten klimaneutral und energiesparend. Um die Kühlung, Heizung und Luftfeuchteregulierung im Gewächshausbetrieb zu verbessern, entwickelte das Berliner Forschungsteam zusammen mit den Schweizer Kolleg*innen der ZHAW-Forschungsgruppe um Dr. Thomas Bergmann von Juni 2016 bis Ende 2019 ein Anwendungsbeispiel eines thermo-chemischen Energienetzwerkes in einem schweizerischen Orchideengewächshaus. Der Energieverbrauch für die Klimatisierung konnte dabei um bis zu 50 Prozent reduziert werden. Die Berliner Wissenschaftler bauten hierzu einen neuartigen Luftfeuchteabsorber mit verbesserten Energieübertragungseigenschaften und verringertem Energieverbrauch für Pump- und Ventilatorstrom, der in die Gewächshausanlage integriert wurde. Ihr Einsatz für eine bessere Energiezukunft wurde nun vom Schweizer Bundesamt für Energie mit dem „Watt d’Or“ geehrt. Die Auszeichnung erfolgt jährlich durch eine Fachjury in vier verschiedenen Kategorien und ist nicht dotiert.

Im Forschungsprojekt „Intelligent Hybrid Thermo-Chemical District Network“ (H-DisNet) beschäftigen sich die TU-Wissenschaftler mit thermo-chemischen Netzwerken, bei denen industrielle Abwärme von sehr geringen Temperaturen zur Verdunstung von Wasseranteilen einer Salzlösung genutzt werden. Das hieraus entstehende Solekonzentrat kann ohne thermische Verluste langfristig gespeichert und transportiert werden. Für die Nutzung in Gebäuden, in Gewächshäusern und in der industriellen Trocknung wird das hygroskopische Solekonzentrat zur Aufnahme von Wasseranteilen verwendet, wobei nutzbare Wärme entsteht bzw. in Kühlanwendungen Wärme gezielt abgeführt werden kann. Zudem kann mit geringem Aufwand eine gewünschte Luftfeuchtigkeit sehr genau eingestellt werden. Abwärme und Verbrauchseinheiten können bis zu 50 km voneinander entfernt sein, so dass thermo-chemische Netzwerke zukünftig auch Fernwärmenetze ablösen sowie den Einsatz von Fernwärme ausweiten könnten. Sie sind besonders klimaneutral, da sie vor allem aus bisher ungenutzten Abwärmequellen gespeist werden. Das Berliner Forscherteam hat in Berlin-Adlershof eine weitere Pilotanlage realisiert, in der ein erstes Netzwerk mit Abwärmequelle und einem Versuchsgebäude als Verbrauchseinheit verbunden wurde.

Ausführliche Informationen zum Projekt: https://www.h-disnet.eu/



rb

Weitere Informationen erteilt Ihnen gern:

Dr.-Ing. Martin Buchholz
TU Berlin
Fachgebiet Gebäudetechnik und Entwerfen
Tel.: +49 030 314 23301

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