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TU Berlin

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Forschung

Wohnen in Londons Garagen

Freitag, 17. Juni 2016

Junge Wissenschaft

Emily Kelling
Lupe

Seit Jahren sind die aberwitzigen Immobilien- und Mietpreise in London ein Thema, ohne dass ihr stetiges Steigen verhindert würde. Da der Mensch aber wohnen muss, sucht er nach Lösungen, die zum Teil nicht weniger aberwitzig sind. „Seit 2000 etwa wird in London ein eigentümliches Phänomen beobachtet“, sagt Emily Kelling. „Grundstückseigentümer vermieten ihre Garagen und Gartenhäuser als Wohnung. Oder sie parzellieren ihr Haus und machen aus einer Wohnung viele.“

Diese illegalen Vermietungspraktiken auf Londons Wohnungsmarkt hat die Soziologin zu ihrem Dissertationsthema gemacht. Sie will wissen, welche Akteure dieses Spiel spielen und wie sie es spielen. „Zum Beispiel interessiert mich, wie die Akteure untereinander aushandeln, was toleriert wird und was nicht, und durch welche Faktoren das bestimmt wird“, so die 27-Jährige, die ihre Dissertation am Fachgebiet Planungs- und Architektursoziologie von Prof. Dr. Martina Löw schreibt. Interessant dabei sei, so Kelling, dass die illegalen Praktiken in der Öffentlichkeit bislang kaum thematisiert würden, und wenn, würden sie mit illegaler Einwanderung in Zusammenhang gebracht. „Und dann wird aus dem Wohnungsmarktproblem plötzlich ein Migrationsproblem.“

Eine Ursache für die Londoner Misere ist, dass zu wenig soziale Wohnungen gebaut werden. Kellings These ist deshalb, dass die Produktion bezahlbaren Wohnraums momentan durch informelle und illegale Praktiken „realisiert“ werde, und diese würden nicht nur räumlich versteckt, sondern auch nicht diskutiert – um die Aufrechterhaltung konkreter Ausbeutungsverhältnisse zu verschleiern.

Sybille Nitsche "TU intern" Juni 2016

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