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TU Berlin

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Das Haus am See

Dienstag, 27. Februar 2018

Medieninformation Nr. 37/2018

Das Werk des Architekten Alfred Breslauer digitalisiert und für Interessierte abrufbar – öffentliches Colloquium zum Forschungsprojekt am 7. und 8. März 2018

Der Architekt Alfred Breslauer, Sammlung Konrad Feilchenfeldt
Lupe

Alfred Breslauer (1866–1954), Absolvent der Technischen Hochschule Berlin, der Vorgängereinrichtung der TU Berlin, zählt zu den vergessenen Architekten des frühen 20. Jahrhunderts. Zu seinem 150. Geburtstag im Juli 2016 startete das Architekturmuseum der TU Berlin ein Forschungsprojekt zu Leben und Werk des Architekten, finanziert von der Deutschen Forschungsgemeinschaft. Zu seinem Werk gehören der Umbau der Italienischen Botschaft in Berlin-Tiergarten, Schloss Bärenklau in Brandenburg, das Haus am See in Berlin-Wannsee und viele andere Villen, Landhäuser, Wohnhäuser und Palais. Das Architekturmuseum lädt Anfang März 2018 zu einem öffentlichen Colloquium ein, um die bisherigen Ergebnisse zu präsentieren und zu diskutieren.

Colloquium: Alfred Breslauer – Architekt einer traditionellen Moderne
Zeit:
7. und 8. März 2018, jeweils 10 bis 18 Uhr
Ort:
Architekturgebäude der Technischen Universität Berlin, Straße des 17 Juni 152, Hörsaal A 053
Zu Alfred Breslauers Werk gehörten viele Villen wie hier das Haus am See (Wannsee))
Lupe

Mehr als 200 Fotos und Drucke zu 70 seiner Bauten, der Nachlass Breslauers im TU-Architekturmuseum, sind nun digitalisiert und für jeden Interessierten online abrufbar. Das Colloquium diskutiert Anfang März 2018 den derzeitigen Stand der Forschungen. Die Einordnung von Alfred Breslauers architektonischem Lebenswerk in die Baukunst seiner Zeit wird – verbunden mit seiner nach 1933 erfolgten Isolation und Entrechtung – im Mittelpunkt des Colloquiums stehen. Von entscheidender Bedeutung für seine architektonische Laufbahn waren zweifellos seine Zeiten im Architekturbüro Alfred Messels, während deren er sich vor allem als Bauleiter beim Neubau des Warenhauses Wertheim an der Leipziger Straße verdient machte. Bei dieser Inkunabel moderner deutscher Architektur sammelte Breslauer einige Erfahrungen im Umgang mit Eisenkonstruktionen und anderen bautechnischen Neuheiten und adaptierte Wertheims viel gelobte vertikale Pfeilerfassade bei seinen ersten Bauaufträgen.

Bereits ab 1906 wandte sich Breslauer – wie kurz zuvor sein Mentor Messel – bei der Außenhülle seiner Villen und Landhäuser dem Stil des preußischen Spätbarock und Frühklassizismus zu. Spätestens seit Paul Mebes’ Publikation „Um 1800“ von 1908 wurde diese höchst innovative Stilphase des ausgehenden 18. Jahrhunderts zum Ausdrucksmittel deutscher Reformarchitektur erklärt. Auch nach Ende des Ersten Weltkriegs verfolgte Breslauer diesen Formenkanon weiter und errichtete in seiner größten Schaffensphase zahlreiche Bauten in diesem nunmehr als eher traditionell empfundenen neoklassizistischen Stil. Diese besondere Eigenart Breslauers wird in mehreren Beiträgen erläutert werden, und der besondere Stellenwert seines Werks unter der Perspektive „Avantgarde oder Tradition“ wird im Vordergrund stehen. Mit seinen spätbarock-frühklassizistisch preußischen Landhausbauten traf Breslauer offensichtlich auch den Geschmack der bürgerlich-jüdischen Eliten im Berlin der Weimarer Republik. Eventuell war hierfür der Wunsch nach bürgerlicher Gleichstellung und Anerkennung ausschlaggebend, ließ doch bereits der Stil des Wohnhauses den wahrhaft preußischen Ursprung seiner Besitzer erkennen.

Im Forschungsprojekt wird derzeit an der Erstellung eines vollständigen Verzeichnisses seines Gesamtwerkes von rund 200 Bauten (gegenwärtiger Stand) in Buchform gearbeitet.

Sammlung Breslauer online:
https://architekturmuseum.ub.tu-berlin.de/index.php?p=222

Weitere Informationen erteilt Ihnen gern:

Dr. Hans-Dieter Nägelke
TU Berlin
Architekturmuseum
Tel.: 030/314-23116

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