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TU Berlin

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Das klingt wie bei Elvis

Mittwoch, 01. August 2007

Medieninformation Nr. 170/2007

Studierende haben am Institut für Energie- und Automatisierungstechnik den Gitarrenverstärker "WILDCAT" entwickelt - mit dem Ziel, die Klänge der 50er Jahre zu erzeugen

WILDCAT DELUXE Authentic
WILDCAT DELUXE Authentic
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Was haben Studierende der Elektrotechnik an der TU Berlin mit Scotty Moore und Hank Garland, den ersten Gitarristen von Elvis Presley zu tun? Die eingehende Beschäftigung mit Musikgeschichte war eine Grundvoraussetzung für das Projekt WILDCAT im Fachgebiet Elektronik und medizinische Signalverarbeitung. In der Lehrveranstaltung "Mixed-Signal Baugruppen" haben Studierende in mühsamer Handarbeit und mit Hilfe neuster Technik einen Gitarrenverstärker der 50er Jahre (nach-)gebaut.

Henry Westphal, Lehrbeauftragter im Fachgebiet Elektronik und medizinische Signalverarbeitung, gab den Anstoß zum Projekt WILDCAT. Um einen Verstärker mit dem Klang seiner Anfangszeit herzustellen, mussten sich alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer seiner Lehrveranstaltung nicht nur in die Technikgeschichte, sondern auch in die Kulturgeschichte der E-Gitarre einarbeiten. "Der Verstärker muss als Teil des Instrumentes gesehen werden, als klangbildender Teil vergleichbar mit dem Klangkörper eines Cellos oder eines Kontrabasses. Er hat die Aufgabe den Dynamikverlauf zu verändern, Anschläge zu betonen, Dynamikkompression zu machen und vor allem Obertöne hinzuzufügen," erläutert Henry Westphal.

Die Gitarrenverstärker sind in den 1940er Jahren aufgekommen und waren aus heutiger technischer Sicht unzulänglich. Verzerrung gehörte in der Anfangszeit des Verstärkers zu den unerwünschten Nebenwirkungen im Kampf um größere Lautstärkepotentiale. Die damaligen Gitarristen haben das in ihr Spiel integriert und so ist aus einer technischen Limitation ein stilbildender Klang entstanden. Aus diesem Grund führen technische Verbesserungen nicht zwangsläufig zu einem besseren Klang, ganz im Gegenteil. Diese Erfahrung musste auch Projektteilnehmer Thomas Schmidt machen: "Es lief beim Nachbau erst mal alles perfekt. Wir haben das Gerät genauso wiederhergestellt wie es früher einmal war. Schwierig wurde es dann als wir an kleinen Verbesserungen gearbeitet haben. Da haben wir festgestellt, dass wir damit den Sound total versaut haben und es nichts gebracht hat. Man muss bei den Innovationen eben aufpassen, dass man in die richtige Richtung geht."

Für Henry Westphal ist die Rekonstruktion kein Eins-zu-eins-Nachbau. Das Nachempfinden alter Technik habe viel mit "ingenieursmäßiger Kreativität" zu tun und sei durchaus vergleichbar mit einer Neuentwicklung. "Meine persönliche Ansicht ist, dass der Weg zu Innovation über die Beschäftigung mit der Geschichte führt. Das ist in anderen Fächern übrigens gang und gäbe. Ich habe nur versucht, Methoden, die man aus den Geisteswissenschaften schon ganz lange kennt, auf die Ingenieurswissenschaften zu übertragen."

Den Studierenden hat die Beschäftigung mit der Technik und der Musik der 50er Jahre sichtlich Spaß gemacht. "Ich habe mir nie darüber Gedanken gemacht, dass ich jetzt nichts Neues entwickle, sondern nur etwas Altes nachvollziehe. Es hat mir Spaß gemacht, weil es etwas ganz anderes ist mit einem schönen Ziel, nämlich Musik damit zu machen. Ich spiele selbst Gitarre und fand das Projekt toll, einzigartig, so etwas gibt es sonst nicht," meint Projektteilnehmerin Vera Erbes.

Die Berliner Band "Ike and the Capers", die Songs aus den 50er Jahren spielen und deshalb ständig auf der Suche nach Original-Equipment aus dieser Zeit sind, haben den WILDCAT-Verstärker getestet und sind begeistert vom "Originalsound".

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Weitere Informationen erteilt Ihnen gern:

Dipl.–Ing. Henry Westphal
TIGRIS Elektronik GmbH
Fuggerstr. 23
10777 Berlin
Tel: 30 301 048-30
Fax: 30 301 048-59

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