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TU Berlin

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Antisemitische Gefühle und Bilder im Fokus

Mittwoch, 18. Oktober 2017

Medieninformation Nr. 171/2017

Zentrum für Antisemitismusforschung erhält zwei neue Professuren und eine einzigartige Sammlung antisemitischer Bilder / Erweiterung der Forschungsagenda

Zu Beginn des Wintersemesters 2017/2018 verstärken zwei neue Professoren das Zentrum für Antisemitismusforschung (ZfA) der TU Berlin. Mit einer Heisenberg-Professur erfährt die Forschungsagenda des Zentrums eine thematische, theoretische und methodische Erweiterung. Der wissenschaftliche Fokus soll damit um Visual History und Emotionsforschung vergrößert werden. Die Heisenberg-Professur, die von der DFG fünf Jahre mit insgesamt rund 600.000 Euro gefördert wird, geht an Prof. Dr. Uffa Jensen.

Die materielle Basis für das Vorhaben bietet die Kooperation mit Arthur Langerman aus Brüssel, der dem Zentrum den Zugang zu seiner einmaligen Sammlung antisemitischer visueller Artefakte – die wohl größte ihrer Art – zur exklusiven wissenschaftlichen Auswertung zur Verfügung stellt.

Außerdem tritt Prof. Dr. Samuel Salzborn eine zweijährige Gastprofessur für Antisemitismusforschung  an. Sie ist die erste Professur in der Antisemitismusforschung in Deutschland, die mit einem Politikwissenschaftler besetzt wird. Das Land Berlin finanziert sie. Samuel Salzborn nimmt den aktuellen Antisemitismus in den Blick und untersucht ihn in den Parteien, in der Schule und der politischen Bildung, bei der extremen Rechten und im Islamismus sowie in der internationalen Politik.

Mit der Finanzierung der Gastprofessur für Antisemitismusforschung von Prof. Dr. Samuel Salzborn will das Land Berlin „ganz bewusst die dringend benötigte wissenschaftliche Auseinandersetzung mit dem Antisemitismus in unserer heutigen Gesellschaft fördern. Die wissenschaftlichen Erkenntnisse wollen wir auch für die Gestaltung unserer Politik nutzen, um jeglicher Form des Antisemitismus mit Nachdruck entgegenzutreten“, so Steffen Krach, Staatssekretär für Wissenschaft und Forschung im Land Berlin

Prof. Dr. Christian Thomsen, Präsident der TU Berlin: „Ich freue mich sehr über die personelle Verstärkung und die damit verbundenen neuen wissenschaftlichen Fragestellungen. Damit wird das international renommierte Zentrum für Antisemitismusforschung neue Perspektiven für die Forschung und auch für unsere Studierenden eröffnen. Besonders bin ich Arthur Langerman dankbar, der einen Zugang zu seiner privaten Sammlung ermöglicht. Gemeinsam können nun die historischen Artefakte ausgewertet und wissenschaftlich eingeordnet werden. Das ist ein großer Verdienst für die Forschung und ein Vertrauensbeweis unseren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern gegenüber.“
„Ich bin vor sechs Jahren angetreten, die Arbeit des Zentrums durch die Einbeziehung von zentralen Perspektiven neu auszurichten: die Bedeutung von Geschlechterbildern, von Emotionen und deren visuelle Vermittlung für die Virulenz und Persistenz des Antisemitismus. Ich bin daher sehr glücklich, dass es uns gelungen ist, diesen Prozess durch die Einwerbung einer Heisenberg-Professur der DFG zu konsolidieren und in Zukunft, auf der Grundlage der einzigartigen Sammlung von Arthur Langerman, für die Forschung fruchtbar und anschlussfähig zu machen“, sagt Prof. Dr. Stefanie Schüler-Springorum, Direktorin des Zentrums für Antisemitismusforschung an der TU Berlin.  

Mit Prof. Dr. Uffa Jensen konnte die TU Berlin einen herausragenden Wissenschaftler gewinnen, der ein breites Lehr- und Forschungsprofil aufweist und als einer der profundesten Kenner sowohl des modernen Antisemitismus als auch der Emotionsgeschichte gilt. „In der klassischen Antisemitismus- und Vorurteilsforschung wurden Gefühle kaum systematisch untersucht. Obwohl es zu antisemitischen Bildern bereits einige Forschungsarbeiten gibt, so konzentriert sich die Antisemitismusforschung doch überwiegend auf Texte. Auch die emotionale Relevanz von Bildern ist bisher nicht analysiert worden“, so Prof. Dr. Uffa Jensen, der sich diesem Bereich in historischer Perspektive widmen und eine neue visuelle Emotionsgeschichte begründen wird.

Wo sind die Gemeinsamkeiten, wo die Unterschiede von Antisemitismus in verschiedenen politischen Spektren? Warum wird Antisemitismus in der Öffentlichkeit (wieder) mehr verbreitet und welche Rolle spielen dabei die neuen Medien? Welche Möglichkeiten der Prävention und Intervention gibt es? Solchen Fragen wird sich Prof. Dr. Samuel Salzborn in den kommenden zwei Jahren am Zentrum für Antisemitismusforschung widmen und seine ausgewiesene Expertise im Bereich der Politischen Theorie wie in der Demokratieforschung einbringen.

Weitere Materialien:

sn

Weitere Informationen erteilt Ihnen gern:

Prof. Dr. Stefanie Schüler-Springorum
TU Berlin
Zentrum für Antisemitismusforschung (ZfA)
Tel.: 030/314-23154

Prof. Dr. Uffa Jensen
TU Berlin
Zentrum für Antisemitismusforschung (ZfA)

Prof. Dr. Samuel Salzborn
TU Berlin
Zentrum für Antisemitismusforschung (ZfA)

www.salzborn.de

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