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TU Berlin

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Die Welt entwirft 80 Brücken für Berlin

Mittwoch, 12. Juli 2017

Medieninformation Nr. 113/2017

Entwürfe werden erstmals auf der 6. Internationalen Fußgängerbrücken-Konferenz vom 6. bis 8. September 2017 an der TU Berlin gezeigt

Sind Städte wie Paris, London und Venedig auch für ihre Fußgängerbrücken berühmt, hat Berlin diesbezüglich wenig zu bieten. Deshalb startete TU-Professor Dr. Mike Schlaich anlässlich der „6th International Footbridge Conference“ an der TU Berlin weltweit einen Aufruf unter Bauingenieuren, Architekten, Künstlern, Landschaftsplanern und Lichtdesignern. Er bat sie, eine Brücke für Berlin zu entwerfen. 80 Entwürfe für sechs Berliner Standorte sind eingegangen und werden auf der Konferenz erstmals präsentiert. Wir möchten Sie dazu herzlich einladen.

Zeit:
6.–8. September 2017
Ort:
TU Berlin, Gustav-Meyer-Allee 25, 13555 Berlin 

Im Vorfeld der Tagung hatte Prof. Dr. Mike Schlaich, Leiter des Fachgebietes Entwerfen und Konstruieren – Massivbau, bei der Senatsbauverwaltung angefragt, Orte zu nennen, an denen eine Fußgängerbrücke in Berlin nötig oder wünschenswert wäre. Sechs Standorte identifizierte die Behörde, an denen sich schon einmal Fußgängerbrücken befanden, die aber zerstört worden waren, oder an denen eine Brücke aufgrund zukünftiger Stadtplanungen neu wäre. Diese sechs Standorte sind:

  • die ehemalige Brommy-Brücke zwischen Kreuzberg und Friedrichshain, nahe der Berliner Mauer,
  • Europacity, nahe des Berliner Olympiastadions,
  • Gleisdreieck, nahe der Parks „Tilla Durieux“ und „Park am Gleisdreieck“,
  • Moabit, am Zusammenfluss von Spree und Landwehrkanal,
  • nahe der Spandauer Zitadelle und
  • die ehemalige Waisen-Brücke.

Mike Schlaich beschreitet mit dieser 6. Fußgängerbrücken-Konferenz im internationalen Konferenzgeschehen neue Wege. Neu ist nicht nur, dass eigens für diese Tagung Brücken entworfen wurden, neu ist auch, dass Schlaich seine Kolleginnen und Kollegen bat, die Vorträge nicht als bloße Abfolge technischer Parameter anzulegen, sondern zu erzählen, warum sie eine Brücke so gebaut beziehungsweise entworfen haben, welche Idee dahinter steht, in welcher Tradition sie sich begreifen, von wem oder wovon sie inspiriert sind, warum diese Form, dieses Material eingesetzt wurde oder werden soll. „Im Vergleich zu den bisherigen Fußgängerbrücken-Konferenzen in Paris, Venedig, Porto, Warschau und London ist das eine andere Herangehensweise“, sagt Mike Schlaich. „Wenn wir Bauingenieure einen Vortrag halten, dann geht es oft nur um technische Parameter. Aber ich möchte eine andere Debattenkultur anstoßen. Ich möchte, dass Bauingenieure sich bewusst werden, welch großen Beitrag sie zur Baukultur leisten.“ Die Konferenz trägt deshalb auch den Untertitel „Tell a story“. Dieser Versuch, eine andere Kultur zu etablieren, kommt nicht von ungefähr. Wenn man einen Bauherrn gewinnen wolle, seine Brücke zu bauen, dann könne man nicht nur mit Zahlen hantieren. Da brauche man eine überzeugende Geschichte, die die Brücke besonders mache, sie von anderen abhebe, so Mike Schlaich, der schon viele Brücken entworfen und gebaut hat und Preise dafür bekam.

Neben diesen beiden neuen Elementen werden aber auch – ganz klassisch – wissenschaftliche Vorträge auf höchstem Niveau gehalten, die sich mit dem gravierenden Problem der Schwingung von Fußgängerbrücken beschäftigen und innovative Erkenntnisse vermitteln.

Zur Konferenz im September wird im Jovis-Verlag ein Buch erscheinen, in dem alle 80 Brückenentwürfe für Berlin publiziert werden. Der Band wird an diese Konferenz der etwas anderen Art erinnern und gleichzeig ein einzigartiges Dokument sein über den jetzigen Wissensstand zu Fußgängerbücken am Beginn des 21. Jahrhunderts.

Die Konferenz findet in englischer Sprache statt.

Mehr zur Konferenz, zum Programm und zur Anmeldung unter: footbridge2017.com 

sn

Weitere Informationen erteilt Ihnen gern:

Prof. Dr. Mike Schlaich
TU Berlin
Fachgebiet Entwerfen und Konstruieren – Massivbau
Tel.: 030/314-72130

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