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TU Berlin

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Moonwalker: Der letzte Mann auf dem Mond an der TU Berlin

Montag, 27. Mai 2013

Medieninformation Nr. 110/2013

Apollo-17-Kommandant Eugene A. Cernan besucht am 4. Juni Berlin und hält öffentlichen Vortrag

Am 4. Juni wird Eugene A. Cernan, der Kommandant der Mondmission von Apollo 17, von 15.00 bis 17.00 Uhr die Technische Universität Berlin besuchen und über seine Mondlandung von 1972 berichten. Die Veranstaltung wird gemeinsam mit dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) durchgeführt. Cernan verließ am 14. Dezember 1972 als vorerst letzter Mensch von insgesamt zwölf Astronauten des amerikanischen Apollo-Programms den Mond. Von den sechs erfolgreichen Missionen dauerte Apollo 17 am längsten und war wissenschaftlich mit Abstand am ergiebigsten.

Interessenten sind herzlich eingeladen. Eintritt ist frei. Der Vortrag findet in englischer Sprache statt. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.
Ort:
TU Berlin, Mathematikgebäude, Straße des 17. Juni 136, Hörsaal HE 101, Nähe U-Bahnhof Ernst-Reuter-Platz
Zeit:
Dienstag, 4. Juni 2013, 15.00 bis 17.00 Uhr

Anlass des Besuchs von ‚Gene’ Cernan in Deutschland ist die Übergabe eines Mondsteins an das Technikmuseum Speyer. Die 173 Gramm leichte Mondprobe aus vulkanischem Basalt haben Cernans Kollegen Dave Scott und Jim Irwin während ihrer Apollo 15-Mission am 1. August 1971 an der Hadley Rille aufgesammelt. Der Stein ist etwa 3,4 Milliarden Jahre alt und eine Dauerleihgabe der NASA an das Museum.

Prof. Dr. Hans-Ulrich Heiß, Vizepräsident für Studium und Lehre der TU Berlin, wird gemeinsam mit Prof. Dr. Hansjörg Dittus, Mitglied des Vorstands des DLR, den ehemaligen Astronauten begrüßen. Im Anschluss an eine kurze Filmdokumentation über Cernan und die Apollo 17-Mission wird der „letzte Mann auf dem Mond“ über seine drei erfolgreich absolvierten Raumflüge als Astronaut der NASA, über die Mission Apollo 17, aber auch die Zukunft der Raumfahrt reden. Im Anschluss daran haben die Zuhörerinnen und Zuhörer die Möglichkeit, Fragen zu stellen.

Eugene A. Cernan: Am längsten auf dem Mond

Der heute 79-jährige Eugene A. Cernan ist neben dem 2012 verstorbenen Neil Armstrong und Buzz Aldrin der bekannteste der zwölf so genannten „Moonwalker“. Bei seiner ersten Mission Gemini 9A (1966), einem Vorläuferprojekt von Apollo, führte er einen Außenbordeinsatz durch. Bei seiner zweiten Mission, Apollo 10, war er Pilot der Mondfähre. Diese Mission war die Generalprobe für Apollo 11, der ersten Mondlandung am 20. Juli 1969. Bei seiner dritten Mission mit Apollo 17 war er Kommandant und betrat am 11. Dezember 1972 zusammen mit dem Wissenschaftsastronauten Harrison Schmitt den Mond. Cernan ist auch der Astronaut, der den Mond am 14. Dezember 1972 als vorerst letzter Mensch verlassen hat

Er ist derjenige „Moonwalker“, der sich am längsten außerhalb der Mond-fähre aufgehalten hat. Während der drei Exkursionen verbrachte er 22 Stunden, 3 Minuten und 57 Sekunden auf der Mondoberfläche. Im Rahmen dieser drei Exkursionen legten Schmitt und Cernan mit ihrem Lunar Rover 35,9 Kilometer zurück. Sie sammelten im Gebiet von Taurus-Littrow, einem Tal am Ostrand des Mare Serenitatis, insgesamt 110,4 Kilogramm Mondgestein ein. Nach dem Rückstart landete die Raumkapsel am 17. Dezember 1972 sicher im Pazifischen Ozean.

