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TU Berlin

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Wenn Sicherheitslösungen zu Konflikten führen

Donnerstag, 16. März 2017

Medieninformation Nr. 44/2017

Das Verbundprojekt „4D-Sicherheit“ entwickelt ein softwaregestütztes Entscheidungshilfe- und Planungs-Werkzeug

Oftmals rufen Konzepte zur Sicherheit und die damit verbundenen Maßnahmen Kontroversen hervor, die sich beispielsweise aus umstrittenen Einführungspraktiken ergeben und so mitunter erhebliche Folgekosten produzieren. Deutlich wurde dies bei der Umbenennung des „Nacktscanners“ in „Körperscanner“ an einigen deutschen Flughäfen, der zwar unter der Kleidung getragene Objekte sichtbar machen soll, dabei aber keine Nacktheit im eigentlichen Sinne erforderlich macht. Um derartige Kontroversen zu einem möglichst frühen Zeitpunkt zu identifizieren und ihnen konstruktiv zu begegnen, bedarf es eines ganzheitlichen Ansatzes, der die zahlreichen Perspektiven der beteiligten Akteure berücksichtigt.

Das neue Verbundprojekt „4D-Sicherheit“ setzt sich mit diesem Problem auseinander. Es hat zum Ziel, das Spannungsfeld aus individuellen Anforderungen der einzelnen Akteure zu systematisieren und eine Methode zu erarbeiten, die die Anforderungen relevanter Akteure berücksichtigt. Diese werden über exemplarische Fallstudien bei assoziierten Partnern  wie zum Beispiel der Fachhochschule der Polizei des Landes Brandenburg oder der Flughafen München GmbH ermittelt. Auf der Basis dieser Fallstudien soll ein softwaregestütztes Entscheidungshilfe- und Planungs-Werkzeug entstehen. Es soll Sicherheitsakteure bei der ökonomischen, sozialen sowie rechtlichen Bewertung und Implementierung von Sicherheitslösungen unterstützen, indem Problemfelder identifiziert und Optimierungspotenziale aufgezeigt werden. Koordiniert wird das Verbundprojekt von Dr. Leon Hempel vom Zentrum Technik und Gesellschaft der TU Berlin.

Eine optimale Sicherheitslösung soll Sicherheit garantieren, Vertrauen schaffen, effizient sein und nicht gegen Rechte verstoßen, so die Theorie. Die Praxis weicht von diesem Optimum mitunter erheblich ab. So werden wichtige Perspektiven nicht bedacht, weil sie nicht im Fokus eines individuellen Akteurs stehen und sich Unternehmen, Behörden oder Institutionen allein darauf konzentrieren, die von ihnen erwarteten Sicherheitsziele zu erreichen. Hinzu kommt, dass insbesondere technikorientierte Sicherheitslösungen komplexer und für den Einzelnen in ihrer Gesamtheit zunehmend unverständlicher werden.

Das Verbundprojekt wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) im Rahmen des Programms „Forschung für die zivile Sicherheit“ der Bundesregierung drei Jahre mit insgesamt 1,3 Millionen Euro gefördert.

sn

Weitere Informationen erteilt Ihnen gern:

Dr. Leon Hempel, Verbundkoordinator
TU Berlin
Zentrum Technik und Gesellschaft
Tel.: 030/314-25373

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