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TU Berlin

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Forschung

Junge Wissenschaft: Psychopharmaka gegen Alltagsstress

Dienstag, 08. Dezember 2015

Patrick Schubert
Lupe

Selbstoptimierung ist ein Kriterium für den Menschen im Internet- und App-Zeitalter geworden: in der Fachsprache „Human Enhancement“ genannt. Patrick Schubert (26) hat sich in seiner Master-Arbeit „Antidepressiva in der ärztlichen Behandlungspraxis und ihre potenzielle Verwendung als pharmakologische Neuro-Enhancer im Alltag“ mit diesem Phänomen beschäftigt. Geschrieben hat er seine Arbeit am Fachgebiet Allgemeine Soziologie. „Ich habe Hinweise darauf gefunden, dass es einerseits für Personen leicht ist, sich Psychopharmaka, die sich zum Enhancement eignen, verschreiben zu lassen. Dies hat damit zu tun, dass ein Bedarf leicht behauptet, aber nur schwer durch den Arzt überprüft werden kann“, sagt Patrick Schubert, der Soziologie an der TU Berlin und der Universidad de Granada studierte.

Andererseits hat er durch mit Ärzten geführte Interviews festgestellt, dass derartige Psychopharmaka, speziell Antidepressiva, gezielt verschrieben werden, um einen „enhancenden“ Effekt auszulösen und Patienten zum Beispiel durch schwierige Lebensphasen zu bringen, die aber gar nicht an einer genuin depressiven Erkrankung leiden, Prüfungen bestehen zu lassen oder um Patienten, die unter ihren Arbeitsbedingungen leiden, arbeitsfähig zu halten. „Bei all diesen Behandlungen mit Psychopharmaka tritt praktisch kein kurativer Effekt ein, weil die Auslöser für die Probleme sozialer Natur sind“, so Schubert. Neben das „aktive Doping“, also den „aktiven“ Wunsch nach Optimierung, so das Fazit von Schubert, tritt mit dem pharmakologischen Neuro-Enhancement durch ärztliche Verordnung ein „passives“ Doping zur Behandlung sozialer Probleme.

sn "TU intern" Dezember 2015

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