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TU Berlin

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Alumni

Im Kübelwagen durch Berlin

Mittwoch, 25. Mai 2016

Hans Herrmann, einer der ersten TU-Studenten, erzählt von den ersten Jahren an der TU Berlin

1950: Hans Herrmann (am Steuer) fährt für die studentische Arbeitsvermittlung TUSMA
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Kuratorin Carina Baganz und Hans Hermann bei der Eröffnung der Ausstellung zum 70. Jubiläum der TU Berlin
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Zu den wenigen Autos, die im damals sehr verkehrsarmen Berlin unterwegs waren, gehörte der Kübelwagen der TUSMA, der studentischen Arbeitsvermittlung. Recht bald nach der Wiedereröffnung der TU Berlin hatte sie sich im Jahr 1949 gegründet. Ein Foto davon findet sich in der Ausstellung zum 70. TU-Jubiläum, die derzeit noch auf dem Vorplatz des Hauptgebäudes zu sehen ist. Es zeigt, wie der damalige TU-Student Hans Herrmann ein Filmteam im TUSMA-Wagen durch die Stadt fährt. Den Job als Chauffeur habe er häufiger für die TUSMA übernommen, berichtet Hans Herrmann, der auch ansonsten mehr rumkam als die meisten seiner Kommilitonen in dieser Zeit. Das lag nicht zuletzt an seinen Nebenjobs, die er annahm, nachdem er sich 1950 für Elektrotechnik an der TU Berlin eingeschrieben hatte. Natürlich war es für die Studierenden damals wie heute wichtig, neben dem Studium Geld zu verdienen, und so kam der junge Student Herrmann zur TUSMA: „KFZ-Dienste waren bei der TUSMA sehr gefragt. Zum Beispiel haben wir Leute, die abends zu viel Alkohol getrunken hatten und selbst nicht mehr fahren konnten, von der Bar abgeholt und nach Hause gebracht.“ Über diesen Einsatz lernte er unter anderem einen Verleger kennen, für den er in den folgenden Jahren Fahrdienste übernahm. „Dieser Verleger wollte nicht durch die ,Zone‘ fahren. Er musste jedoch regelmäßig nach Westdeutschland, wie es damals hieß. Er flog dann nach Hannover und ich habe ihm sein Auto nach Hannover zum Flughafen gebracht. Auf der Rückfahrt trafen wir uns dort und haben es genauso gemacht. Ich hatte auch nach meinem Studium noch lange Kontakt zu ihm und seiner Familie.“ Auch Studenten aus dem Ostteil Berlins und der übrigen DDR, die an der TU Berlin studierten, wollten nicht durch die „Zone“ fahren, um in den Westen zu kommen. Die Reisestelle der damaligen Studentenvertretung organisierte für dieses Problem eine Lösung. Hier engagierte sich Hans Herrmann ehrenamtlich: „Wir charterten Flugzeuge bei den Engländern, damit die Kommilitonen aus dem Osten auch mal nach Westdeutschland reisen konnten. Sie waren äußerst preiswert, da es sich um ältere Militärmaschinen handelte.“

Reisen war damals eine Ausnahme – den meisten fehlte dazu das Geld. „Damit die Kommilitonen überhaupt mal aus Berlin rauskamen, haben wir auch Reisen organisiert. Wir haben von der Reisestelle aus VW-Busse organisiert, die Unterkünfte gebucht und dann ging es los. Wir waren damit auch im Ausland. Außerdem haben wir die Exkursionen für die Professoren organisiert.“ Sein Studium absolvierte Hans Herrmann trotz der Reiserei fleißig und schob dabei sogar noch ein Auslandspraktikum in der Türkei ein. „Dort arbeitete ich drei Monate auf einer internationalen Baustelle für ein Kraftwerk. Eine interessante Erfahrung, auch wegen der beschwerlichen dreitägigen Anreise“, erinnert sich Hans Herrmann. Nach seinem Studium begann er zunächst in Berlin bei Siemens. 1967 wurde er dienstlich nach Erlangen versetzt. Zum 70-jährigen TU-Jubiläum kam er zurück an seine alte Alma Mater. Er gehörte er zu denjenigen TU-Alumni, die der Ausstellungskuratorin Dr. Carina Baganz Unterlagen aus ihrer Studienzeit zur Verfügung stellten – wie das Bild mit dem Kübelwagen der TUSMA.

Bettina Klotz

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