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TU Berlin

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Solaranlagen und Energieeffizienz

Yaser Hantouch aus Syrien forscht dank der Philipp Schwartz-Initiative an der TU Berlin

Yaser Hantouch ist froh, seine Forschung in Berlin fortsetzen zu können
Lupe

Das Stipendium kam zur richtigen Zeit. „Ich habe in Berlin keine Stelle gefunden“, sagt Dr. Yaser Hantouch. Rund 100 Bewerbungen hatte der Architekt aus Aleppo Ende letzten Jahres verschickt. Und erntete Absagen. Ihm fehle die Berufserfahrung als Architekt in Deutschland, lautete die Begründung. Was ihm nicht fehlt, ist seine Qualifikation für die Forschung. Die TU Berlin setzte sich für ihn ein, um ihn weitere zwei Jahre als wissenschaftlichen Mitarbeiter am Fachgebiet Gebäudetechnik und Entwerfen am Institut für Architektur beschäftigen zu können, und bewarb sich um ein Stipendium der Philipp Schwartz-Initiative bei der Alexander von Humboldt-Stiftung. Die Initiative fördert Hochschulen und Forschungseinrichtungen, damit sie ausländische Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aufnehmen können, denen in ihren Heimatländern Krieg oder Verfolgung drohen. Und die TU Berlin wollte nicht auf einen Forscher verzichten, dessen Arbeit sie zu schätzen gelernt hatte.

Als Stipendiat der syrischen Regierung kam Yaser Hantouch im Rahmen einer Kooperation der Aleppo University mit der TU Berlin 2003 zum ersten Mal nach Deutschland und promovierte zum Thema Energieeffizienz bei Professor Claus Steffan am Fachgebiet Gebäudetechnik und Entwerfen. 2009 ging er zurück nach Aleppo, kam aber 2014 mit einem Erasmus-Mundus-Stipendium für Postdocs zurück an die Technische Universität Berlin – an das Fachgebiet von Prof. Claus Steffan. „Er hat sich sehr für mich eingesetzt“, sagt Yaser Hantouch. Besonders für seine Frau und die beiden Kinder, damit sie zusammen mit ihm ausreisen konnten.

Von September 2014 bis August 2016 forschte Yaser Hantouch wieder an der TU Berlin, dann lief die Förderung aus. Für den Syrer begann eine unruhige Zeit, auch mit dem Druck im Nacken, gemeinsam mit seiner Frau für seine Familie Geld verdienen zu müssen. Als dann die Zusage der Alexander von Humboldt-Stiftung kam, dass die TU Berlin eine der 39 Hochschulen und Forschungseinrichtungen ist, die gefördert werden, fiel ihm eine Last von den Schultern.

„Für mich ist es eine Chance, meine Forschung voranzutreiben“, sagt der 40-Jährige, der seit Anfang Januar wieder bei Claus Steffan als wissenschaftlicher Mitarbeiter tätig ist. Zurzeit arbeitet er am Projekt „Energieeffizienter HochschulCampus Berlin-Charlottenburg EnEff: HCBC“. Das Areal, das aus mehreren Gebäuden besteht, soll so saniert werden, dass die Forschenden bereits 2025 die Energiewendeziele 2050 demonstrieren können (siehe auch „TU intern“ 5/2016). „Mein Schwerpunkt ist die Erforschung von Solaranlagen für Gebäude“, sagt Hantouch.

Wie seine Zukunft aussehen wird, weiß er noch nicht. „Jetzt habe ich das Stipendium“, sagt er. „Und das erste Mal seit langer Zeit auch wieder die Ruhe, darüber nachzudenken.“

Die Philipp Schwartz-Initiative der Alexander von Humboldt-Stiftung schreibt derzeit 30 neue Förderungen zur Aufnahme gefährdeter Forschender aus. Darin enthalten sind auch Mittel, um in den aufnehmenden Einrichtungen entsprechende Strukturen zu schaffen. Antragsschluss ist der 21.  April 2017. www.humboldt-foundation.de/web/philipp-schwartz-initiative.html

Dagmar Trüpschuch, "TU intern" 17. Januar 2017

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