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TU Berlin

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90 Jahre Wirtschaftsingenieurwesen – Ein Erfolgsmodell

Freitag, 17. November 2017

Medieninformation Nr. 198/2017

1927 schrieben sich die ersten Studierenden an der Technischen Hochschule Berlin für den Studiengang „Wirtschaft und Technik“ ein, den Vorläufer des heutigen Studiengangs Wirtschaftsingenieurwesen.

Er ist 90 Jahre alt, entwickelt sich prächtig, wird stetig erneuert, hat starke Förderer und ist sehr gefragt. Diese beneidenswerten Kriterien kann der Studiengang Wirtschaftsingenieurwesen (Wi.-Ing.) auf sich vereinen, der seine Wurzeln an der Technischen Hochschule Berlin hat.

Der Studiengang Wirtschaftsingenieurwesen aus heutiger Perspektive:


Die Studierenden Victoria Czempinski und Bobby Xiong erzählen, warum sie Wirtschaftsingenieurwesen an der TU Berlin studieren und was sie besonders an dieser Fachrichtung fasziniert.

Prof. Dr. Willi Prion ist der Vater dieses Studiengangs in Deutschland. Er hatte von 1925 bis zu seinem Tod 1939 eine Professur an der Technischen Hochschule Berlin für das Fach Betriebswirtschaftslehre inne und erkannte, dass es in der beruflichen Praxis von Ingenieuren Anforderungen gab, die in der universitären Ausbildung nicht berücksichtigt wurden: wirtschaftliches Wissen und Denken. Um diese Lücke zu schließen, entwickelte er den Studiengang „Wirtschaft und Technik“, den Vorläufer des heutigen Studiengangs Wi.-Ing., für den sich im Jahr 1927 die ersten 51 Studierenden an der Technischen Hochschule in Berlin einschrieben.

Die Geburtsstunde des Wi.-Ing.s war zugleich der Start einer Erfolgsgeschichte. Heute wird der Studiengang an 32 Universitäten und fast 120 Fachhochschulen angeboten. Mit knapp 3000 Studierenden ist er der größte der TU Berlin. Die Absolventinnen und Absolventen sind gefragt in Industrie-, Handels- und Dienstleistungsunternehmen sowie in der Wissenschaft.

Eng verbunden mit der Entwicklung des Studiengangs an der TU Berlin sind zwei weitere Akteure. Nach dem Krieg hat sich Prof. Dr.-Ing. Horst Wagon, der zwischen 1946 und 1975 Professor für Maschinenwesen an der TU Berlin war, für die feste Verankerung des Studiengangs Wi.-Ing. an der TU Berlin eingesetzt. Er entwickelte den Studiengang gemeinsam mit der neu gegründeten Fakultät für Wirtschaftswissenschaften weiter. Das simultane Studium von ingenieur- und wirtschaftswissenschaftlichen Fächern ist bis heute das prägende Element.

Sein Schüler, der spätere TU-Professor Dr.-Ing. Dr. h.c. Helmut Baumgarten übernahm den Staffelstab, nachdem er 1976 dem Ruf als Professor für das Fachgebiet Logistik an die TU Berlin gefolgt war. Über 20 Jahre prägte er die Gemeinsame Kommission für den Studiengang Wirtschaftsingenieurwesen (GKWi) und sorgte für eine stetige Modernisierung des Studiengangs. Neben den klassischen ingenieurwissenschaftlichen Fachrichtungen wie Maschinenbau oder E-Technik zog Baumgarten zukunftsweisende Vertiefungen wie Informations- und Kommunikationssysteme, Energie- und Ressourcen oder Logistik hinzu. „Der Wi.-Ing. braucht praxis- und zukunftsorientierte Studieninhalte. Die Konstruktion unseres Studienmodells, dem sogenannten Berliner Modell, ist daher entsprechend ausgelegt“, betont Helmut Baumgarten. Nach seiner Pensionierung übernahm er noch die Akkreditierung des Studiengangs im Rahmen des Bologna-Prozesses. 

Das Berliner Modell ist Vorbild an vielen nationalen und internationalen Hochschulen geworden. Sein Nachfolger in der GKWi ist Prof. Dr. Christian von Hirschhausen, der den Studiengang zusammen mit seinem Team bereits auf die Anforderungen zum hundertsten Geburtstag vorbereitet. „Die größte Herausforderung ist hierbei die Digitalisierung und das Thema Industrie 4.0. Bereits heute hat die Digitalbranche den Maschinenbau als größter Arbeitgeber in Deutschland überholt. Das Ausbildungskonzept muss sich daran anpassen“, sagt Christian von Hirschhausen. Insbesondere der Integrationsbereich – die Schnittstelle zwischen Management und Technik – wird derzeit mit den Themen Big Data und Künstliche Intelligenz fit für die Zukunft gemacht. Auch die Frauenquote, die bislang bei 27 Prozent liegt und damit die höchste unter den MINT-Fächern ist, soll weiter erhöht werden. Die Internationalität des Studienangebots wird stetig durch mittlerweile knapp 300 Austauschverträge und fünf Doppelmasterangebote sowie den Alliance4Tech European Campus verbessert. Das Curriculum muss sich aber auch zu Hause in Form von mehr englischsprachigen Lehrveranstaltungen und interkultureller Kompetenz anpassen. „Der Studiengang ist international ein Erfolgsmodell, weil es ihn in dieser Form mit der Schnittstelle Wirtschaft, Integration und Technik nirgendwo gibt“, so von Hirschhausen. „Natürlich stehen wir international im Wettbewerb mit anderen Hochschulen und müssen uns daher immer weiterentwickeln.“

bk

Weitere Informationen erteilt Ihnen gern:

Prof. Dr. Christian von Hirschhausen
TU Berlin
Fachgebiet Wirtschafts- und Infrastrukturpolitik und
Vorsitzender der GKWi
Tel.: 030/314- 25048

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