Wann fliegen wir wieder zum Mond und was können wir dort erforschen?

Die Mondlandungen des Apollo-Programms waren von großer wissenschaftlicher Bedeutung. Erst mit den Gesteinsproben, die von den Astronauten eingesammelt und zur Erde gebracht wurden, wurde geklärt, wie sich das Sonnensystem und damit auch die Erde und der Mond vor viereinhalb Milliarden Jahren gebildet und sich die erdähnlichen Planeten entwickelt haben. Ein umfangreiches experimentelles Programm, das von den Astronauten auf der Mondoberfläche durchgeführt wurde, diente zur Beantwortung fundamentaler Fragen zur Frühzeit unseres Sonnensystems.

Die fast 400 Kilogramm Mondproben – manche von ihnen über vier Milliarden Jahre alt – sind das wertvollste Erbe der Apollo-Ära. In ihnen steckt ein Großteil der Geschichte unseres Sonnensystems. Auf der Erde gibt es so gut wie keine Gesteine, die so alt sind wie die Mondproben, weil sich die Erde durch den globalen Prozess der Plattentektonik ständig verändert, die Kruste sozusagen recycelt wird.

Zu dieser Zeit hatte sich die Erde gerade gebildet und umrundete als glühend heiße Kugel die junge Sonne – da wurde sie von einem Körper so groß wie der Planet Mars getroffen. Aus dem Material, das dabei verdampfte und ins All geschleudert wurde, entstand der Mond. Erde und Mond kühlten sich langsam ab und es bildete sich eine Kruste aus Gestein. Später erst kam auf der Erde das Wasser dazu. Gleichzeitig wurden beide Himmelskörper aufs Heftigste von Asteroiden und Kometen getroffen. Die Spuren dieses frühen, heftigen Bombardements sehen wir noch heute auf dem Mond in Form der zahlreichen Krater auf der Oberfläche.

Heute ist der Mond vollständig kartiert. Das DLR erstellte erst kürzlich mit Stereobilddaten des amerikanischen Orbiters „Lunar Reconnaissance-Orbiter“ das bisher präziseste digitale Oberflächenmodell der gesamten Mondoberfläche. Prof. Dr. Jürgen Oberst vom Institut für Geodäsie und Geoinformationstechnik der TU Berlin war bei diesem am DLR-Institut für Planetenforschung durchgeführten Projekt federführend. Gegenwärtig ist zwar keine Rückkehr zum Mond mit Menschen geplant, aber der Mond bleibt eines der wichtigsten Forschungsobjekte der Planetenforschung mit robotischen Sonden. Zahlreiche aktuelle und geplante Mondmissionen vor allem der aufstrebenden Raumfahrtnationen Japan, China und Indien unterstreichen das Interesse am Mond.

Mit Hilfe der Mondforschung könnten viele fundamentale Fragen zur Frühzeit der Erde beantwortet werden, beispielsweise sein Einfluss auf die Entstehung von Leben, das Meteoritenbombardement während der ersten Milliarde Jahre oder den Beginn der Plattentektonik. Die Untersuchung der mineralogischen und chemischen Zusammensetzung der Mondoberfläche hinsichtlich Ressourcen wie Sauerstoff in Mineraloxiden oder kristallinem Wasser wäre für zukünftige, auf längerfristige Nutzung ausgelegte Mondstationen wünschenswert. Schließlich bietet der Mond mit seinem perfekten Vakuum auch eine ideale experimentelle Plattform für physikalische Experimente, störungsfreie Radioastronomie oder Entwicklungen in der Materialforschung.

stt

Weitere Informationen erteilt Ihnen gern:

Stefanie Terp
Pressesprecherin der TU Berlin
Tel.: 030/314-23922

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