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TU Berlin

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Menschen

Weltoffen im Handeln

Zum Geburtstag von Jürgen Starnick – von Norbert Miller

Ehemaliger Berliner Senator, Präsident der TU Berlin und vielseitiger „Kümmerer“ bis heute: Jürgen Starnick, hier bei der Verleihung der ­Ehrenmitgliedschaft der Universität an ihn 2014
Lupe

Dass man auch in aufgeregter Zeit und bei allseitigem Gegenwind der politischen Vernunft durch Augenmaß und Beharrlichkeit Geltung verschaffen kann, hat Jürgen Starnick in seiner langen wissenschaftlichen und politischen Laufbahn immer wieder unter Beweis gestellt. Bei der Neustrukturierung der Berliner Universität stand der an der TU Berlin promovierte Chemiker, seit 1972 Professor der Technischen Chemie, auf der Seite der Reformpoli-tik und war an deren Plänen zur Umwandlung der Fakultäten in thematisch neu geordnete Fachbereiche maßgeblich beteiligt. In der überall sonst so schwierigen Umbruchsituation der Siebzigerjahre war es vornehmlich ihm zu verdanken, dass die Fraktionen im Gespräch blieben und sich schließlich auf eine tragfähige Lösung verstän-di-gen konnten. Nach dem Scheitern des vom politi-schen Senat in Berlin favorisierten Versuchs, die vermutete Hermetik der Universitäten durch eine nach außen geöffnete Wahl aufzubrechen, verständigten sich Tür- und Fenster-Fraktion schließlich darauf, Jürgen Starnick zum Präsidenten zu wählen. In seine sechsjährige Amtszeit fallen so wichtige Strukturmaßnahmen wie die beiden Hochschul-Entwicklungspläne, die Einrichtung einer Position für Technologietransfer und das – in Kooperation mit der Industrie – später entstehende Berliner Innovations- und Gründerzentrum (BIG). 1982 wurde am Fachbereich I auch das Zentrum für Antisemitismusforschung etabliert, das sich innerhalb weniger Jahre unter der Leitung von Herbert Strauß gleichfalls zu einer in die Welt ausstrahlenden Forschungsinstitution entwickeln sollte. Weltoffen im Handeln wie im Umgang, war Starnick auch für gesellschaftliche Aufgaben jenseits der Universität prädestiniert. War seine Stellung als Vizepräsident der Westdeutschen Rektorenkonferenz zwischen 1984 und 1986 noch Ausdruck seines hohen inneruniversitären Ansehens, so bewies der liberale Senator für Stadtentwicklung und Umweltschutz in Berlin in den Jahren 1986–1989, danach das liberale Mitglied des Deutschen Bundestages in den Jahren 1990–1994, wie kompetent und sicher er sich auch auf dem eigentlich politischen Parkett zu be-wegen wusste! Auf dass wir ihn als Freund und Kollegen nicht ganz preisgeben mussten, kehrte Jürgen Starnick 1994 an die TU Berlin zurück und schied 2003 als Dekan der Fakultät II aus dem Amt.

Seitdem hat er einen guten Teil seiner ungebrochenen Arbeitskraft und Energie der Gesellschaft von Freunden der TU Berlin e.V. gewidmet. Er hat dort an den großen Plänen tätig Anteil genommen und sich vor allem um die öffentlichen Veranstaltungen, zum Beispiel um die mit der Jahresversammlung der Gesellschaft verbundene „Höllerer-Vorlesung“, mit größtem Einsatz gekümmert. Wer mit ihm zusammentrifft, kann da seinen Weitblick, aber auch seine humorvolle Gelassenheit nur bewundern. Für sein neues Jahrzehnt wünschen ihm seine Freunde innerhalb und außerhalb der Universität immerfort die gleiche lebensbejahende Zuversicht, mit der er so glücklich und erfolgreich gewirkt hat.

Der Autor, Literaturwissenschaftler und ehemaliger TU-Professor für Deutsche Philologie, Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft, wurde 2005 emeritiert

"TU intern" 15. Dezember 2017

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